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81-Jährige Minecraft-Oma wird beim Streamen Opfer von Swatting

Eigentlich wurde GrammaCrackers in den vergangenen Monaten zu einer der schönsten Geschichten der Gaming-Community. Die 81-jährige Sue Jacquot begann damit, Minecraft zu spielen, um sich mit ihren Enkeln zu verbinden und mit ihrem YouTube-Kanal Geld für die Krebsbehandlung ihres Enkels Jack zu sammeln. Inzwischen ist aus dem harmlosen Minecraft-Projekt aber auch eine erschreckende Erinnerung daran geworden, wie gefährlich Online-Bekanntheit sein kann.

Die Streamerin wurde laut mehreren Berichten Opfer eines sogenannten Swatting-Angriffs. Dabei wird absichtlich ein falscher Notruf abgesetzt, um schwer bewaffnete Einsatzkräfte zu einer unschuldigen Person zu schicken.

Polizei rückt während des Streams an

Der Vorfall soll sich am Abend des 18. Mai 2026 während eines Livestreams ereignet haben. Es betraten bewaffnete Polizisten den Raum, während der Stream noch lief. GrammaCrackers befand sich zu diesem Zeitpunkt offenbar in einer 24/7-Streaming-Aktion und kehrte am nächsten Tag zurück, um mit ihrer Community über den Vorfall zu sprechen.

Ihr Enkel berichtete demnach, dass rund 20 Polizeiwagen, mehrere SWAT-Fahrzeuge beziehungsweise SWAT-Beamte sowie Drohnen vor Ort gewesen seien.

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Sue Jacquot selbst schilderte die Situation später erstaunlich gefasst. Sie habe geschlafen, als die Polizei ins Haus kam. In ihrem anschließenden Video betonte sie, dass die Beamten freundlich zu ihr gewesen seien und sie sich trotz der surrealen Situation gut behandelt gefühlt habe.

Hinter GrammaCrackers steckt eine besondere Minecraft-Geschichte

Bekannt wurde GrammaCrackers nicht durch Drama, sondern durch eine ziemlich rührende Idee. Sue Jacquot aus Arizona begann mit Minecraft, um ihren Enkeln näherzukommen. Daraus entstand ein YouTube-Kanal, dessen Einnahmen zur Unterstützung der Behandlung ihres Enkels Jack gedacht waren. Jack kämpfte gegen ein aggressives Sarkom und musste zahlreiche Chemotherapie-Behandlungen durchstehen.

Die Geschichte ging Anfang 2026 viral. Ihr Kanal wuchs rasant, die Community unterstützte die Familie über Videos, Livestreams und eine Spendenkampagne. Im Januar wurde bekannt, dass Jack inzwischen als krebsfrei gilt.

Umso absurder wirkt es, dass ausgerechnet eine ältere Streamerin, die mit Minecraft Geld für ihre Familie sammelt, Ziel eines solchen Angriffs wurde.

Swatting ist kein harmloser Streich

So gelassen GrammaCrackers auf den Vorfall reagierte, sollte man Swatting nicht verharmlosen. Der Begriff beschreibt falsche Notrufe, bei denen Täter versuchen, Polizei- oder Spezialeinheiten zu einer bestimmten Adresse zu schicken. Für Betroffene kann das extrem gefährlich werden, weil Einsatzkräfte im Ernstfall von einer akuten Bedrohung ausgehen.

In der Streaming-Szene gab es in den vergangenen Jahren immer wieder ähnliche Fälle. Besonders tragisch wurde ein Swatting-Fall aus dem Jahr 2017 bekannt, bei dem ein unbeteiligter Mann in Kansas von der Polizei erschossen wurde. Der Täter Tyler Barriss wurde später zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Der Fall von GrammaCrackers zeigt deshalb erneut, wie schnell Online-Bekanntheit auch Menschen treffen kann, die mit Gaming eigentlich nur etwas Positives verbinden. Für ihre Community dürfte immerhin beruhigend sein: Sue Jacquot blieb unverletzt und nahm den Vorfall nach außen mit bemerkenswert viel Humor.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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