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PlayStation kehrt offenbar zu Exklusivspielen zurück: Große Singleplayer-Titel sollen nicht mehr für PC erscheinen

In den vergangenen Jahren öffnete Sony seine einst streng gehüteten PlayStation-Exklusivtitel Schritt für Schritt für den PC. Spiele wie Horizon Zero Dawn, God of War, Marvel’s Spider-Man, Ghost of Tsushima oder The Last of Us fanden nachträglich ihren Weg auf Steam und in den Epic Games Store.

Doch diese Phase könnte nun zumindest für große Singleplayer-Spiele vorbei sein.

Wie unter anderem Bloomberg-Reporter Jason Schreier berichtet, soll Hermen Hulst, CEO der Studio Business Group bei Sony Interactive Entertainment, in einem internen Town-Hall-Meeting erklärt haben, dass narrative Singleplayer-Spiele von PlayStation künftig wieder exklusiv auf PlayStation-Hardware erscheinen sollen. Mehrere Medien greifen den Bericht inzwischen auf.

Keine PC-Versionen für Wolverine, Saros und Ghost of Yotei?

Besonders spannend ist dabei die Einschränkung auf narrative Singleplayer-Spiele. Gemeint sind also offenbar vor allem die großen Story-Produktionen der PlayStation Studios.

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SCOOP: PlayStation studio business CEO Hermen Hulst told staff in a town hall Monday morning that the company's narrative single-player games will now be PlayStation exclusive, confirming Bloomberg's reporting from earlier this year.Original story from March: www.bloomberg.com/news/article…

Jason Schreier (@jasonschreier.bsky.social) 2026-05-18T18:47:45.020Z

Sollte der Bericht stimmen, dürften kommende oder zuletzt veröffentlichte Titel wie:

  • Marvel’s Wolverine
  • Intergalactic: The Heretic Prophet
  • Ghost of Yotei
  • Saros

nicht mehr später für PC umgesetzt werden. Stattdessen würden sie dauerhaft an PlayStation-Konsolen gebunden bleiben. Laut The Verge soll Sony bei Online- und Multiplayer-Spielen jedoch weiterhin offener bleiben.

Damit würde Sony eine Strategie zurückdrehen, die 2020 mit der PC-Version von Horizon Zero Dawn deutlich sichtbarer wurde. Danach folgten immer mehr ehemalige PlayStation-Exklusivtitel für den PC.

Live-Service-Spiele bleiben offenbar eine Ausnahme

Ganz verschwinden dürfte PlayStation auf dem PC aber nicht. Der Bericht bezieht sich ausdrücklich auf Singleplayer-Spiele mit narrativem Fokus.

Live-Service- und Multiplayer-Projekte sollen demnach weiterhin auch für andere Plattformen erscheinen können. Dazu würden etwa Titel wie Marathon oder Marvel Tokon: Fighting Souls passen, die ohnehin stärker auf eine plattformübergreifende Spielerschaft ausgelegt sind.

Das wäre ein wichtiger Unterschied: Sony würde den PC also nicht komplett verlassen, sondern seine größten Story-Marken wieder stärker als Kaufargument für die PlayStation positionieren.

Warum ändert Sony offenbar die Strategie?

Offiziell hat Sony diese neue Linie bislang nicht in Form einer großen öffentlichen Ankündigung vorgestellt. Bereits Anfang des Jahres gab es allerdings Berichte, dass Sony bei PC-Ports vorsichtiger werden und unter anderem eine geplante PC-Version von Ghost of Yotei gestrichen haben soll.

Als mögliche Gründe gelten mehrere Faktoren: Einige PC-Ports sollen wirtschaftlich nicht die Erwartungen erfüllt haben, zudem verliert ein verspäteter PC-Release oft an Zugkraft, wenn die größte Aufmerksamkeit rund um den ursprünglichen Konsolenstart längst vorbei ist. Auch die Frage, wie stark PlayStation seine eigene Hardware über exklusive Inhalte verkaufen möchte, dürfte eine Rolle spielen.

Gerade im Vergleich zu Microsoft wäre das ein deutlicher Gegenentwurf. Während Xbox immer stärker auf PC, Cloud und Veröffentlichungen auf anderen Konsolen setzt, würde Sony bei seinen wichtigsten Singleplayer-Marken wieder stärker auf klassische Exklusivität setzen.

Für PC-Spieler wäre das ein harter Rückschritt

Für PC-Spieler wäre diese Entwicklung natürlich bitter. In den vergangenen Jahren hatte sich fast schon die Erwartung etabliert, dass große PlayStation-Spiele früher oder später auch für PC erscheinen. Die Wartezeit war zwar oft lang, aber die Tür stand zumindest offen.

Sollte Sony diese Tür nun wieder schließen, wären kommende Blockbuster wie Marvel’s Wolverine oder Intergalactic ein sehr klares Signal: Wer diese Spiele erleben möchte, braucht eine PlayStation.

Für Sony könnte sich das kurzfristig lohnen, weil exklusive Spiele wieder stärker als Argument für die eigene Konsole funktionieren. Gleichzeitig gibt das Unternehmen aber einen Markt auf, der zuletzt immer wichtiger wurde – und verärgert eine Spielerschaft, die sich inzwischen an PlayStation-Veröffentlichungen auf dem PC gewöhnt hat.

Was hinter Sonys möglicher Kehrtwende steckt

Noch sollte man die Meldung vorsichtig einordnen, da Sony die neue Strategie bisher nicht öffentlich in einer klassischen Pressemitteilung bestätigt hat. Die Quelle ist mit Jason Schreier und Bloomberg allerdings sehr belastbar, und mehrere Medien berichten übereinstimmend über die Aussagen aus dem internen Meeting.

Sollte Sony diesen Kurs wirklich durchziehen, wäre das eine der deutlichsten strategischen Kehrtwenden der letzten Jahre: PlayStation würde seine großen Singleplayer-Spiele wieder als echtes Exklusivargument behandeln – und der PC müsste draußen bleiben.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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