The Witcher könnte bald deutlich stärker in Richtung Multiplayer und Mobile gehen. Ein neuer Bericht spricht von einem bislang unangekündigten Koop-Action-RPG, das im Witcher-Universum spielen und für PC sowie Mobile erscheinen soll.
CD Projekt hat aktuell mehrere Projekte rund um The Witcher in Arbeit. Dazu gehören The Witcher 4, das Remake des ersten Teils und das bereits bekannte Multiplayer-Projekt mit dem Codenamen Sirius. Nun gibt es Hinweise auf ein weiteres oder zumindest anders gelagertes Witcher-Spiel, das die Marke in eine neue Richtung führen könnte.
Laut einem Bericht von MP1st handelt es sich um ein Free-to-Play-Koop-Action-RPG, das bislang nicht offiziell angekündigt wurde. Das Projekt soll für PC und Mobile geplant sein. Konsolenversionen werden in dem Bericht aktuell nicht erwähnt.
Noch ist Vorsicht geboten, denn CD Projekt hat diese Angaben bislang nicht bestätigt.
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Eigenen Hexer erstellen und gemeinsam Monster jagen
Besonders spannend sind die angeblichen Gameplay-Details. Dem Bericht zufolge soll das neue Witcher-Spiel nicht Geralt in den Mittelpunkt stellen, sondern den eigenen Charakter der Spieler.
Demnach erstellt man sich einen eigenen Hexer oder eine eigene Hexerin und zieht gemeinsam mit anderen Spielern los, um Aufträge anzunehmen und Monster zu jagen. Klassische Anpassungsoptionen wie Geschlecht und Aussehen sollen ebenfalls Teil des Spiels sein.
Damit würde das Projekt eine Idee aufgreifen, die viele Fans schon lange im Kopf haben: ein Witcher-Spiel, in dem man nicht nur Geralts Geschichte nachspielt, sondern selbst Teil einer Hexerschule wird.
Genau dieser Ansatz passt grundsätzlich gut zur Welt von The Witcher. Monsteraufträge, Vorbereitung, Tränke, Zeichen, Öle und gefährliche Kreaturen lassen sich vergleichsweise natürlich in ein Koop-System übertragen. Statt einer reinen Singleplayer-Reise könnte daraus ein Spiel entstehen, in dem Teams gemeinsam auf die Jagd gehen.
Schauplätze sollen typisch nach The Witcher klingen
Auch bei den Umgebungen soll das Spiel offenbar auf bekannte Stärken der Reihe setzen. Genannt werden düstere Wälder, lebendige Dörfer und verfluchte Ruinen.
Das klingt zunächst wenig überraschend, trifft aber genau den Kern der Marke. The Witcher lebt von einer Welt, in der hinter fast jeder schönen Fassade etwas Grausames lauern kann. Ein friedliches Dorf kann von einem Fluch geplagt sein, eine Ruine kann zur Falle werden und ein Wald ist selten einfach nur ein Wald.
Wenn das Projekt tatsächlich auf wiederholbare Koop-Aufträge setzt, könnten solche Orte die Grundlage für Missionen bilden: Spieler nehmen einen Vertrag an, verfolgen Spuren, bereiten sich vor und stellen sich am Ende einem Monster.
Das wäre im besten Fall näher an Monster Hunter als an einem klassischen Mobile-RPG mit simplen Auto-Kämpfen.
Kämpfe mit Zeichen, Tränken, Blocks und Paraden
Laut Bericht soll das Kampfsystem stärker auf Spielerkönnen setzen. Genannt werden gut getimte Blocks, Ausweichmanöver, Paraden und Hinrichtungen. Dazu sollen Fähigkeiten aus verschiedenen Hexerschulen kommen.
Auch Zeichen und Tränke sollen eine Rolle spielen. Das wäre wichtig, denn genau diese Elemente machen einen Hexer in der Vorlage aus. Ein Witcher-Spiel, das nur auf normale Nahkampfangriffe setzt, würde viel von seiner Identität verlieren.
Interessant ist vor allem die Idee verschiedener Hexerschulen. Dadurch könnte das Spiel unterschiedliche Builds ermöglichen. Ein Charakter könnte stärker auf schnelle Angriffe setzen, ein anderer auf Zeichen, ein weiterer auf Alchemie oder defensive Manöver.
Für ein Koop-Spiel wäre das eine naheliegende Struktur: verschiedene Rollen, verschiedene Spielstile und unterschiedliche Vorbereitung auf Monster.
Die Geschichte soll im Jahr 1230 spielen
Auch zur Handlung nennt der Bericht erste Details. Das Spiel soll im Jahr 1230 angesiedelt sein, also in einer Zeit, in der Geralt noch ein junger Hexer war.
Das ist ein cleverer Zeitraum. CD Projekt müsste sich dadurch nicht direkt an die Ereignisse der bekannten Spiele ketten und hätte trotzdem die Möglichkeit, die Welt mit bekannten Namen, Orten oder Konflikten zu verbinden.
Gleichzeitig wäre ein eigener Hexer-Charakter leichter erklärbar. Die Welt ist groß genug, um abseits von Geralt eigene Geschichten zu erzählen. Gerade für ein Multiplayer-Spiel wäre das vermutlich sogar notwendig, weil nicht jeder Spieler gleichzeitig „der eine Held“ sein kann.
Ist das Project Sirius oder ein anderes Witcher-Spiel?
Die große Frage lautet nun: Handelt es sich bei diesem Projekt um Project Sirius oder um ein separates Spiel?
CD Projekt hatte Project Sirius bereits vor einiger Zeit als neues Witcher-Spiel mit Singleplayer- und Multiplayer-Elementen angekündigt. Entwickelt wurde es ursprünglich bei The Molasses Flood, bevor das Studio enger in CD Projekt integriert wurde. Das Projekt hatte zwischenzeitlich eine schwierige Phase, wurde offenbar neu ausgerichtet und ist weiterhin nicht öffentlich vorgestellt worden.
Die neuen Angaben passen teilweise zu Project Sirius, aber nicht vollständig. MP1st beschreibt das Spiel als Free-to-Play-Koop-Action-RPG für PC und Mobile. Bisher war Project Sirius eher als Witcher-Spiel mit Multiplayer-Komponente bekannt, aber nicht konkret als Mobile- und PC-Free-to-Play-Titel.
Deshalb gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder handelt es sich tatsächlich um eine neue Ausrichtung von Project Sirius, oder CD Projekt arbeitet parallel mit einem anderen Partner an einem weiteren Witcher-Projekt.
Scopely-Partnerschaft macht den Mobile-Hinweis spannend
Besonders auffällig ist der Mobile-Fokus. CD Projekt hatte 2025 eine Partnerschaft mit Scopely angekündigt. Scopely ist vor allem für große Mobile-Projekte bekannt und arbeitet laut CD Projekt an einem Spiel auf Basis einer bestehenden CD-Projekt-IP.
Welche Marke dafür genutzt wird, wurde damals nicht verraten. Naheliegend wären The Witcher oder Cyberpunk.
Sollte der neue Bericht tatsächlich mit dieser Partnerschaft zusammenhängen, könnte CD Projekt versuchen, The Witcher deutlich stärker auf Smartphones zu etablieren. Das wäre allerdings nicht ohne Risiko.
Die Reihe hatte auf Mobile bereits gemischte Erfahrungen. GWENT funktionierte als Kartenspiel stark, während The Witcher: Monster Slayer nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder eingestellt wurde. Ein Free-to-Play-Koop-RPG wäre also ein deutlich größerer und ambitionierterer Versuch.
Free-to-Play dürfte bei Witcher-Fans für Diskussionen sorgen
Der Begriff Free-to-Play dürfte bei vielen Witcher-Fans sofort gemischte Gefühle auslösen. Die Hauptreihe steht für große Singleplayer-Rollenspiele, starke Geschichten, moralische Entscheidungen und hochwertige Erweiterungen. Ein kostenloses Koop-Spiel für PC und Mobile klingt erst einmal nach einer völlig anderen Zielgruppe.
Das muss nicht automatisch schlecht sein. Ein gutes Koop-Spiel im Witcher-Universum könnte funktionieren, wenn es die Monsterjagd ernst nimmt, faire Monetarisierung bietet und die düstere Atmosphäre der Vorlage respektiert.
Gleichzeitig liegt genau hier die Gefahr. Wenn das Projekt zu sehr nach Mobile-Grind, täglichen Aufgaben, Shop-Paketen und künstlichen Fortschrittsbremsen aussieht, dürfte die Reaktion der Community entsprechend kritisch ausfallen.
CD Projekt wird hier sehr genau erklären müssen, was dieses Spiel sein soll und was nicht.
CD Projekt jagt die Multiplayer-Idee schon lange
Spannend ist auch, dass Multiplayer für CD Projekt kein völlig neues Thema ist. Schon beim ersten Witcher-Spiel gab es intern offenbar Überlegungen zu Multiplayer-Features, die letztlich nie umgesetzt wurden. Später experimentierte das Studio mit Online- und Nebenprojekten wie GWENT, während größere Multiplayer-Pläne rund um Cyberpunk 2077 nach dessen schwierigem Launch zurückgestellt wurden.
Mit Project Sirius und möglichen weiteren Online-Projekten scheint CD Projekt diese Idee nun wieder stärker aufzugreifen.
Das ergibt strategisch Sinn. The Witcher 4 wird das große Singleplayer-RPG für die Kernzielgruppe. Ein Koop- oder Mobile-Spiel könnte daneben eine andere Zielgruppe erreichen und die Marke zwischen den großen Releases sichtbar halten.
Die Frage ist nur, ob Witcher-Fans genau das wollen.
Noch keine offizielle Ankündigung
Aktuell bleibt der Bericht ein Leak beziehungsweise ein unbestätigter Bericht. CD Projekt hat das beschriebene Free-to-Play-Koop-RPG noch nicht offiziell angekündigt. Auch ein Release-Zeitraum, ein Entwicklerstudio und konkrete Plattformdetails sind nicht bestätigt.
Sollten die Angaben stimmen, könnte uns aber ein ungewöhnliches Witcher-Projekt erwarten: kein klassisches Rollenspiel rund um Geralt, sondern ein Koop-Action-RPG mit eigenen Hexern, Monsteraufträgen, Build-System und Free-to-Play-Modell.
Das kann eine spannende Erweiterung der Marke werden. Oder genau das Spiel, bei dem CD Projekt besonders vorsichtig sein muss.





