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Senua statt Project Mara: Ninja Theory stellt Horror-Projekt ein, um Hellblade größer zu denken

Nach der überraschenden Ankündigung von Senua beim Xbox Games Showcase 2026 gibt Ninja Theory nun einen tieferen Einblick in die Zukunft des Studios. Das neue Spiel ist kein klassisches Hellblade 3, sondern ein deutlich größer angelegtes Action-Adventure mit mehr spielerischer Freiheit, mehr Kämpfen, mehr Erkundung und einer zusammenhängenderen Welt.

Gleichzeitig hat diese Neuausrichtung einen Preis: Project Mara wird nicht weiterentwickelt. Das experimentelle Horror-Spiel, das ursprünglich eine besonders realistische Darstellung von psychologischem Terror bieten sollte, wurde offiziell eingestellt.

Studio-Head Dom Matthews erklärte, dass Ninja Theory das gesamte Team auf Senua konzentriert. Alle 85 Kreativen des Studios arbeiten nun gemeinsam an dem neuen Projekt. Diese Entscheidung sei nicht leicht gefallen, soll aber dabei helfen, das volle Potenzial von Senua auszuschöpfen.

Senua ist kein Hellblade 3

Obwohl Senua direkt an die Ereignisse von Hellblade: Senua’s Sacrifice und Senua’s Saga: Hellblade 2 anschließt, trägt das neue Spiel bewusst nicht den Namen Hellblade 3.

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Ninja Theory will damit zeigen, dass es sich um eine neue Art von Spiel handelt. Matthews beschreibt Senua als „vollwertiges Action-Adventure“. Der Kern der Hellblade-Reihe soll erhalten bleiben: intime Erzählung, hohe Produktionswerte, starke Atmosphäre und Senuas Wahrnehmung der Welt.

Gleichzeitig soll das neue Spiel aber deutlich mehr klassische Gameplay-Elemente bieten. Dazu gehören ein erweitertes Kampfsystem, mehr Rätsel, mehr Bewegungsfreiheit und eine Welt, die stärker zum Erkunden einlädt.

Ninja Theory reagiert damit auch auf Kritik an Hellblade 2. Viele Spieler lobten Präsentation, Story, Stimmung und Inszenierung, wünschten sich aber mehr spielerische Tiefe und mehr eigene Handlungsmöglichkeiten.

Mehr Kämpfe, mehr Freiheit, mehr Erkundung

Senua soll spielerisch deutlich breiter werden als die beiden Vorgänger. Ninja Theory spricht von einem relativ ausgewogenen Mix aus Kampf, Fortbewegung und Rätseln.

Das Kampfsystem bleibt wuchtig und direkt, wird aber erweitert. Senua kann nun gegen mehrere Gegner gleichzeitig kämpfen, verschiedene Waffen nutzen, Gegner aus der Distanz ausschalten und die Umgebung stärker einbeziehen.

Im Trailer waren unter anderem kurze Äxte, lange Äxte, Dual-Wielding und Wurfwaffen zu sehen. Dazu kommen spezielle Fokus-Fähigkeiten, mit denen Senua ihre Realität beeinflussen kann. Diese Fähigkeiten sollen nicht nur im Kampf, sondern auch bei Rätseln und der Erkundung eine Rolle spielen.

Auch Stealth wird wichtiger. Spieler können Gegner heimlich ausschalten oder sich entscheiden, direkt in den Kampf zu gehen. Ninja Theory nennt als zentrales Schlagwort „tactical choice“ – also mehr taktische Entscheidungen im Umgang mit Gegnern und Situationen.

Keine Open World, aber eine größere zusammenhängende Welt

Senua wird kein Open-World-Spiel. Trotzdem soll die Welt deutlich offener wirken als in Hellblade 2.

Laut Matthews ist die Karte etwa doppelt so groß wie in Hellblade 2. Es handelt sich um eine einzelne, zusammenhängende Map mit miteinander verbundenen Orten. Die Geschichte bleibt linear, doch Spieler sollen bekannte Bereiche erneut besuchen und mehr Zeit damit verbringen können, die Umgebung zu erkunden.

Erkundung soll belohnt werden. Ninja Theory will Spieler dazu bringen, genauer hinzusehen und auf Details zu achten. Manche Dinge in der Welt können später durch Senuas neue Wahrnehmung oder Fähigkeiten eine andere Bedeutung bekommen.

Auch die Fortbewegung wird ausgebaut. Senua kann schneller unterwegs sein, häufiger klettern, springen, Hindernisse überwinden und vertikalere Umgebungen erkunden. Kurz gesagt: weniger extrem lineare Pfade, mehr Spielraum innerhalb einer klar erzählten Geschichte.

Project Mara wird eingestellt

Die größte Nachricht abseits von Senua betrifft Project Mara. Das experimentelle Horror-Spiel wurde bereits 2020 angekündigt und sollte ein besonders realistisches, wissenschaftlich fundiertes Psychohorror-Erlebnis werden.

Das Konzept klang damals ungewöhnlich ambitioniert: Project Mara sollte in einer einzigen fotorealistisch nachgebauten Wohnung spielen und mentalen Terror möglichst glaubwürdig darstellen. Ninja Theory arbeitete dafür unter anderem mit klinischen Neurowissenschaftlern zusammen und experimentierte mit extrem detaillierter Umgebungserfassung.

Nun ist klar: Das Projekt wird nicht fortgeführt.

Matthews erklärte, er habe die Entscheidung getroffen, Project Mara nicht weiterzuentwickeln, damit das gesamte Studio an Senua arbeiten kann. Nach Hellblade 2 habe man Technologie, Pipeline und Teamstruktur so weit gebracht, dass Ninja Theory nun ein größeres Spiel stemmen könne. Dafür sollten die Ressourcen aber gebündelt werden.

Für Fans von Project Mara ist das natürlich bitter. Gleichzeitig ist nachvollziehbar, warum ein vergleichsweise kleines Studio mit 85 Kreativen nicht parallel ein ambitioniertes Horror-Experiment und ein größeres Action-Adventure auf höchstem Produktionsniveau stemmen will.

Senua spielt nach Hellblade 2

Storytechnisch ist Senua nach den Ereignissen von Hellblade 1 und Hellblade 2 angesiedelt. Das Spiel führt die Protagonistin in eine Vision des Fegefeuers, die aus ihrer Kindheitsheimat geformt ist.

Senua ist zwischen Leben und Tod gefangen und sucht nach einem Weg ins Jenseits, um mit den Menschen wiedervereint zu werden, die sie geliebt und verloren hat. Dabei geht es erneut um ihre Psychose, ihre Wahrnehmung der Welt und ihren inneren Kampf.

Ninja Theory betont aber, dass Senua auch für neue Spieler funktionieren soll. Wer die bisherigen Hellblade-Spiele kennt, wird bekannte Themen, Figuren und Motive wiederfinden. Gleichzeitig soll die Geschichte so erzählt werden, dass Neueinsteiger den Titel ebenfalls verstehen können.

Warum Senua schon 2027 erscheint

Überraschend ist auch der vergleichsweise kurze Abstand zu Hellblade 2. Senua’s Saga: Hellblade 2 erschien 2024, Senua soll bereits 2027 folgen.

Matthews erklärt, dass Ninja Theory nach Hellblade 2 über die nötige Technologie, Pipeline und klare Vision verfügt habe. Schon im September 2024 habe das Studio mit der Arbeit an Senua begonnen.

Das Ziel sei nicht, ein Spiel überstürzt zu veröffentlichen. Vielmehr wolle Ninja Theory häufiger Spiele abliefern, ohne dabei die eigene Qualität aus den Augen zu verlieren. Kleinere, fokussierte Entwicklungszeiträume sollen dem Studio außerdem erlauben, kreative Risiken einzugehen.

Senua erscheint 2027 auch für PS5

Senua erscheint 2027 für Xbox Series X|S, Xbox auf PC, Cloud, Steam und PlayStation 5. Außerdem ist das Spiel direkt zum Launch im Xbox Game Pass enthalten und unterstützt Xbox Play Anywhere.

Damit gehört auch Ninja Theorys neues Projekt zu den Xbox-Titeln, die nicht nur auf Microsoft-Plattformen erscheinen. Für PlayStation-Spieler ist das besonders interessant, denn die Hellblade-Reihe hatte schon früher eine enge Verbindung zur PS4, bevor Ninja Theory von Microsoft übernommen wurde.

Mit Senua versucht das Studio nun offenbar den Spagat: Die emotionale und psychologische Identität von Hellblade bleibt erhalten, aber das Gameplay wird deutlich breiter aufgestellt.

Ob das am Ende eher Hellblade-Fans glücklich macht oder neue Action-Adventure-Spieler abholt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Ninja Theory setzt alles auf diese Karte – sogar Project Mara.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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