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Blizzard verklagt WoW-Privatserver Project Ascension und will Server-Aus stoppen

Blizzard geht erneut juristisch gegen die Betreiber eines privaten World of Warcraft Servers vor. Dieses Mal trifft es Project Ascension, eine seit Jahren populäre Community-Version des MMORPGs, die sich nicht nur als Classic-Nostalgieprojekt versteht, sondern als eigenständige Abwandlung mit eigenen Regeln, Systemen und zusätzlichem Content.

Auslöser ist eine Klage, die am 12. Juni 2026 bei einem US-Bundesgericht in Kalifornien eingereicht wurde. Blizzard will damit nicht nur Schadensersatz durchsetzen, sondern vor allem eine gerichtliche Anordnung erreichen, die den Betrieb des Servers dauerhaft unterbindet.

Die Klage gegen Project Ascension

Worum geht es in der Blizzard-Klage konkret? In der umfangreichen Klageschrift wirft Blizzard den mutmaßlichen Verantwortlichen hinter Project Ascension eine ganze Reihe von Rechtsverletzungen vor. Im Kern dreht sich alles um die angeblich unerlaubte Nutzung von geschützten World of Warcraft Inhalten und Technik sowie um das Geschäftsmodell, das laut Blizzard längst nicht mehr nach Fanprojekt aussieht.

Genannt werden unter anderem Urheberrechtsverletzungen, Verstöße gegen den DMCA, Markenrechtsvorwürfe wie eine falsche Herkunftsangabe, sowie der Vorwurf der gezielten Störung vertraglicher Beziehungen. Auffällig ist außerdem, dass Blizzard auch schwerere Geschütze auffährt und von bundesrechtlich relevantem Racketeering spricht, also dem Vorwurf einer koordinierten, gewinnorientierten Struktur.

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Die Klage nennt mehrere namentlich benannte Beklagte, dazu zwei US-Firmen, die Blizzard als mögliche Scheinkonstrukte beschreibt, eine weitere Gruppe, die Spenden einsammeln soll, sowie zusätzliche unbekannte Beteiligte, die nur über Online-Aliasse identifiziert werden. Blizzard zeichnet damit das Bild eines organisierten Netzwerks und nicht eines losen Teams von Hobbyentwicklern.

Warum Ascension in der Szene so groß geworden ist

Was macht Project Ascension anders als klassische Privatserver? Während viele private Server vor allem alte Erweiterungen oder Patchstände nachbilden, setzt Ascension auf eine bewusst veränderte Spielweise. Das Projekt erlaubt es, Fähigkeiten zu mischen und Builds zu erstellen, die nicht an Blizzards klassisches Klassensystem gebunden sind.

Dazu kommt ein Mix aus älteren World of Warcraft Inhalten und eigenen, maßgeschneiderten Ergänzungen. Gerade für Veteranen, die mit der aktuellen Ausrichtung von WoW hadern, ist so ein Remix oft attraktiv, weil er vertraute Zonen und Dungeons mit frischen Progression-Ideen kombiniert.

Ascension selbst wirbt mit einer enormen Reichweite: Auf der Projektseite ist von über 226.000 Community-Mitgliedern auf Discord die Rede, außerdem von durchschnittlich 60.000 oder mehr gleichzeitig aktiven Accounts. Solche Zahlen sind in der Privatserver-Szene ein Ausrufezeichen, und genau diese Größenordnung dürfte erklären, warum Blizzard nun hart durchgreift.

Blizzards Linie erinnert an frühere Verfahren

Warum argumentiert Blizzard bei Ascension ähnlich wie bei anderen Servern? Der Kern des Vorwurfs gleicht vielen früheren Verfahren: Auch wenn Ascension eigene Systeme bietet, sollen dafür weiterhin World of Warcraft Code, Grafiken, Musik, Umgebungen und weiteres geschütztes Material genutzt werden. Zusätzlich behauptet Blizzard, der Ascension Client sei so verändert worden, dass er Prüfmechanismen umgeht, die normalerweise die Verbindung zu offiziellen Blizzard-Servern sicherstellen.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die angebliche Monetarisierung. Blizzard stellt Ascension in der Klage nicht als Community-Spielwiese dar, sondern als groß angelegte, profitgetriebene Operation. Konkret ist von Millionen verteilter Client-Kopien die Rede, außerdem davon, dass seit dem Start des Projekts im Jahr 2016 mehr als eine Million Nutzer die Server verwendet hätten.

In den Kontext passt auch, dass Blizzard bereits in den vergangenen Monaten verstärkt gegen private WoW-Projekte vorgegangen ist. Erst im August 2025 hatte der Publisher die Betreiber von Turtle WoW verklagt. Im Mai 2026 folgten weitere Schritte gegen private Server, die in der Community ebenfalls viel Aufmerksamkeit bekommen hatten. Ascension ist nun der nächste prominente Name auf dieser Liste.

Wie steht ihr zu privaten World of Warcraft Servern wie Project Ascension, und findet ihr Blizzards aktuelles Durchgreifen nachvollziehbar oder überzogen? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei PlayCentral kümmert er sich mit viel Herzblut um alles, was zockt, kracht und Spaß macht. Sei es ein Blockbuster mit Millionenbudget oder ein Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt. Immer kritisch, meistens fair und manchmal leicht übermüdet vom letzten Games-Marathon.
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