Bei Xbox verdichten sich die Hinweise auf eine umfassende Entlassungs- und Umbauwelle. Nachdem zuletzt bereits mehrere interne Studios als gefährdet galten, wird nun auch Undead Labs genannt, das Team hinter State of Decay 3. Damit geht es offenbar nicht mehr nur um einzelne Einsparungen, sondern um einen größeren Reset der gesamten Xbox-Sparte.
Bereits Anfang Juni wurde berichtet, dass Microsofts Gaming-Bereich größere Entlassungen und Budgetkürzungen vorbereitet. Laut Reuters soll es sich um die erste größere Restrukturierung unter der neuen Xbox-Chefin Asha Sharma handeln, die die Gaming-Sparte im Februar übernommen hat. Die Maßnahmen sollen nach dem Ende des Microsoft-Geschäftsjahres am 30. Juni 2026 konkret werden.
Welche Xbox-Studios sind betroffen?
Nach bisherigen Berichten stehen mehrere Xbox-Teams unter Druck. Zunächst wurden vor allem Compulsion Games, Double Fine Productions und Ninja Theory genannt. Diese Studios sollen sich laut Bloomberg-Bericht in Gesprächen befinden, um eine Schließung möglicherweise durch eine Ausgründung oder einen Verkauf abzuwenden.
Nun kommt offenbar ein weiteres Studio hinzu: Undead Labs. Laut GamesBeat soll auch der Entwickler von State of Decay 3 nach einem Käufer suchen. Sollte das nicht gelingen, stehen dem Bericht zufolge rund 110 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
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Undead Labs hatte State of Decay 3 erst im Juni erneut beim Xbox Games Showcase gezeigt. Das Spiel soll 2027 für PS5, Xbox Series X/S und PC erscheinen. Dass ein Studio kurz nach einem großen Showcase-Auftritt offenbar um seine Zukunft kämpfen muss, zeigt, wie tief der geplante Umbau bei Xbox offenbar reicht.
Der aktuelle Stand im Überblick
| Studio / Bereich | Bekannte Spiele | Aktueller Stand laut Berichten |
|---|---|---|
| Undead Labs | State of Decay 3 | Soll Käufer suchen; rund 110 Jobs gefährdet |
| Ninja Theory | Hellblade, Senua’s Saga | Soll von Schließung oder Ausgründung bedroht sein |
| Compulsion Games | South of Midnight, We Happy Few | Erste Abgänge/Entlassungen öffentlich sichtbar |
| Double Fine Productions | Psychonauts 2 | Soll ebenfalls über Unabhängigkeit verhandeln |
| Bethesda / Blizzard / weitere Teams | diverse Marken | Prozentuale Entlassungen erwartet |
| Arkane | Marvel’s Blade | Laut The Verge könnten Spiel und Studio ebenfalls geprüft werden |
Bei Compulsion Games sind die Folgen bereits sichtbar. Mehrere Entwicklerinnen und Entwickler des Studios haben öffentlich gemacht, dass sie neue Jobs suchen. Windows Central berichtete zudem, dass bei dem Team hinter South of Midnight bereits Entlassungen begonnen haben.
Auch Bethesda und Blizzard könnten betroffen sein
Die Lage scheint sich nicht nur auf kleinere Xbox-Studios zu beschränken. GamesBeat berichtet, dass auch größere Bereiche wie Blizzard, Bethesda und weitere Xbox-Abteilungen mit prozentualen Entlassungen rechnen müssen. Eine Quelle bezeichnete die bevorstehenden Einschnitte als möglicherweise größte zusammenhängende Kürzungswelle in der Xbox-Geschichte.
Damit könnte Microsoft nicht nur einzelne Studios schließen oder verkaufen, sondern seine gesamte Gaming-Struktur neu zuschneiden. Laut The Verge stehen neben Entlassungen auch mögliche Spielstreichungen, Studioverkäufe und weitere Schließungen im Raum. In dem Bericht wird unter anderem auch Arkane genannt, wo das kommende Marvel’s Blade offenbar intern überprüft werden soll.
Warum trifft es ausgerechnet diese Studios?
Auffällig ist, dass mehrere der genannten Teams in den vergangenen Jahren zwar viel Aufmerksamkeit erzeugten, aber für Microsoft offenbar nicht schnell genug neue große Veröffentlichungen liefern konnten.
Undead Labs wurde 2018 von Microsoft übernommen. Seitdem hat das Studio noch kein neues Spiel unter Xbox veröffentlicht. State of Decay 3 wurde bereits 2020 angekündigt, befand sich damals aber offenbar noch in einem sehr frühen Stadium. Das Spiel tauchte erst Jahre später wieder größer auf und soll nun 2027 erscheinen.
Auch bei Ninja Theory ist die Lage bitter. Senua’s Saga: Hellblade 2 galt lange als eines der wichtigsten Prestigeprojekte für Xbox, blieb kommerziell aber offenbar hinter den Erwartungen zurück. Bei Double Fine und Compulsion Games handelt es sich wiederum um kreative Studios mit starker Handschrift, aber ohne klassische Blockbuster-Marken im Rücken.
Genau darin liegt das eigentliche Problem: Microsoft hat in den vergangenen Jahren massiv Studios gekauft, scheint nun aber stärker auf Effizienz, große Marken und klar messbare Rendite zu setzen.
Xbox nach Activision Blizzard unter Druck
Der größere Kontext ist der Umbau von Microsofts Gaming-Geschäft nach der Übernahme von Activision Blizzard. Microsoft besitzt inzwischen eine riesige Studio- und Markenlandschaft, darunter Xbox Game Studios, Bethesda, Activision, Blizzard und King.
Gleichzeitig steht Xbox weiter vor strategischen Problemen: schwächere Konsolenverkäufe, hohe Entwicklungskosten, unklare Game-Pass-Wachstumsperspektiven und die Frage, wie viele eigene Studios Microsoft langfristig überhaupt finanzieren will. Reuters berichtete zuletzt sogar, dass Microsoft intern Optionen für Xbox geprüft haben soll, darunter eine stärkere strukturelle Trennung der Gaming-Sparte. Eine finale Entscheidung dazu sei aber nicht gefallen.
Was bedeutet das für kommende Spiele?
Für Spielerinnen und Spieler ist vor allem eine Frage wichtig: Was passiert mit bereits angekündigten Spielen?
Bei State of Decay 3 ist die Lage aktuell offen. Das Spiel wurde zwar für 2027 angekündigt, aber wenn Undead Labs tatsächlich verkauft werden soll oder keinen Käufer findet, könnte sich die Entwicklung verändern. Gleiches gilt für mögliche Projekte von Double Fine, Compulsion Games oder Ninja Theory.
Noch gibt es keine offizielle Liste gestrichener Spiele. Trotzdem ist klar: Wenn Studios geschlossen, verkauft oder ausgegründet werden, kann das direkte Folgen für laufende Projekte haben. Selbst wenn Spiele nicht sofort eingestellt werden, drohen Verzögerungen, Richtungswechsel oder kleinere Teams.
Microsoft hat die Berichte noch nicht vollständig bestätigt
Wichtig bleibt: Viele Details stammen derzeit aus Medienberichten und Quellen aus dem Umfeld der betroffenen Studios. Microsoft hat noch keine vollständige öffentliche Liste der betroffenen Teams, Stellen oder Projekte veröffentlicht.
Dass größere Einschnitte bevorstehen, gilt jedoch inzwischen als sehr wahrscheinlich. Reuters, Bloomberg-nahe Berichte, GamesBeat, The Verge und weitere Medien zeichnen ein ähnliches Bild: Xbox steht vor einer massiven Neuordnung, bei der mehrere Studios um ihre Zukunft kämpfen.
Für Xbox ist das ein heikler Moment. Erst im Juni präsentierte Microsoft beim Xbox Games Showcase zahlreiche kommende Spiele und wollte Stärke demonstrieren. Nur wenige Wochen später entsteht nun der Eindruck, dass hinter den Kulissen genau jene Studios wackeln, die diese Zukunft eigentlich mittragen sollen.





