Die nächste Entlassungswelle im Spielebereich scheint nun auch Compulsion Games erreicht zu haben. Mehrere Entwicklerinnen und Entwickler des Xbox-Studios hinter South of Midnight und We Happy Few haben öffentlich gemacht, dass sie nicht länger bei dem Studio beschäftigt sind.
Eine offizielle Mitteilung von Microsoft oder Compulsion Games liegt bislang nicht vor. Die Berichte stützen sich unter anderem auf öffentliche Beiträge betroffener Entwicklerinnen und Entwickler sowie auf Medienberichte von Windows Central, GameSpot und DualShockers.
Compulsion Games offenbar von Entlassungen betroffen
Compulsion Games gehört seit 2018 zu den Xbox Game Studios. Bekannt wurde das kanadische Studio unter anderem durch Contrast, We Happy Few und zuletzt South of Midnight. Gerade letzteres galt für Xbox als eines der auffälligeren Exklusivspiele der vergangenen Jahre, weil es mit seinem Südstaaten-Folklore-Stil und einem klaren erzählerischen Fokus aus dem üblichen AAA-Einerlei herausstach.
Nun berichten mehrere Medien, dass Entlassungen bei Compulsion begonnen haben. Betroffen sein sollen Entwickler aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Narrative Design, 3D Environment Art, Character Concept Art und Dialogue Design. Eine genaue Zahl der gestrichenen Stellen ist derzeit nicht bekannt.
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Die Meldung kommt nur wenige Monate nach dem Release von South of Midnight. Das Spiel wurde von vielen Kritikerinnen und Spielern für Stil, Atmosphäre und Erzählung gelobt, scheint das Studio aber offenbar nicht vor Einschnitten bewahrt zu haben.
Studio-Schließung war bereits zuvor ein Thema
Die aktuellen Entlassungen stehen in einem größeren Kontext. Bereits zuvor hatten mehrere Berichte nahegelegt, dass Compulsion Games bei Xbox intern auf dem Prüfstand stehen könnte. Unter anderem war zeitweise sogar von einer möglichen Schließung des Studios die Rede.
Später hieß es, die Studioleitung befinde sich in Gesprächen mit Microsoft über die Zukunft von Compulsion Games. Was aus diesen Gesprächen geworden ist, wurde bislang nicht öffentlich bestätigt.
Deshalb ist aktuell wichtig zu trennen: Entlassungen bei Compulsion Games scheinen durch öffentliche Aussagen betroffener Mitarbeiter bestätigt zu sein. Eine komplette Schließung des Studios ist dagegen weiterhin nicht offiziell bestätigt.
Xbox steht vor einem größeren Umbau
Die Einschnitte bei Compulsion Games passen zu Berichten über einen größeren Umbau bei Xbox. Schon seit Wochen gibt es Hinweise auf weitere Sparmaßnahmen, mögliche Studio-Schließungen und eine strategische Neuausrichtung der Microsoft-Gaming-Sparte.
Xbox-Chefin Asha Sharma hatte gemeinsam mit Content-Chef Matt Booty zuletzt in einer internen Nachricht erklärt, dass Xbox in den vergangenen Jahren stark investiert habe, die Entwicklung aber nicht wie gewünscht verlaufen sei. Dabei war unter anderem von hohen Ausgaben, sinkenden Einnahmen außerhalb von Activision Blizzard King und einem überdehnten Studiosystem die Rede.
Entlassungen wurden in dieser Nachricht nicht direkt angekündigt. Mehrere Berichte, darunter Bloomberg, hatten aber schon damals vor einer größeren Kürzungsrunde nach dem Ende des Microsoft-Geschäftsjahres gewarnt.
South of Midnight konnte Compulsion offenbar nicht schützen
Für Fans von South of Midnight ist die Nachricht besonders ernüchternd. Das Action-Adventure war eines der Spiele, mit denen Xbox zuletzt wieder stärker eigene kreative Identität zeigen wollte. Statt des nächsten sicheren Blockbusters setzte Compulsion auf eine ungewöhnliche Welt, ein klares Artdesign und eine sehr eigene Tonalität.
Dass ausgerechnet dieses Studio nun von Entlassungen betroffen ist, dürfte die Diskussion über Xbox’ Studio-Strategie weiter anheizen. Microsoft hat in den vergangenen Jahren massiv in Studios und Marken investiert, steht aber zugleich immer wieder wegen Kürzungen, eingestellter Projekte und unsicherer Studio-Zukünfte in der Kritik.
Noch ist unklar, wie es mit Compulsion Games weitergeht. Sicher ist nur: Nach Bungie bei Sony trifft die nächste schlechte Nachricht nun offenbar ein weiteres bekanntes Studio – und der Sommer 2026 bleibt für viele Entwicklerinnen und Entwickler in der Branche brutal.





