Ausgerechnet Little Saint James, besser bekannt als Epstein Island, ist in Pokémon GO offenbar als digitaler Ort aufgetaucht. Berichte aus der Community sprechen von einem PokéStop mit dem Namen Sun Clock, also einer Sonnenuhr, an einem Platz, der weltweit mit schweren Vorwürfen und laufender Aufarbeitung verknüpft ist.
Dass ein Familien und Kinderfranchise ausgerechnet dort als Sammelpunkt für In-Game-Items auftaucht, wirkt wie ein ziemlich makabrer Fehltritt.
Die Meldungen kursieren schon länger, zuletzt aber wieder besonders laut, weil immer mehr Clips und Screenshots in sozialen Netzwerken und in Diskussionsthreads die gleiche Location zeigen. Spielerisch ist das zwar nur ein ganz normaler PokéStop, der ein paar Bälle und Tränke ausspuckt, aber der Kontext macht die Sache extrem unangenehm.
Alle Infos über den besagten PokéStop
Was wurde auf Epstein Island in Pokémon GO entdeckt? Laut mehreren Berichten gab es auf Little Saint James einen PokéStop, der auf die reale Sonnenuhr Sun Clock verweist. Diese Sonnenuhr existiert tatsächlich auf dem Gelände und fällt durch ein markantes, teils als unheimlich beschriebenes Gesichtsmotiv auf, das sich auch auf Satellitenbildern erkennen lässt.
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Mehrere unabhängige Hinweise ordnen den PokéStop zudem denselben Koordinaten zu, die in Kartendiensten für die Insel hinterlegt sind. In der Praxis bedeutet das: Wer den Punkt im Spiel gesehen hat, landete mit der Markierung genau dort, wo die Insel auch in der realen Welt liegt.
Wichtig dabei: Auf die Insel kommt man nicht einfach so. Die Berichte basieren darauf, dass Personen ihre GPS Position manipuliert haben, um sich virtuell an diesen Ort zu versetzen. Das ist laut Nutzungsbedingungen von Niantic untersagt, erklärt aber, warum dieser PokéStop überhaupt im Feed von Leuten auftauchte, die garantiert nicht vor Ort waren.

Warum dieser Ort überhaupt in Wayfarer landen konnte
Wie kann eine private Insel als PokéStop durchgehen? Der wahrscheinlichste Weg führt über Niantic Wayfarer, also das System, über das geeignete Orte als PokéStop oder Arena vorgeschlagen und von der Community bewertet werden. Gerade memeige oder provokante Einreichungen schaffen es immer wieder durch die Kontrolle, wenn genug Bewertungen zusammenkommen.
Eigentlich sind die Kriterien klar: Ein Ort soll öffentlich erreichbar sein und sicheren Fußgängerzugang bieten. Eine abgeschottete Privatinsel erfüllt das nicht. Genau deshalb wirkte es von Anfang an so, als wäre dieser PokéStop ein Kandidat für eine schnelle Entfernung, sobald er Aufmerksamkeit bekommt.
- Der Ort ist privat und nicht frei zugänglich.
- Ein sicherer Fußgängerzugang ist nicht gegeben.
- Der Kontext der Location ist gesellschaftlich extrem belastet.
- Die Sichtbarkeit entstand vor allem durch verbotene GPS Manipulation.
Niantic reagiert und entfernt den Eintrag
Was hat Niantic nach den Meldungen unternommen? Nach einer Anfrage bestätigte Niantic, dass der PokéStop aus dem Spiel entfernt wurde. Damit ist der Punkt auf der Insel nicht mehr als Sammelstelle für Items verfügbar. Für Pokémon GO ist das die erwartbare Reaktion, weil der Spot sowohl mit Blick auf den Zugang als auch auf die Außenwirkung kaum zu rechtfertigen war.
Zusätzlich zeigt der Fall, wie schnell reale Orte mit extrem negativer Historie durch Augmented Reality plötzlich als harmlose Spielelemente auftauchen können. Gerade bei einem Titel, der im Alltag von Familien genutzt wird, ist das ein Reputationsrisiko, das man nicht unterschätzen sollte.
Der unangenehme Beigeschmack rund um Pokémon und die Aktenlage
Welche Verbindung taucht in öffentlich gewordenen Dokumenten auf? In Unterlagen, die über Transparenzveröffentlichungen im Kontext der US Justiz bekannt wurden, findet sich eine E-Mail vom 13. Juli 2016. Darin wird Pokémon GO in einem Satz als Beispiel für ein frühes Augmented-Reality-Spiel erwähnt.
Schau dir Pokémon GO an, falls du es noch nicht kennst. Das ist eines der ersten Augmented Games.
Das ist weder ein Beleg dafür, dass auf der Insel Pokémon GO gespielt wurde, noch dass der PokéStop von dort aus eingereicht wurde. Trotzdem trägt allein diese Randnotiz dazu bei, dass das Thema online sofort eskaliert, weil sich ein harmloses Spiel mit einem Ort überschneidet, den viele lieber aus jeder Popkultur draußen halten würden.
Wie seht ihr das: Sollte Niantic bei notorisch problematischen Orten grundsätzlich strenger filtern, oder reicht es, solche PokéStops nach Meldungen schnell zu entfernen? Schreibt eure Meinung gern in die Kommentare.





