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Deshalb ist House of the Dragon besser als Game of Thrones – Kritik

Von Mandy Mischke - News vom 26.10.2022 10:29 Uhr
House-of-the-Dragon-Alicent-Rhaenyra
© HBO/Bildmontage PlayCentral

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – des desaströsen Game of Thrones-Finales war die allgemeine Begeisterung groß, als es hieß, dass es mit House of the Dragon ein Prequel der (dennoch) erfolgreichen Serienproduktion geben soll.

Ganz im Gegensatz zur Mutterserie fungiert Romanautor George R.R. Martin hier als Mit-Schöpfer und Produzent und übt dadurch wesentlich mehr Einfluss aus. Somit setzten Fans und Kritiker*innen bereits vor Serienstart große Hoffnungen in das neue Format.

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Nun ging die erste Staffel des Ablegers mit einer spannenden 10. Folge zu Ende. Zeit, um die gesammelten Eindrücke aufzuarbeiten und zu sehen, was „House of the Dragon“, im Gegensatz zu „Game of Thrones“, an vielen Stellen besser macht.

House of the Dragon: Eine komplexe Familienchronik im Eiltempo

Werden die Zuschauer*innen bei GOT unmittelbar ins Geschehen geworfen, erklärt Rhaenyra Targaryen zunächst, worum es in HotD überhaupt geht und bringt die Handlung in einen zeitlichen Kontext zur Hauptserie. Dies erleichtert den Einstieg doch ungemein – vor allem für GOT-Neulinge.

Die einzelnen Charaktere werden nicht direkt vorgestellt und müssen auf eigene Faust kennengelernt werden. Dies gestaltet sich allerdings – nicht zuletzt aufgrund der vielen unterschiedlichen, teils ähnlichen Namen – gar nicht so leicht, sodass man durchaus gut daran täte, den Stammbaum der Familie Targaryen, neben dem obligatorischen Filmsnack, parat zu haben. 

So ist es bei „House of the Dragon“ schwieriger denn je, die Familienstränge zu entwirren. Allerdings werden die Verbindungen mit jeder Episode schlüssiger und man steigt allmählich dahinter, wie die Personen miteinander verknüpft sind.

Das Prequel lebt von seinen wechselhaften Figuren. Allen voran Daemon Targaryen (Matt Smith), der den übrigen Charakteren die Show stiehlt. So tritt er als durchtriebener Bruder in den Vordergrund, der auf die Königskrone aus ist. 

In einer anderen Szene schlüpft er wiederum in die Rolle des liebenden Ehemanns. Mal mag man ihn hassen, an anderer Stelle wiederum lieben. Ein Dazwischen scheint es nicht zu geben. Aber auch an den sonstigen Serienfiguren lassen sich spannende Wandlungen beobachten.

Der komplette Cast überzeugt mit einer grandiosen Schauspielleistung. Man freut sich und leidet mit den Protagonist*innen, zweifelt an folgenschweren Entscheidungen und bleibt ein ums andere Mal ratlos, gespannt oder gar erschüttert zurück.

House of the Dragon
Daemon und Rhaenyra Targaryen © HBO – „House of the Dragon“

Einige Zuschauer*innen hatten Probleme mit den Zeitsprüngen, bei denen nicht zuletzt auch neue Schauspieler*innen zum bestehenden Cast hinzukamen und junge Gesichter durch ihr älteres Pendant ausgetauscht wurden. Allerdings bleibt zu bedenken, dass für das Prequel allenfalls vier Staffeln geplant sind.

Binnen dieser Zeit muss ein Handlungsstrang von knapp 200 Jahren erzählt werden. Da scheint es doch nur logisch, die Geschichte ein wenig zu raffen. Jedoch wirkt der Erzählstil dadurch mitunter leider etwas überhastet. Bedauerlicherweise haben es deshalb einige Figuren sowie interessante Nebenhandlungen nicht in den Plot geschafft. 

Einzig das Dahinsiechen von König Viserys I. scheint unnötig in die Länge gezogen. Viel zu oft erwischt man sich dabei, zu denken „Diese Folge wird er wohl nicht überleben“ oder „In der nächsten Episode ist es so weit“.

Zensur? Nicht in House of the Dragon!

Bei „House of the Dragon“ wird kein Blatt vor die Kameralinse gehalten. Dass es wieder (wie auch schon bei GOT) allerhand Blut zu sehen gibt, war absehbar und nicht anders zu erwarten. Allerdings wird man hier auch mit leicht verstörenden Bildern konfrontiert

So können die Zuschauer*innen den Maestern ganz genau bei einem Kaiserschnitt über die Schultern schauen, oder dabei zusehen, wie sich Maden durch die Wunden von König Viserys fressen. Selbstredend werden auch amouröse Szenen dargeboten.

Das Spin-off zeigt zudem einmal mehr, wie die Rolle der Frau in früheren Epochen ausgesehen hat. Das „schwache“ Geschlecht sollte hier allenfalls dem Lust-Abbau und dem Zeugen von (männlichen) Nachkommen dienen. Eine Frau als Herrscherin? Undenkbar!

House of the Dragon-Sexszene
Prinzessin Rhaenyra und Ser Kriston Kraut © HBO

„House of the Dragon“ lenkt den Fokus doch sehr stark auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Einige Szenen kommen beinahe ohne Worte aus und vermitteln derart starke Emotionen, dass es die Zuschauer*innen zerreißen mag. 

So sei Folge 8 erwähnt, in der wir einen sterbenden Viserys erleben, der sich – aller Kräfte beraubt – auf den Eisernen Thron hievt, um allen Anwesenden klar zu machen, dass noch immer sein Wille über allem steht. Dies sei nur ein Beispiel für die intimen und höchst emotionalen Momente der Serie.

Richtig große Schlachten blieben bisher aus. Allerdings dürfte sich dies mit dem bevorstehenden „Tanz der Drachen“ und der zweiten Staffel gehörig ändern. Alle Anzeichen stehen auf Krieg und der wird den Zuschauer*innen sicher mit actiongeladenen Szenen geboten.

House of the Dragon entschädigt für das unglückliche GOT-Finale

Das GOT-Prequel besteht den Balanceakt zwischen Drama- und Fantasy-Serie. Zwar liegt der Fokus hier deutlich auf den tragischen Ereignissen um die Machtkämpfe der Targaryens sowie deren Verbündeten, doch sorgen die unglaublich gut animierten Drachen für die märchenhafte Komponente, die die Serie insgesamt zu einem fantastischen Epos machen könnte.

Das Format überzeugt (bisher) auch ohne Effekthascherei oder gewaltige Szenenbilder. Allein die Handlung vermag es, die Zuschauer*innen bestens zu unterhalten. Die Drachen setzen allenfalls noch eine Kirsche auf das üppige Sahnehäubchen. 

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Sicher ist „House of the Dragon“ nicht rundum perfekt. Aber auch kleinere Filmfehler tun der Serie insgesamt überhaupt keinen Abbruch. HotD ist gewaltig und überzeugt mit einer fesselnden Story sowie spannenden Charakteren.

Fazit zu House of the Dragon

Ich für meinen Teil, konnte kaum die nächsten Folgen abwarten. Die Showrunner Ryan J. Condal und Miguel Sapochnik verstehen es, den Spannungsbogen mit jeder Episode weiter zu spannen, sodass man unbedingt wissen muss, wie die nächste Folge weiter geht. 

So hat es „House of the Dragon“ bereits mit der ersten Staffel geschafft, Game of Thrones zu rehabilitieren, vielleicht sogar in den Schatten zu stellen. Ob es auch mit den folgenden Staffeln an den großen Erfolg anknüpfen kann, wird sich zeigen.

Vollblut-Gamerin, die bevorzugt in fantastischen Gefilden unterwegs ist. Bricht gerne aus der eigenen Komfortzone aus und findet Erholung in der Natur. Bekannt für eine ungesunde Portion Sarkasmus.
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