Die zweite Verschiebung von GTA 6 hat im vergangenen Herbst bei vielen Fans für Frust gesorgt. Statt im Mai 2026 soll Rockstars Open-World-Blockbuster nun am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series erscheinen. Take-Two-CEO Strauss Zelnick hat jetzt konkreter erläutert, warum es überhaupt dazu kam.
Im Kern geht es laut Zelnick nicht nur um den üblichen Anspruch, ein möglichst rundes, poliertes Spiel abzuliefern. Ein weiterer, zentraler Punkt sei die Verantwortung gegenüber den Menschen, die GTA 6 entwickeln und das offenbar schon seit sehr langer Zeit.
Take-Two setzt auf mehr Zeit statt auf letzten Drücker
Warum wurde GTA 6 auf November 2026 verschoben? Zelnick erklärte im Interview mit Business Insider, dass der zusätzliche Entwicklungszeitraum nicht allein dem Qualitätsziel dient. Take-Two habe die Verschiebung auch mit Blick auf Gesundheit und Stimmung innerhalb der Teams mitgetragen, die teils seit rund einem Jahrzehnt am nächsten Grand Theft Auto arbeiten.
Damit zeichnet Take-Two ein Bild, das in der Branche immer häufiger betont wird: Ein Release soll nicht um jeden Preis gehalten werden, wenn das bedeutet, dass die letzten Monate in eine extreme Belastungsphase kippen. GTA 6 ist als Blockbuster ohnehin ein Projekt, bei dem die Endphase traditionell besonders riskant für Überlastung ist.
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Zum jetzigen Stand bleibt es beim genannten Konsolen-Termin. Eine PC-Version soll etwas später folgen, weil Rockstar Games zunächst das Kernpublikum auf den Konsolen bedienen möchte.
Crunch soll kein Teil der Arbeitsweise mehr sein
Was ist der entscheidende Unterschied zu früher? Zelnick stellt die Verschiebung vor allem in den Kontext, dass Take-Two möglichen Crunch verhindern wolle. Als Crunch gelten Phasen kurz vor Fertigstellung, in denen Entwicklung und Qualitätssicherung teils zu massiven Überstunden gedrängt werden, um ein Projekt rechtzeitig fertigzubekommen.
Wie stark solche Zustände ausarten können, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Bei manchen Studios sind Berichte über 70 Stunden und mehr pro Woche über Wochen oder Monate bekannt. Für die finale Phase von Red Dead Redemption 2 standen sogar Aussagen im Raum, dass es vereinzelt bis zu 100 Stunden pro Woche gewesen sein sollen. Genau solche Szenarien, mit allen physischen, psychischen und privaten Folgen, wolle Take-Two laut Zelnick nicht mehr in Kauf nehmen.
Das ist ein bisschen wie damals im College. Ich habe nie eine Nachtschicht eingelegt, weil ich meine Hausaufgaben gut gemacht habe. Man macht seine Hausaufgaben, dann braucht man keine Nachtschicht.
Kritik an Rockstar India wirft Fragen zur Realität im Alltag auf
Welche Vorwürfe stehen den Aussagen von Take-Two gegenüber? Den Crunch-Aussagen Zelnicks steht Kritik eines ehemaligen Angestellten von Rockstar India in Bengaluru gegenüber. Anfang Mai beschrieb er auf Glassdoor demnach Arbeitsbedingungen, die nach erheblichen Überstunden klingen.
In der Bewertung heißt es unter anderem, es werde erwartet, unbezahlte Überstunden zu leisten. Außerdem sei der Zeitplan zuletzt extrem hektisch gewesen. Genannt wird auch der Vorwurf, dass ein Arbeitspensum, das normalerweise bis zu einem halben Jahr dauern würde, in zwei bis drei Monaten erledigt werden sollte. Dazu kommt die Aussage, einige Kolleginnen und Kollegen hätten bis 3 Uhr morgens gearbeitet, nachdem sie bereits ihre Morgenschicht absolviert hatten.
Rockstar Games und Take-Two Interactive haben sich zu diesen konkreten Vorwürfen bislang nicht geäußert. Offiziell bleibt damit vor allem die Linie, die Zelnick im Interview betont: mehr Zeit für Qualität und gleichzeitig mehr Rücksicht auf die Teams.
Wie steht ihr zur erneuten Verschiebung von GTA 6 auf November 2026: lieber warten und dafür weniger Crunch, oder wünscht ihr euch grundsätzlich verbindlichere Release-Pläne? Schreibt es gern in die Kommentare.





