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Pragmata stärkt Capcoms PC-Kurs: Steam liegt laut Analysten vor PS5 und Xbox

Capcoms neues Sci-Fi-Abenteuer Pragmata ist offenbar nicht nur ein Kritikererfolg, sondern auch ein wichtiger Baustein für die wachsende PC-Strategie des Publishers. Laut aktuellen Schätzungen von Alinea Analytics hat Capcoms Spieleportfolio auf Steam im laufenden Jahr bereits rund 389 Millionen US-Dollar Bruttoumsatz erzielt.

Der PC rückt damit noch stärker ins Zentrum, was auch zu Aussagen aus Capcoms Investor Relations passt: Im dritten Geschäftsquartal erklärte das Unternehmen, dass PC-Verkäufe inzwischen etwa 50 Prozent der gesamten Absatzmenge ausmachen und der Anteil weiter steigen soll.

Pragmata legt einen starken Start hin

Offiziell hat Capcom bestätigt, dass Pragmata innerhalb von zwei Tagen die Marke von 1 Million verkauften Einheiten weltweit überschritten hat. Das Spiel erschien am 17. April und wurde vom Unternehmen selbst als neue IP mit einem „starken Start“ beschrieben.

Alinea Analytics geht bei den tatsächlich an Spieler verkauften Einheiten noch stärker ins Detail. Demnach soll Pragmata auf Steam rund 574.000 Exemplare verkauft haben, was laut der Analyse knapp 30 Millionen US-Dollar Bruttoumsatz entspräche.

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Für die PS5 nennt Alinea einen Wert von knapp 300.000 Einheiten, während die Xbox-Version unter 100.000 Stück liegen soll.

Sollte diese Schätzung zutreffen, würde die PC-Version aktuell vor den kombinierten Verkäufen von PS5 und Xbox Series X|S liegen. Diese Zahlen sind allerdings keine offiziellen Verkaufsangaben von Capcom, sondern Modellrechnungen eines Marktdaten-Anbieters.

Steam wird für Capcom immer wichtiger

Dass Capcom den PC inzwischen als Schlüsselmärkte betrachtet, ist nicht neu, bekommt durch Pragmata aber zusätzliche Schärfe. In einem offiziellen Q&A zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 erklärte Capcom, dass PC-Verkäufe bereits ungefähr die Hälfte aller verkauften Einheiten ausmachen.

Bereits im Geschäftsbericht zum abgelaufenen Fiskaljahr hatte das Unternehmen zudem festgehalten, dass der PC-Anteil über 50 Prozent der Gesamtabsätze erreichte. Capcom kündigte an, die eigene PC-Entwicklung weiter zu stärken.

Die Analysten von Alinea sehen darin einen zentralen Grund für Capcoms starkes Jahr auf Steam. Den Löwenanteil des bisherigen Umsatzes 2026 soll Resident Evil Requiem beisteuern. Laut Alinea entfielen rund 45 Prozent von Capcoms Steam-Umsatz 2026 auf diesen Titel, also etwa 174 Millionen US-Dollar.

Gleichzeitig soll auch der Backkatalog enorm wichtig bleiben: Ältere Resident Evil-Spiele, die bereits mindestens ein Jahr auf dem Markt sind, sollen laut Alinea weitere 29 Prozent beziehungsweise rund 113 Millionen US-Dollar eingebracht haben.

Warum Pragmata auf dem PC so gut funktioniert

Der starke Start von Pragmata dürfte mehrere Gründe haben. Zum einen profitierte das Spiel von Capcoms aktuellem Ruf. Zum anderen verwies Alinea darauf, dass eine bereits im Dezember veröffentlichte Demo die Aufmerksamkeit spürbar erhöht habe. Laut der Analyse seien die Steam-Wunschlisten damals um fast 500.000 Einträge gestiegen.

Dazu kommt der vergleichsweise niedrigere Einstiegspreis von 60 US-Dollar, also unterhalb des inzwischen oft üblichen 70-Dollar-Niveaus bei großen AAA-Neuerscheinungen.

Auch bei der Resonanz sieht es gut aus. Auf der Steam-Seite wird Pragmata derzeit mit „Overwhelmingly Positive“ geführt. Zum Zeitpunkt der Abfrage lag die Zustimmung bei 97 Prozent aus 6.057 englischsprachigen Rezensionen.

Auch bei der Kritik kommt Pragmata gut an. Auf OpenCritic wird das Spiel aktuell mit einem „Mighty“-Rating geführt, während sich auch auf Metacritic eine starke Durchschnittswertung abzeichnet. Das unterstreicht, dass Capcom hier nicht nur kommerziell, sondern auch qualitativ überzeugt.

Capcom profitiert von Vertrauen in die eigene Marke

Interessant ist auch der Blick auf die Überschneidungen mit anderen Capcom-Spielen. Laut Alinea haben auf PlayStation 58,4 Prozent der Pragmata-Spieler auch Resident Evil Requiem gespielt. Auf Steam soll die Überschneidung bei 42,9 Prozent liegen.

Außerdem sollen rund 42 Prozent der Pragmata-Spieler zuvor viel Zeit mit Monster Hunter Wilds verbracht haben. Das spricht dafür, dass Capcom bei neuen Marken stark von seiner bestehenden Fanbasis profitiert und das Firmenlogo für viele Käufer inzwischen selbst eine Art Qualitätssiegel geworden ist.

Ein starker Start von Pragmata

Pragmata ist für Capcom mehr als nur ein gelungener Launch einer neuen Marke. Das Spiel unterstreicht vor allem, wie wichtig der PC für den Publisher inzwischen geworden ist. Offiziell bestätigt sind bisher die 1 Million verkauften Einheiten in zwei Tagen und Capcoms klare Aussage, dass der PC längst ein Kernmarkt ist.

Die Detailzahlen von Alinea Analytics sind zwar mit Vorsicht zu lesen, zeichnen aber ein deutliches Bild: Pragmata scheint auf Steam aktuell stärker zu laufen als auf PS5 und Xbox zusammen. Sollte sich dieser Trend bestätigen, wäre das der nächste Beleg dafür, dass Capcoms Multiplattform-Strategie momentan sehr gut aufgeht.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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