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Anonymous warnt PlayStation-Spieler: „Das Ende des Spielebesitzes kommt“

Sonys Entscheidung, neue PlayStation-Spiele ab 2028 nicht mehr auf Disc zu veröffentlichen, sorgt weiterhin für heftige Diskussionen. Nun hat sich auch ein Anonymous zugeordneter Account eingeschaltet und eindringlich vor den Folgen einer rein digitalen Zukunft gewarnt.

In einem ausführlichen Beitrag auf X trägt der Account den drastischen Titel: „Das Ende des Spielebesitzes kommt“. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Spielern digital gekaufte Titel wirklich gehören – oder ob sie lediglich eine jederzeit widerrufbare Nutzungslizenz erwerben.

Anonymous kritisiert Sonys Disc-Aus

Was wirft Anonymous Sony vor? Der auf X veröffentlichte Beitrag stammt vom Account @YourAnonOne, der dem dezentral organisierten Anonymous-Kollektiv zugerechnet wird.

Darin wird argumentiert, dass physische Spiele den Käufern bislang deutlich mehr Kontrolle über ihre Sammlung geben. Eine Disc kann verliehen, verkauft oder gebraucht gekauft werden. Viele Spiele lassen sich außerdem weiterhin installieren und spielen, wenn sie aus einem digitalen Store verschwinden.

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Bei einem digitalen Kauf sieht das anders aus. Spieler erwerben in der Regel kein uneingeschränktes Eigentum an der Software, sondern eine Lizenz zur Nutzung. Diese kann an ein Konto, die Verfügbarkeit eines Stores oder den weiteren Betrieb benötigter Server gebunden sein.

Anonymous fasst die Befürchtung folgendermaßen zusammen:

„Mit der Disc habt ihr etwas Reales gekauft. Sobald sie verschwunden ist, mietet ihr nur noch den Zugang.“

Der Account empfiehlt Spielern deshalb, wichtige Spiele und andere Medien weiterhin physisch zu erwerben, solange dies noch möglich ist. Zusätzlich sollten persönliche Daten und wichtige Dateien regelmäßig gesichert werden.

Sony beendet neue Disc-Veröffentlichungen 2028

Die Diskussion beruht nicht nur auf Spekulationen. Das Unternehmen hat die Entscheidung bereits am 1. Juli 2026 offiziell im PlayStation Blog bekannt gegeben.

Ab Januar 2028 wird die Produktion physischer Datenträger für alle neu erscheinenden PlayStation-Spiele eingestellt. Neue Titel sollen anschließend nur noch über den PlayStation Store und in Form digitaler Produkte bei anderen Händlern erhältlich sein.

Bereits veröffentlichte Spiele und Titel, die noch vor dem Stichtag erscheinen, sind davon nicht betroffen. Vorhandene Discs werden somit nicht unbrauchbar und können weiterhin mit kompatiblen PlayStation-Konsolen verwendet werden.

Sony begründet die Entscheidung mit veränderten Kaufgewohnheiten. Digitale Medien würden physische Veröffentlichungen inzwischen deutlich übertreffen. Künftig wolle das Unternehmen seine Ressourcen stärker darauf konzentrieren, wie die Mehrheit der Community Spiele kauft und nutzt.

Digitale Spiele können vollständig verschwinden

Warum sorgt die Entscheidung für solche Bedenken? Als warnendes Beispiel nennt Anonymous unter anderem Ubisofts Rennspiel The Crew. Nach der Abschaltung der Server im März 2024 war der grundsätzlich onlinepflichtige Titel nicht mehr spielbar.

Ubisoft entfernte das Spiel anschließend zeitweise auch aus den Bibliotheken seiner Kunden. Der Vorgang führte zu erheblicher Kritik und rückte die Frage in den Mittelpunkt, welche Rechte Verbraucher beim Kauf digitaler Spiele tatsächlich erhalten.

Eine Disc verhindert solche Fälle nicht grundsätzlich. Auch physische Spiele können auf Server angewiesen sein, einen zusätzlichen Download benötigen oder nur einen Teil der Daten enthalten. Dennoch können Besitzer die Datenträger weiterverkaufen, verleihen und unabhängig von einem digitalen Benutzerkonto aufbewahren.

Gerade diese Möglichkeiten gehen bei einer vollständig digitalen Veröffentlichung verloren.

Kein angekündigter Hackerangriff auf Sony

Der Name Anonymous dürfte bei PlayStation-Spielern Erinnerungen an das Jahr 2011 wecken. Damals wurde das PlayStation Network nach einem massiven Angriff für mehrere Wochen abgeschaltet. Persönliche Daten von Millionen Nutzern waren betroffen. Auch am Wochenende war das PSN für mehrere Stunden nur eingeschränkt verfügbar.

Für einen Zusammenhang zwischen dem aktuellen Beitrag und einem geplanten Cyberangriff gibt es allerdings keinerlei Hinweis. Anonymous ist zudem keine zentral geführte Organisation mit eindeutig zuordenbaren Mitgliedern oder offiziellen Sprechern.

Die aktuelle Veröffentlichung sollte daher als politisches beziehungsweise aktivistisches Statement verstanden werden. Der Account ruft weder zu einem Angriff auf Sony auf noch kündigt er konkrete Maßnahmen gegen das Unternehmen an.

Die Kritik am Disc-Aus wird immer lauter

Anonymous reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Kritikern ein. Spieler, Entwickler und Händler befürchten, dass Sonys Entscheidung nicht nur den Gebrauchtmarkt beschädigt, sondern auch die langfristige Bewahrung von Spielen erschwert.

Für Sony dürfte eine rein digitale Zukunft hingegen wirtschaftliche Vorteile bieten. Das Unternehmen erhält mehr Kontrolle über den Vertrieb, reduziert Herstellung und Logistik physischer Produkte und verdient direkt an Verkäufen über den PlayStation Store.

Für Verbraucher bedeutet dieser Wandel jedoch weniger Auswahl. Wer Spiele sammeln, gebraucht kaufen oder nach dem Durchspielen wieder verkaufen möchte, verliert diese Möglichkeiten bei neuen PlayStation-Veröffentlichungen ab 2028 vollständig.

Wie steht ihr zu Sonys Entscheidung: Kauft ihr eure Spiele ohnehin nur noch digital oder möchtet ihr auch künftig die Wahl zwischen Download und Disc haben? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.

Miriam V.

Miriam schreibt bei PlayCentral über alles, was blinkt, lootet oder EXP gibt. Wenn sie nicht gerade über neue Releases berichtet, verliert sie sich wahrscheinlich in einem Open-World-RPG – auf der ewigen Suche nach dem einen Sidequest, den sie noch nicht abgeschlossen hat. Kaffee ist ihr Buff, Gaming ihr Endgame.
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