Sony möchte verstärkt eigene Charaktermarken entwickeln und damit bis 2030 Milliardenumsätze erzielen. Mit der Suche nach einem neuen PlayStation-Maskottchen hat die Initiative allerdings wenig zu tun: Hinter dem Vorhaben steht die auf Lizenzen und Merchandise spezialisierte Sony Creative Products.
Nintendo besitzt Mario, Sega ist untrennbar mit Sonic verbunden und Sanrio vermarktet Hello Kitty rund um die Welt. Auch Sony möchte künftig stärker von eigenen, international bekannten Charaktermarken profitieren.
Dafür baut Sony Creative Products derzeit seine Kapazitäten zur Entwicklung eigener Figuren und Marken aus. Bis zum Geschäftsjahr 2030 sollen diese Charaktergeschäfte Berichten zufolge einen jährlichen Umsatz von zehn Milliarden Yen erreichen.
Das Unternehmen gehört vollständig zu Sony Music Entertainment Japan und beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit der Vermarktung bekannter Figuren. Zum Portfolio gehören unter anderem Peanuts, Peter Rabbit, Thomas & Friends, Pingu und die Sesamstraße.
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Diese Figuren sollen für Sony wachsen
Zu den Charakteren, die Sony künftig stärker ausbauen möchte, zählt Yofukashikuma no Nemu. Dabei handelt es sich um einen ständig müden Bären, der vor allem gestressten und erschöpften Menschen Trost spenden soll.
Die Figur konnte in Japan innerhalb eines Jahres mehr als 100.000 Follower gewinnen. Aufbauend auf dieser Reichweite sind unter anderem Merchandise, digitale Inhalte und weitere Medienformate denkbar.
Auch der Roboterhund aibo soll als Charaktermarke weiterentwickelt werden. Sony hat den Verkauf des aktuellen Modells in Japan zwar eingestellt, gleichzeitig aber ausdrücklich betont, dass die Marke fortgeführt und bereits an einem neuen Produkt gearbeitet wird.
Hinzu kommt Pingu, dessen Lizenz in Japan seit vielen Jahren von Sony Creative Products betreut wird. Der bekannte Pinguin ist allerdings keine neu von Sony geschaffene Figur, sondern eine bereits etablierte internationale Marke.
Keine Suche nach einem neuen PlayStation-Maskottchen
Die Pläne bedeuten nicht, dass Sony Interactive Entertainment nach einem Ersatz für Astro Bot sucht. Sony Creative Products ist im Musik- und Lizenzgeschäft des Konzerns angesiedelt und richtet seine Aktivitäten nicht speziell auf PS5-Spieler aus.
Im Mittelpunkt stehen vielmehr Figuren, die sich unabhängig von einer einzelnen Plattform über Merchandise, Videos, Animationen, Veranstaltungen und digitale Angebote vermarkten lassen. Spiele könnten Teil einer solchen Markenstrategie werden, stehen nach den bislang bekannten Informationen aber nicht im Zentrum.
Astro Bot bleibt derweil eines der bekanntesten aktuellen PlayStation-Gesichter. Der kleine Roboter entstand direkt innerhalb des Gaming-Geschäfts und ist eng mit der Hardware sowie der Geschichte der Marke PlayStation verbunden.
Sony möchte mehr eigene Marken entwickeln
Die Initiative passt zur übergeordneten Strategie des Sony-Konzerns. Dieser möchte künftig stärker eigene Inhalte und Marken aufbauen, sie über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg nutzen und deren Wert langfristig steigern.
Sony Creative Products hat dafür bereits 2024 eine eigene Abteilung zur Entwicklung und Akquise neuer Charakter-IPs geschaffen. Neben selbst entwickelten Figuren können dabei ebenfalls externe Marken übernommen oder im Auftrag anderer Bereiche des Konzerns gestaltet werden.
Ob aus Nemu, aibo oder einer bislang unbekannten Figur tatsächlich eine weltweit bekannte Marke im Stil von Hello Kitty entsteht, muss sich noch zeigen. Ein neuer Konkurrent für Mario oder Sonic auf der PlayStation ist damit jedenfalls vorerst nicht angekündigt.
Welcher Sony-Charakter hätte eurer Meinung nach das größte Potenzial für eine weltweit bekannte Marke?





