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Nach Ninja Theory: Jetzt sollen weitere Xbox-Studios vor dem Aus stehen

Die Berichte rund um die Zukunft von Ninja Theory waren offenbar nur der Anfang. Nachdem zuletzt bereits das Hellblade-Studio mit seinem frisch angekündigten Senua-Projekt in den Fokus geraten war, sollen nun weitere Xbox-Teams von Microsofts großem Sparkurs betroffen sein.

Laut neuen Berichten stehen auch Compulsion Games und Arkane auf der Liste der Studios, deren Zukunft intern offenbar unklar ist. Damit würde es nicht mehr nur um ein einzelnes Team gehen, sondern um eine viel größere Frage: Wie viele kreative Xbox-Studios bleiben nach dem aktuellen Umbau überhaupt noch übrig?

Nach Ninja Theory rücken Compulsion und Arkane in den Fokus

Ausgangspunkt der neuen Meldung ist ein Bericht von Tech4Gamers, der sich auf Aussagen von Insider-Gaming-Reporter Mike Straw bezieht. Demnach sollen zwei weitere Xbox-Studios als gefährdet gelten: Compulsion Games und Arkane.

Compulsion Games ist vor allem für We Happy Few und das 2025 veröffentlichte South of Midnight bekannt. Arkane wiederum gehört zu den renommiertesten Studios im Xbox- und Bethesda-Verbund. Die Marke steht für Spiele wie Dishonored, Deathloop und Prey, auch wenn Arkane Austin bereits 2024 nach Redfall geschlossen wurde.

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Bei den aktuellen Berichten dürfte vor allem Arkane Lyon gemeint sein, also jenes Team, das unter anderem an Marvel’s Blade arbeitet. Sollte auch dieses Studio tatsächlich auf der Kippe stehen, wäre das ein massiver Einschnitt für Microsofts First-Party-Struktur.

Offiziell bestätigt ist eine Schließung bislang nicht. Genau deshalb muss die Meldung weiterhin als Bericht und nicht als gesicherte Tatsache behandelt werden. Trotzdem passt sie in ein immer deutlicheres Gesamtbild.

Xbox steht offenbar vor einer deutlich größeren Umstrukturierung

Schon zuvor berichteten Bloomberg, The Verge und Reuters über größere Veränderungen innerhalb der Xbox-Sparte. Demnach bereitet Microsoft massive Entlassungen und Budgetkürzungen vor, die nach dem Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni greifen könnten.

Zugleich sollen mehrere kleinere Xbox-Studios versuchen, ihre Zukunft außerhalb der Microsoft-Struktur zu sichern. Genannt wurden zuletzt unter anderem Ninja Theory, Double Fine und Compulsion Games. Die Studios könnten demnach versuchen, unabhängig zu werden, neue Investoren zu finden oder durch einen Verkauf gerettet zu werden.

Das Entscheidende daran: Es geht offenbar nicht nur um einzelne Stellenstreichungen. Es geht um die Struktur der gesamten Xbox-Studiosparte.

Microsoft hatte in den vergangenen Jahren massiv investiert. Bethesda wurde übernommen, Activision Blizzard wurde übernommen, zahlreiche kleinere Teams wurden in Xbox Game Studios integriert. Nun scheint die Sparte aber genau dort anzusetzen, wo Spiele zwar kreativ auffallen, aber nicht zwingend riesige Umsatzmaschinen sind.

South of Midnight macht den Fall besonders bitter

Gerade Compulsion Games wäre ein bitterer Fall. South of Midnight war kein typischer Blockbuster, aber eines der auffälligsten Xbox-Projekte der vergangenen Jahre. Das Spiel setzte auf eine starke künstlerische Identität, Südstaaten-Folklore, Stop-Motion-Ästhetik und eine deutlich andere Atmosphäre als die üblichen großen Action-Marken.

Genau solche Spiele braucht eine Plattform eigentlich, wenn sie mehr sein will als nur eine Sammlung sicherer Marken. Compulsion stand für eine Art von Xbox-Spiel, die nicht aus der Franchise-Schablone kam.

Dass nun ausgerechnet dieses Studio angeblich gefährdet sein soll, wirkt deshalb wie ein Signal: Kreative Eigenständigkeit allein reicht intern offenbar nicht mehr, wenn die Zahlen nicht groß genug sind.

Für Xbox-Fans wäre das besonders frustrierend, weil Microsoft solche Studios gerne in Showcases präsentiert. Sie sorgen für Abwechslung, Charakter und das Gefühl, dass die Plattform mehr bietet als Halo, Forza, Gears und Bethesda-Marken. Wenn diese Teams dann kurz nach ihren Projekten vor dem Aus stehen, entsteht ein ziemlich unangenehmer Widerspruch.

Arkane wäre ein noch größeres Warnsignal

Noch schwerer wiegt der Name Arkane. Das Studio gehört seit Jahren zu den wichtigsten Namen im Immersive-Sim- und Action-Adventure-Bereich. Dishonored, Deathloop und Prey stehen für cleveres Leveldesign, spielerische Freiheit und eine Handschrift, die man in großen AAA-Produktionen selten findet.

Zwar wurde Arkane Austin bereits 2024 geschlossen, doch Arkane Lyon arbeitet weiterhin an Marvel’s Blade. Dieses Projekt gilt als eines der spannendsten kommenden Bethesda-Spiele. Sollte auch Arkane Lyon tatsächlich in Gefahr sein, würde das nicht nur Fragen zur Zukunft des Studios aufwerfen, sondern auch zu Blade selbst.

Microsoft müsste dann erklären, was mit einem bereits angekündigten Marvel-Spiel passiert, wenn das verantwortliche Studio intern plötzlich unsicher dasteht. Wird das Projekt fortgeführt? Wird es verschoben? Wird das Team erhalten, aber verkleinert? Oder wird nur über mögliche Szenarien gesprochen, ohne dass bereits eine Entscheidung gefallen ist?

Aktuell gibt es dazu keine offizielle Antwort.

Die Xbox-Strategie wird immer schwerer zu lesen

Das eigentliche Problem ist nicht nur die mögliche Schließung einzelner Studios. Es ist die Signalwirkung.

Erst präsentiert Xbox neue Spiele, neue Multiplattform-Pläne und einen Showcase, der vielen Fans wieder Hoffnung gemacht hat. Kurz danach häufen sich Berichte über Entlassungen, Budgetkürzungen, Studio-Verkäufe und mögliche Schließungen.

Bei Ninja Theory wirkt das besonders absurd, weil Senua gerade erst als neues großes Projekt angekündigt wurde – inklusive PS5-Version. Bei Compulsion Games trifft es ein Studio, das mit South of Midnight erst kürzlich ein auffälliges First-Party-Spiel geliefert hat. Bei Arkane würde es ein Team treffen, das mit Blade eigentlich eines der wichtigsten kommenden Xbox/Bethesda-Projekte entwickelt.

Dadurch entsteht der Eindruck, dass Xbox gerade zwei Botschaften gleichzeitig sendet: Nach außen will man Stärke, Vielfalt und neue Spiele zeigen. Intern scheint aber ein harter Sparkurs zu laufen, bei dem genau diese Vielfalt zur Disposition steht.

Für Fans und Entwickler ist das ein schlechtes Zeichen

Für Spieler ist die Lage unschön, weil die Zukunft mehrerer angekündigter oder erwarteter Projekte unklar wird. Für Entwickler ist sie noch härter. Wenn Teams kurz nach Releases, Auszeichnungen oder großen Showcase-Auftritten um ihre Existenz bangen müssen, zeigt das, wie brutal die Branche aktuell geworden ist.

Besonders kleinere und mittelgroße Studios geraten unter Druck. Sie entwickeln Spiele mit eigener Handschrift, liefern nicht immer riesige Verkaufszahlen, machen eine Plattform aber interessanter. Genau diese Teams scheinen jetzt besonders verwundbar zu sein.

Das erinnert an frühere Xbox-Entscheidungen wie die Schließung von Tango Gameworks, die damals schon für massive Kritik sorgte. Auch dort traf es ein Studio, das mit Hi-Fi Rush gerade erst ein gefeiertes Spiel veröffentlicht hatte.

Wenn Microsoft nun erneut mehrere kreative Teams streicht oder ausgliedert, dürfte die Kritik noch deutlich größer ausfallen.

Noch ist nichts offiziell entschieden

Wichtig bleibt: Microsoft hat die angeblichen Schließungen von Compulsion Games oder Arkane Lyon bislang nicht offiziell bestätigt. Auch bei Ninja Theory ist der genaue Stand weiter unklar.

Es ist möglich, dass einige Studios noch gerettet werden. Denkbar sind Verkäufe, Ausgliederungen, neue Partner oder interne Lösungen. Es ist aber ebenso möglich, dass Microsoft bereits weitreichende Entscheidungen vorbereitet und die nächsten Wochen Klarheit bringen.

Der Zeitpunkt passt zu den bisherigen Berichten: Mehrere Quellen erwarten größere Maßnahmen nach dem Ende des Microsoft-Geschäftsjahres am 30. Juni.

Bis dahin bleibt die Lage angespannt.

Xbox riskiert den Verlust seiner spannendsten Studios

Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre das für Xbox ein schwerer Schlag. Nicht unbedingt, weil Compulsion Games, Ninja Theory oder Arkane die größten Umsatzbringer der Plattform sind. Sondern weil sie für etwas stehen, das Xbox dringend braucht: kreative Identität.

Eine Plattform lebt nicht nur von sicheren Blockbustern und Service-Spielen. Sie lebt auch von Studios, die anders denken, ungewöhnliche Welten bauen und Projekte liefern, die nicht wie jede andere AAA-Produktion aussehen.

Genau diese Studios könnten nun zu Opfern eines Sparkurses werden.

Nach Ninja Theory stehen damit offenbar weitere Namen im Raum. Und je mehr Details bekannt werden, desto deutlicher wirkt der aktuelle Xbox-Umbau nicht wie eine normale Umstrukturierung, sondern wie ein grundlegender Kurswechsel.

Für Fans von South of Midnight, Dishonored, Deathloop, Hellblade und dem kommenden Blade bleibt nur zu hoffen, dass Microsoft nicht ausgerechnet jene Studios verliert, die Xbox zuletzt noch ein eigenes Profil gegeben haben.

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei PlayCentral kümmert er sich mit viel Herzblut um alles, was zockt, kracht und Spaß macht. Sei es ein Blockbuster mit Millionenbudget oder ein Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt. Immer kritisch, meistens fair und manchmal leicht übermüdet vom letzten Games-Marathon.
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