Battlefield 6 entwickelte sich zum größten Erfolg der gesamten Shooter-Reihe. Electronic Arts erreichte mit dem Spiel sämtliche festgelegten Qualitätsziele und belohnte seine Führungsetage im vergangenen Geschäftsjahr mit hohen Vergütungen. Gleichzeitig verloren zahlreiche Entwickler bei den beteiligten Studios ihre Arbeitsplätze. Besonders EA-Chef Andrew Wilson profitierte: Sein Vergütungspaket stieg auf fast 39 Millionen US-Dollar.
Andrew Wilson erhält fast 39 Millionen US-Dollar
Wie viel verdiente der Chef von Electronic Arts? Laut dem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Geschäftsbericht erhielt Andrew Wilson im Geschäftsjahr 2026 eine Gesamtvergütung von exakt 38.649.984 US-Dollar. Im vorherigen Jahr waren es noch rund 30,5 Millionen Dollar gewesen.
Das Paket setzte sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:
- 1,3 Millionen US-Dollar Grundgehalt
- rund 28,5 Millionen US-Dollar in Aktienzuteilungen
- 6,5 Millionen US-Dollar als erfolgsabhängige Barvergütung
- rund 2,4 Millionen US-Dollar für weitere Leistungen
Bei den knapp 39 Millionen Dollar handelt es sich somit nicht um einen reinen Battlefield-Bonus. Der Erfolg des Shooters war jedoch einer von mehreren Faktoren, anhand derer EA die Leistung seiner Führungskräfte bewertete.
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Laut dem Unternehmen erfüllte Battlefield 6 sämtliche Ziele für einen qualitativ hochwertigen Release. EA verweist dabei ausdrücklich auf positive Kritiken, stabile Server und eine insgesamt stabile Spielerfahrung. Auch Zwischenziele für kommende Veröffentlichungen seien erreicht worden.
Neben Battlefield flossen unter anderem die Entwicklung von EA Sports FC und Skate sowie die unternehmensweite Einführung generativer KI in die Bewertung ein.
EA-Führungskräfte kommen zusammen auf über 80 Millionen Dollar
Wurde nur Andrew Wilson mit einer hohen Vergütung belohnt? Auch vier weitere Mitglieder der EA-Führungsetage erhielten im Geschäftsjahr 2026 jeweils Millionenbeträge:
- Andrew Wilson, CEO: rund 38,65 Millionen US-Dollar
- Laura Miele, Präsidentin für Enterprise Development: rund 13,71 Millionen US-Dollar
- Stuart Canfield, Finanzvorstand: rund 11,32 Millionen US-Dollar
- Jake Schatz, Chief Legal Officer: rund 8,40 Millionen US-Dollar
- Mala Singh, Personalvorständin: rund 8,30 Millionen US-Dollar
Zusammengerechnet ergeben sich damit Vergütungspakete von mehr als 80 Millionen US-Dollar. Auch diese Beträge bestehen nicht ausschließlich aus ausgezahlten Boni, sondern aus Gehältern, Aktienzuteilungen, erfolgsabhängigen Zahlungen und weiteren Leistungen.
Besonders auffällig fällt der Vergleich mit der übrigen Belegschaft aus. Die mittlere jährliche Vergütung eines EA-Mitarbeiters lag laut Geschäftsbericht bei 126.612 US-Dollar. Andrew Wilson erhielt damit das 305-Fache dieses Betrags.
Allerdings bedeutet eine ausgewiesene Aktienzuteilung nicht zwangsläufig, dass der gesamte Betrag unmittelbar ausgezahlt wurde. Teile der Vergütung sind an Fristen, die weitere Beschäftigung im Unternehmen oder langfristige Leistungsziele gebunden.
Entwickler verloren trotz des Erfolgs ihre Arbeitsplätze
Warum sorgen die millionenschweren Vergütungen für Kritik? Im März 2026 bestätigte Electronic Arts Entlassungen innerhalb der Battlefield Studios. Von den Kürzungen waren Beschäftigte bei DICE, Criterion Games, Ripple Effect und Motive Studio betroffen – also bei genau den Teams, die an Battlefield 6 und seiner weiteren Unterstützung beteiligt waren.
EA bezeichnete den Schritt damals als organisatorische Neuausrichtung:
„Wir haben ausgewählte Änderungen innerhalb unserer Battlefield-Organisation vorgenommen, um unsere Teams besser auf das auszurichten, was unserer Community am wichtigsten ist.“
Wie viele Beschäftigte ihre Stellen verloren, gab der Publisher offiziell nicht bekannt. Medienberichte sprechen von ungefähr 300 betroffenen Mitarbeitern.
Die Entlassungen erfolgten nur wenige Monate nach dem bislang erfolgreichsten Battlefield-Start. Battlefield 6 verkaufte sich innerhalb der ersten drei Tage mehr als sieben Millionen Mal und wurde von EA als größter Launch der Seriengeschichte bezeichnet.
Die veröffentlichten Zahlen erzeugen daher ein schwieriges Bild: Die Arbeit der Studios trug nachweislich dazu bei, dass EA seine Unternehmensziele erreichte und hohe erfolgsabhängige Vergütungen ausschütten konnte. Vor Stellenstreichungen schützte dieser Erfolg die beteiligten Entwickler dennoch nicht.
Eine direkte Rechnung, nach der die Vorstandsvergütungen stattdessen eine bestimmte Zahl von Arbeitsplätzen hätten retten können, wäre allerdings zu stark vereinfacht. Aktienzuteilungen, Personalkosten und langfristige Unternehmensentscheidungen lassen sich nicht unmittelbar miteinander verrechnen. Der Kontrast zwischen gefeiertem Produkterfolg, steigender Chefvergütung und kurz darauf erfolgten Entlassungen bleibt trotzdem deutlich.
Wie bewertet ihr die hohen Vergütungen angesichts der Entlassungen bei den Battlefield Studios?





