Die Überraschung der gestrigen State of Play war für viele Spieler nicht etwa ein neues Remake oder ein unangekündigter Blockbuster, sondern die Enthüllung von God of War Laufey.
Erstmals in der Geschichte der Hauptreihe übernimmt nicht Kratos die Rolle des Protagonisten. Stattdessen rückt Faye – in der nordischen Saga als Laufey bekannt – ins Zentrum der Geschichte. Die Frau von Kratos und Mutter von Atreus war bislang vor allem eine wichtige Figur im Hintergrund der Handlung. Nun erhält sie ihr eigenes Abenteuer.
Die Reaktionen fallen jedoch deutlich gemischter aus als bei vielen anderen Ankündigungen der Show.
Viele Fans wollen weiterhin Kratos spielen
Wer einen Blick in die sozialen Netzwerke wirft, erkennt schnell ein wiederkehrendes Muster: Zahlreiche Fans haben weniger ein Problem mit Faye als Figur, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass Kratos offenbar nicht mehr die Hauptrolle spielt.
Magischen Merch entdecken! ✨
Zauberstäbe, Deko & Sammlerstücke – jetzt auf Zauberkram.de. 🧙♂️
Unter unserem Facebook-Beitrag sammelten sich innerhalb weniger Stunden fast 200 Kommentare. Viele Nutzer schreiben, dass God of War für sie untrennbar mit Kratos verbunden sei.
Ein Kommentar bringt die Stimmung vieler Kritiker auf den Punkt:
God of War ist Kratos. Und nur Kratos.
Andere vergleichen den Wechsel sogar mit dem Austausch des Sängers einer erfolgreichen Band. Das Franchise sei zwar noch dasselbe, fühle sich aber zunächst ungewohnt an.
Auch Wünsche nach einem neuen Abenteuer mit Kratos in der ägyptischen Mythologie werden häufig genannt. Viele Fans hatten nach Ragnarök genau auf diesen Schritt gehofft.
Andere begrüßen frischen Wind für die Reihe
Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Spieler, die den Mut von Santa Monica Studio ausdrücklich loben.
Mehrere Nutzer schreiben, dass sich die letzten beiden Teile trotz ihrer hohen Qualität sehr ähnlich angefühlt hätten. Eine neue Hauptfigur könne der Reihe genau den frischen Impuls geben, den sie jetzt brauche.
Auch Fayes Hintergrundgeschichte wird von vielen als spannender Ausgangspunkt angesehen. Schließlich war sie bereits vor den Ereignissen der nordischen Saga eine legendäre Kriegerin und spielte eine zentrale Rolle im Schicksal der Riesen.
Einige Fans sehen die Entscheidung sogar als logische Weiterentwicklung der Reihe. Schließlich endete die Geschichte von Kratos in Ragnarök für viele Spieler überraschend rund und abgeschlossen.
Die „Woke“-Debatte lässt nicht lange auf sich warten
Wie mittlerweile bei vielen großen Spieleankündigungen entwickelte sich schnell auch eine Diskussion über die weibliche Hauptfigur.
Während einige Nutzer die Entscheidung als unnötigen Bruch mit der Tradition kritisieren, werfen andere genau diesen Kritikern vor, voreilig zu urteilen oder jede weibliche Hauptrolle sofort als „woke“ abzutun.
Selbst unter den kritischen Stimmen richtet sich die Enttäuschung oft weniger gegen eine Frau als Protagonistin als vielmehr gegen die Wahl von Faye.
Immer wieder fällt der Vergleich zu Ciri aus The Witcher 4. Viele Spieler betonen, dass sie dort kein Problem mit einer weiblichen Hauptfigur hätten, weil die Figur über Jahre aufgebaut worden sei. Bei Faye fehle bislang eine ähnlich enge Bindung.
Santa Monica Studio setzt bewusst auf Faye
Die Entwickler selbst scheinen sich dieser Diskussion bewusst zu sein.
Im offiziellen PlayStation Blog beschreibt Santa Monica Studio Faye als eine der prägendsten Figuren der nordischen God-of-War-Saga. Ziel sei es, ihre Menschlichkeit, ihre Stärken und ihre Schwächen erstmals ausführlich zu erkunden. Die Geschichte führt sie nach ihrem Tod in das geheimnisvolle „Everywhen“, eine Art Jenseits der Götter, in dem Figuren verschiedener Mythologien aufeinandertreffen.
Gleichzeitig betont das Studio mehrfach, dass God of War: Laufey weiterhin alle Kernelemente der Reihe bieten soll: brutale Kämpfe, große Bossgegner, Erkundung und eine emotionale Geschichte.
Die eigentliche Herausforderung heißt Kratos
Unabhängig davon, wie gut God of War: Laufey am Ende wird, zeigt die erste Reaktion der Community vor allem eines:
Kratos ist längst mehr als nur ein Videospielcharakter.
Seit dem ersten Teil von 2005 steht er wie kaum eine andere Figur für seine Reihe. Entsprechend schwer wird es für jede neue Hauptfigur, aus seinem Schatten herauszutreten – egal ob Atreus, Faye oder irgendwann jemand ganz anderes.
Die große Frage lautet deshalb weniger, ob Faye eine gute Hauptfigur sein kann.
Sondern ob die Fans bereit sind, God of War auch einmal ohne Kratos zu akzeptieren.
Hat Santa Monica Studio mit Faye den richtigen Schritt gewagt oder hätte die Zukunft der Reihe eher Kratos oder Atreus gehören sollen?





