Die Enthüllung von God of War Laufey gehörte zu den großen Überraschungen der jüngsten State of Play. Statt Kratos oder Atreus übernimmt diesmal Faye die Hauptrolle, die vielen Spielern vor allem als verstorbene Frau von Kratos und Mutter von Atreus bekannt ist.
Das neue Spiel führt sie in das Jenseits der Götter, das sogenannte Everywhen. Dort muss Faye offenbar herausfinden, was nach dem Tod göttlicher Wesen geschieht und gleichzeitig verhindern, dass ihre Pläne zum Schutz von Kratos und Atreus scheitern.
Für die Reihe ist das ein mutiger Perspektivwechsel. Gleichzeitig löste die Ankündigung aber eine naheliegende Sorge aus: Verabschiedet sich „God of War“ damit von Kratos als Hauptfigur?
Santa Monica stellt klar: Kratos bleibt wichtig
Auf diese Frage lieferte Santa Monica Studio inzwischen eine deutliche Antwort. In einer Reaktion auf die Diskussionen rund um „God of War Laufey“ erklärte das Studio, dass Kratos weiterhin ein zentraler Bestandteil der Reihe bleibt.
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Kratos ist der God of War – wir haben noch viele weitere Geschichten mit ihm zu erzählen, schrieb Santa Monica sinngemäß auf X.
Damit ist zwar kein konkretes neues Kratos-Spiel angekündigt. Die Aussage ist aber deutlich genug, um die größte Sorge vieler Fans zu entkräften. „God of War Laufey“ soll offenbar keine Ablösung von Kratos sein, sondern eine Erweiterung des Universums.
Das passt auch zu den Aussagen von Cory Barlog. Der langjährige kreative Kopf der Reihe beschrieb Kratos in einem begleitenden Interview sinngemäß als Stamm des Baumes, von dem andere Geschichten und Figuren abzweigen können. Faye ist in diesem Bild also keine Ersatzfigur, sondern eine neue Perspektive innerhalb derselben Mythologie.
Laufey ersetzt Kratos nicht, sondern erweitert die Saga
„God of War Laufey“ ist damit weniger als Neustart ohne Kratos zu verstehen, sondern eher als Seitenwechsel innerhalb der bekannten Saga. Die Reihe blickt auf eine Figur, die bisher enorm wichtig war, aber meist nur indirekt greifbar blieb.
Faye war in „God of War“ von 2018 bereits tot. Trotzdem bestimmte ihr letzter Wunsch die gesamte Reise von Kratos und Atreus. Auch in „God of War Ragnarök“ wurde klar, wie stark ihr Einfluss auf die Ereignisse der nordischen Saga war.
Mit „Laufey“ bekommt diese Figur nun endlich Raum, selbst im Mittelpunkt zu stehen. Das Spiel soll zeigen, wer Faye wirklich war, welche Kämpfe sie austragen musste und warum ihr Vermächtnis für Kratos, Atreus und die gesamte Welt von „God of War“ so entscheidend ist.
Der Wechsel zur Mutterfigur ist daher mehr als nur ein neues Gesicht auf dem Cover. Santa Monica kann damit eine Geschichte erzählen, die eng mit Kratos verbunden ist, ohne ihn erneut komplett ins Zentrum stellen zu müssen.
Kratos taucht trotzdem in Laufey auf
Ganz verschwinden wird Kratos in „God of War Laufey“ aber offenbar nicht. Bereits in der Gameplay-Enthüllung waren Momente zu sehen, die direkt an die vorherigen Spiele anknüpfen.
Das neue Spiel beginnt offenbar rund um Fayes Tod. Spieler sehen die Szene, die auch den Auftakt von „God of War“ aus dem Jahr 2018 bildet: Kratos und Atreus verabschieden sich von Faye, bevor sie ihren letzten Wunsch erfüllen und ihre Asche verstreuen.
Darüber hinaus deutet das gezeigte Material an, dass „Laufey“ parallel zu Ereignissen aus „God of War“ und „God of War Ragnarök“ spielt. Besonders auffällig ist eine Szene, in der Kratos Faye im Jenseits hilft. Diese könnte zeitlich mit dem Moment aus „Ragnarök“ zusammenhängen, in dem Thor Kratos im Kampf tötet und unmittelbar danach wiederbelebt.
Sollte diese Verbindung stimmen, würde „God of War Laufey“ nicht einfach eine klassische Vorgeschichte erzählen. Stattdessen könnte das Spiel bekannte Ereignisse aus einer völlig neuen Perspektive spiegeln.
Keine einfache Prequel-Geschichte
Viele Fans gingen nach der ersten Enthüllung davon aus, dass „God of War Laufey“ ein Prequel wird. Das wäre naheliegend gewesen, schließlich bietet Fayes Vergangenheit vor ihrer Zeit mit Kratos viel unerzähltes Material.
Santa Monica scheint aber einen anderen Weg zu wählen. Das Spiel setzt offenbar nach Fayes Tod an und läuft gleichzeitig parallel zu den Abenteuern von Kratos und Atreus.
Dadurch entsteht eine interessante Erzählstruktur. Während Kratos und Atreus in der Welt der Lebenden gegen Götter, Monster und Prophezeiungen kämpfen, muss Faye im Jenseits eigene Gefahren bewältigen. Ihre Geschichte könnte erklären, warum bestimmte Ereignisse in den vergangenen Spielen überhaupt möglich waren oder warum ihre Vorbereitungen so weitreichend waren.
Für die Reihe eröffnet das neue Möglichkeiten. „God of War“ kann bekannte Momente neu einordnen, ohne sie einfach noch einmal zu erzählen.
Warum Fans Angst um Kratos hatten
Dass viele Spieler nach der Enthüllung sofort über Kratos’ Zukunft diskutierten, kommt nicht von ungefähr. „God of War Ragnarök“ und die „Valhalla“-Erweiterung fühlten sich für viele wie ein Abschluss an.
Kratos hatte in den griechischen Spielen als rachsüchtiger, zerstörerischer Krieger begonnen. In der nordischen Saga wurde aus ihm ein Vater, der mit Schuld, Verlust und Verantwortung ringt. „Valhalla“ führte diese Entwicklung noch einmal weiter und zwang Kratos, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Am Ende wirkte die Figur deutlich versöhnter mit sich selbst. Genau deshalb stellte sich die Frage, ob Santa Monica seinen Weg bewusst zu Ende erzählt hat.
Mit „God of War Laufey“ schien diese Vermutung zunächst stärker zu werden. Faye übernimmt die Hauptrolle, Atreus ist weiterhin auf seinem eigenen Weg, und Kratos könnte theoretisch in eine ruhigere Mentor- oder Nebenrolle wechseln.
Doch genau diese Befürchtung räumt Santa Monica nun aus. Kratos bleibt Teil der Zukunft.
God of War kann größer werden als eine einzige Hauptfigur
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Santa Monica die Reihe offenbar breiter aufstellen möchte. „God of War“ muss nicht mehr ausschließlich bedeuten, dass Spieler immer nur Kratos steuern.
Das ist ein Risiko, aber auch eine Chance. Die Welt der Reihe ist inzwischen groß genug, um mehrere Perspektiven zu tragen. Atreus, Faye, Mimir, Freya oder andere Figuren könnten theoretisch eigene Geschichten erzählen, ohne dass Kratos dadurch an Bedeutung verliert.
Entscheidend ist, dass diese Geschichten nicht wie beliebige Ableger wirken. Sie müssen emotional und thematisch mit dem Kern der Reihe verbunden bleiben. Bei Faye ist diese Verbindung besonders stark, weil ihre Entscheidungen das Fundament der gesamten nordischen Saga bilden.
Wenn „God of War Laufey“ gelingt, könnte es der Reihe eine neue Struktur geben: Kratos bleibt das Zentrum, aber nicht jede Geschichte muss direkt aus seiner Sicht erzählt werden.
Was bedeutet das für das nächste Kratos-Spiel?
Noch ist offen, wann Kratos wieder selbst die Hauptrolle übernehmen wird. Santa Monica spricht zwar von weiteren Geschichten mit ihm, nennt aber keine konkreten Projekte, Termine oder Schauplätze.
Fans spekulieren seit Jahren über mögliche neue Mythologien. Besonders häufig genannt werden Ägypten, Japan oder keltische Sagenwelten. „God of War Laufey“ zeigt mit dem Everywhen nun allerdings, dass Santa Monica nicht zwingend sofort in eine komplett neue Region wechseln muss.
Stattdessen könnte das Studio zunächst die offenen Fragen rund um die nordische Saga, Fayes Rolle und das Jenseits der Götter vertiefen, bevor Kratos in einem späteren Spiel wieder stärker in den Vordergrund tritt.
Klar ist nur: Santa Monica sieht Kratos nicht als abgeschlossene Figur. Seine Geschichte hat sich verändert, aber sie ist nicht vorbei.
Fans bekommen erst Faye – und später wieder Kratos
Für den Moment liegt der Fokus auf „God of War Laufey“. Das neue Spiel soll Faye aus dem Schatten holen und zeigen, warum sie für die Reihe so wichtig ist. Gleichzeitig bleibt Kratos durch Rückblenden, parallele Ereignisse und emotionale Verbindungen präsent.
Die wichtigste Botschaft von Santa Monica lautet aber: Der Perspektivwechsel bedeutet keinen Abschied.
Kratos bleibt der God of War. Und wenn man den Aussagen des Studios glaubt, werden Fans auch in Zukunft noch viele Geschichten mit ihm erleben.





