Auch Jahre nach dem vermeintlichen Abschluss der Reihe reißen die Spekulationen um ein neues Uncharted nicht ab. Obwohl Naughty Dog und insbesondere Creative Director Neil Druckmann mehrfach betonten, dass die Geschichte rund um Nathan Drake mit Uncharted 4: A Thief’s End ihr Ende gefunden habe, verdichten sich aktuell erneut Hinweise darauf, dass Sony die erfolgreiche Marke doch noch nicht aufgegeben hat.
In den vergangenen Tagen sorgten gleich mehrere Insider und Branchenbeobachter für neue Bewegung. Dieses Mal wirken die Gerüchte konkreter als noch in den Jahren zuvor.
Hinweise auf ein neues Setting: Verschlägt es uns in die Karibik?
Ausgangspunkt der aktuellen Spekulationen ist ein Social-Media-Post von Shaun Escayg, der als Game Director maßgeblich an Uncharted: The Lost Legacy beteiligt war. Escayg veröffentlichte ein Foto aus Trinidad und Tobago und versah es mit dem Hinweis „Research“. Für sich genommen wäre das kaum der Rede wert, doch im Kontext früherer Naughty-Dog-Projekte bekommt dieser Beitrag deutlich mehr Gewicht.
Das Studio ist bekannt dafür, reale Schauplätze intensiv zu studieren, bevor sie in ein Spiel übertragen werden. Diese Detailverliebtheit zeigte sich bereits in Madagaskar in Uncharted 4 oder in den indischen Gebirgsregionen von Lost Legacy.
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Vor diesem Hintergrund wirkt die Theorie, dass die Karibik als Setting für einen neuen Teil dienen könnte, durchaus plausibel. Tropische Inseln, dichte Dschungel, versunkene Ruinen und Piratenmythen würden perfekt zur DNA der Reihe passen und gleichzeitig genug frische Impulse liefern.
Entwicklung offenbar schon länger Thema
Für zusätzliche Dynamik sorgten Aussagen des Insiders Tom Henderson, der darauf hinwies, dass intern bereits vor der Covid-19-Pandemie über ein neues Uncharted nachgedacht worden sei. Diese Information ist insofern interessant, als sie nahelegt, dass ein möglicher Nachfolger keineswegs eine spontane Entscheidung wäre, sondern auf langfristigen Planungen basiert.
Einige Leaker gehen sogar davon aus, dass sich das Projekt bereits seit mehreren Jahren aktiv in Entwicklung befindet. Auch wenn solche Angaben mit Vorsicht zu genießen sind, fügen sie sich durchaus in die typischen Entwicklungszyklen großer AAA-Produktionen ein. Titel dieser Größenordnung benötigen häufig fünf bis sieben Jahre, insbesondere wenn neue Technologien oder Konsolengenerationen berücksichtigt werden.
Zwei spielbare Charaktere im Gespräch
Besonders spannend sind die Gerüchte rund um die möglichen Protagonisten. Mehrere Quellen berichten übereinstimmend, dass nicht nur Nathan Drake zurückkehren könnte, sondern auch seine Tochter Cassie eine zentrale Rolle einnehmen soll. Diese Idee kommt nicht von ungefähr: Bereits das Ende von Uncharted 4 deutete an, dass Cassie in die Fußstapfen ihres Vaters treten könnte.
Ein Wechsel zwischen zwei spielbaren Figuren würde es erlauben, sowohl klassische Elemente der Reihe beizubehalten als auch neue Perspektiven einzubringen. Gleichzeitig könnte Naughty Dog so einen sanften Generationswechsel vollziehen, ohne sich vollständig von der ikonischen Hauptfigur zu verabschieden. Vergleichbare Ansätze haben sich in anderen großen Sony-Produktionen bereits als erfolgreich erwiesen.
Oder doch ein kompletter Neustart?
Trotz der Hinweise auf ein Wiedersehen mit Nathan Drake ist ein anderer Ansatz nicht auszuschließen. Ebenso gut könnte Sony die Reihe mit neuen Figuren fortführen oder stärker auf bereits etablierte Nebencharaktere setzen. Gerade Chloe Frazer und Nadine Ross aus Lost Legacy haben gezeigt, dass das Universum auch ohne Drake funktioniert.
Ein solcher Schritt würde den Entwicklern mehr kreative Freiheit geben und gleichzeitig das Risiko reduzieren, die abgeschlossene Geschichte unnötig weiterzuerzählen. Angesichts der aktuellen Strategie vieler Publisher, bekannte Marken neu zu interpretieren, erscheint auch ein Soft-Reboot als realistische Option.
Wer arbeitet an Uncharted 5?
Unklar ist weiterhin, welches Studio letztlich die Verantwortung für ein neues Uncharted tragen würde. Während Naughty Dog naheliegt, ist das Team aktuell stark mit anderen Projekten beschäftigt, allen voran mit Intergalactic: The Heretic Prophet.
Daher halten sich Gerüchte, dass Sony auf eine Zusammenarbeit mehrerer Studios setzen könnte. In diesem Zusammenhang fiel zuletzt häufiger der Name Sony San Diego Studio. Ein solches Co-Development-Modell wäre keineswegs ungewöhnlich und würde es ermöglichen, Ressourcen effizienter zu nutzen, während Naughty Dog weiterhin die kreative Leitung übernimmt.
Release-Zeitraum: Geduld ist gefragt
Geht man von den aktuellen Leaks aus, ist mit einer Veröffentlichung nicht vor 2029 zu rechnen. Auch ohne konkrete Insiderinformationen erscheint dieser Zeitraum plausibel. Sollte sich das Projekt tatsächlich seit einigen Jahren in Entwicklung befinden, würde ein Release gegen Ende des Jahrzehnts gut zu den üblichen Produktionszyklen passen.
Zudem dürfte die Ausrichtung stark von der nächsten Konsolengeneration abhängen. Ein Release rund um den Start der PlayStation 6 oder als Cross-Gen-Titel zwischen PS5 und PS6 wäre ein naheliegendes Szenario. Die Reihe könnte damit erneut als technisches Aushängeschild für Sony dienen.
Viel Rauch, aber auch ein Funken Feuer
Auch wenn eine offizielle Ankündigung weiterhin aussteht, wirken die aktuellen Gerüchte ungewöhnlich stimmig. Mehrere unabhängige Quellen, ein möglicher Hinweis auf Location-Scouting und ein realistischer Entwicklungszeitraum ergeben ein Gesamtbild, das zumindest plausibel erscheint.
Gleichzeitig bleibt Vorsicht geboten. Weder Sony noch Naughty Dog haben sich bislang konkret zu einem neuen Uncharted geäußert. Dennoch zeigt sich einmal mehr, welchen Stellenwert die Marke nach wie vor besitzt. Ein Comeback scheint weniger eine Frage des „Ob“, sondern vielmehr des „Wann“ und „Wie“ zu sein.





