Der PS5-Exklusivtitel Saros hat zum Start nicht den ganz großen Durchmarsch hingelegt, doch bei Housemarque schrillen deswegen offenbar keine Alarmglocken. Das finnische Studio will weiter an seiner kompromisslosen Design-Philosophie festhalten und orientiert sich dabei bewusst am langfristigen Kurs von FromSoftware.
In den ersten zwei Wochen nach Release soll sich Saros laut Berichten rund 300.000 Mal verkauft haben. Für ein Spiel, das sich stark auf Tempo, Präzision und ein gnadenloses Projektilgewitter stützt, ist das zwar kein Totalausfall, aber eben auch kein Selbstläufer im Mainstream.
Das Spielgefühl als Markenkern
Warum bleibt Housemarque trotz Startschwierigkeiten seiner Linie treu? Weil Saros genau das liefern soll, wofür Fans das Studio seit Returnal feiern: ein intensives, hochkonzentriertes Action-Erlebnis, bei dem man sich Bewegungsmuster und Timing regelrecht antrainiert (zu unserem Test). Studioleiter und Mitbegründer Ilari Kuittinen beschreibt diesen Sog als Flow-Zustand, den das Team intern Bullet Ballet nennt.
Wenn man erst einmal in diesen Flow-Zustand kommt, entwickelt sich das, was wir ein Bullet Ballet nennen. Es wird einfach zur zweiten Natur und man taucht komplett in diese Welt ein.
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Saros gilt im Vergleich zu Returnal als etwas einsteigerfreundlicher, ohne seine Identität zu verlieren. Es bleibt ein rasantes Bullet-Hell-Actionspiel, das von dir klare Entscheidungen verlangt, Fehler bestraft und sich nicht dafür entschuldigt, dass es fordernd ist.
Der langsame Aufbau einer Community
Wie erklärt Housemarque die durchwachsene Anfangsdynamik? Das Studio verweist auf die Entwicklung von Returnal, das ebenfalls nicht sofort explodierte, sondern sich erst nach und nach über Mundpropaganda und Community-Diskussionen entfaltet hat. Brand Director Mikael Haveri erinnert daran, dass viele das Spiel erst mit der Zeit geknackt haben und genau daraus neue Aufmerksamkeit entstand.
Als wir Returnal auf den Markt brachten, kam der Stein erst etwas später ins Rollen. Ein großer Teil der Community hat das Spiel erst nach und nach für sich entschlüsselt, und das sickert dann meistens durch, sodass immer mehr Leute Interesse daran zeigen.
Das ist ein Ansatz, der in einer Release-Kultur voller Day-one-Hypes fast schon altmodisch wirkt. Housemarque setzt offenbar darauf, dass sich die Faszination des Systems erst dann richtig zeigt, wenn man drin ist und die Mechaniken nicht nur übersteht, sondern beherrscht.
FromSoftware als Blaupause für den langen Atem
Was meint Housemarque mit dem FromSoftware-Pfad? Kuittinen zieht einen direkten Vergleich zur Reise des japanischen Studios: über Jahre hinweg ein klares Profil schärfen, eine Fanbasis aufbauen und den Markt Stück für Stück an eine spezifische Art von Herausforderung gewöhnen. FromSoftware startete mit Nischenwerken wie Kings Field oder Demons Souls und landete später mit Elden Ring einen Megaerfolg mit über 30 Millionen Verkäufen.
Housemarque sieht sich dabei nicht als bereits gleichwertig, will aber denselben Spirit verfolgen: lieber konsequent bleiben als sich für kurzfristige Reichweite zu verbiegen. Der Kern der Aussage ist dabei ziemlich eindeutig: Der Markt soll lernen, warum diese Flow-Erlebnisse so besonders sind.
FromSoftware macht ein ähnliches Genre schon seit sehr langer Zeit und hat sich eine Fangemeinde aufgebaut. Wir haben jetzt zwei einzigartige Spiele auf dem Markt: Returnal und Saros. Das ist eine Art von neuer Erfahrung, an die man den Markt erst heranzuführen muss, damit die Leute sagen: Diese Flow-Zustände sind wirklich verdammt cool.
Wir maßen uns nicht an, auch nur annähernd so weit zu sein. Aber werden wir an unserem Kern festhalten und dem Markt weiterhin zeigen, dass dies die coolsten Spiele sind, die man spielen kann. Das ist unser Ziel.
Auch Haveri unterstreicht den Plan, nicht hektisch zu reagieren, sondern Schritt für Schritt weiterzugehen.
Wir werden dieses Ziel Schritt für Schritt erreichen.
Saros ist am 30. April 2026 exklusiv für PS5 erschienen. Wie seht ihr das: Soll Housemarque bei kompromisslosen Action-Spielen bleiben, oder wünscht ihr euch langfristig mehr Zugänglichkeit, selbst wenn dabei etwas vom Biss verloren geht? Schreibt es in die Kommentare.





