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Steam: Entwickler sind enttäuscht, beklagen schlechte Verkaufszahlen

Von Wladislav Sidorov - News vom 23.03.2018 22:25 Uhr

Auf der „Game Developers Conference“ zeigen sich Entwickler enttäuscht von Valve. Die Vertriebsplattform Steam wäre mittlerweile überfüllt von schlechten und minderwertigen Spielen. Kaum jemand könnte gute Verkaufszahlen verzeichnen.

Mehr als 800 Spiele im Monat, teilweise 40 an einem Tag – so viel wird bei Steam inzwischen veröffentlicht. Kein Wunder, dass es immer schwerer wird, bei der gigantischen Menge hervorzustechen. Mehrere Entwickler zeigen sich auf der „Game Developers Conference“ nun enttäuscht über immer schlechtere Verkaufszahlen.

Mike Rose, der hinter dem durchaus erfolgreichen Rennspiel Descenders steckt, hielt auf der Fachmesse eine Präsentation, in der er die Sorgen von Indie-Studios aufgreift. Dabei nannte er auch einige interessante Zahlen, die ihm verschiedene Entwickler meldeten.

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Kaum Umsatz, kaum Verkäufe, kaum hochwertig

Die Verkaufszahlen der Spiele würden immer weiter zurückgehen, berichtet Rose. Grund dafür ist unter anderem die Einführung von Steam Direct, das die Toren ähnlich wie im App Store und bei Google Play für alle öffnete. Eine Qualitätskontrolle fände nicht mehr statt, teilweise werden Titel veröffentlicht, die nicht einmal funktionieren. Der Großteil der Titel sei qualitativ minderwertig. Wer gute Spiele entdecken möchte, hat nahezu keine Chance.

Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse kurz und bündig zusammen:

  • Steam machte 2017 insgesamt 4,3 Milliarden US-Dollar Umsatz, 2016 waren es noch 3,5 Milliarden
  • Seit Einführung von Steam Direct erscheinen täglich 35 Spiele, davor waren es 25
  • Das durchschnittliche Spiel verkaufte sich gerade einmal 100 mal (vor einem Jahr waren es 500)
  • Jedes Spiel macht durchschnittlich nur 280 US-Dollar Umsatz (vor einem Jahr waren es 2000)
  • Im ersten Monat kostet ein Spiel durchschnittlich 5 US-Dollar (vor einem Jahre waren es 7)

Rose sortierte die seiner Meinung nach qualitativ minderwertigen Spiele aus der Statistik heraus und kommt bei Games, die zumindest solide wären, auf die folgenden Daten:

  • Ein zumindest solides Spiel verkauft sich durchschnittlich 1000 mal
  • Es macht dabei durchschnittlich 10.000 US-Dollar Umsatz
  • Im ersten Monat kostet es abseits von Sales durchschnittlich 10 US-Dollar

Indie-Entwickler sind auch selbst Schuld

Mehr als 82 Prozent der Entwickler würden mit ihren Spieleverkäufen nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn verdienen. Rose gibt vielen Indies die Schuld dafür: Vielen gehe es nur darum, ihr Spiel möglichst schnell und kosteneffizient auf Steam zu veröffentlichen. Im letzten Jahr waren es satte 6000 Games, kaum eines wurde von Valve auf seine Qualität überprüft.

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Dass es dazu gekommen ist, sei auf die Bitte vieler Indie-Entwickler zurückzuführen. Diese hätten sich vor einigen Jahren darüber beschwert, dass Valve ihnen zu viele Hürden in den Weg stellen und sie aus unklaren Gründen blockieren würde. Mittlerweile sei Valve der Ansicht, dass die Konsumenten über den Erfolg und die Qualität eines Spiels entscheiden sollten und nicht man selbst.

Erfolg ist schwierig und nicht zu kalkulieren

Wer es wirklich schaffen und erfolgreich sein möchte, müsse zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und obendrein ein Spiel abliefern, dass qualitativ und inhaltlich überzeuge. Viele Indies versuchen jedoch, einfach nur alte Spielkonzepte und Erfolgsgeschichten aufzugreifen, um mit einem ähnlichen Titel ähnlich erfolgreich zu sein. Das klappe aber nur selten.

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Viele Indie-Entwickler und sogar etablierte Studios hätten ohnehin überzogene Erwartungen an den kommerziellen Erfolg ihrer Produkte. Rose empfiehlt ihnen, ihre eigentliche Projektion um die Hälfte zu schmälern. Ja, es stimme, dass PC-Spiele sich im Median schlecht verkaufen würden, was auch auf die Qualität und die schiere Menge an Titeln zurückzuführen sei. Selbst wenn man ein gutes Produkt vorweisen könnte, sollte man sich unter keinen Umständen darauf verlassen, denn auch hier sei nichts garantiert.

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