Rund um Rockstar Games sorgt ein Arbeitsrechtsstreit derzeit weiter für Schlagzeilen. Mehrere britische Politiker haben das Studio jetzt öffentlich kritisiert und werfen dem Entwickler von Grand Theft Auto VI vor, sich nicht ausreichend mit Einsprüchen und Gewerkschaften auseinanderzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen die Entlassungen von 34 Mitarbeitern im vergangenen Oktober.
Rockstar spricht von schwerem Fehlverhalten
Rockstar erklärte bereits zuvor, dass die betroffenen Mitarbeiter wegen „groben Fehlverhaltens“ entlassen worden seien.
Laut Unternehmen sollen vertrauliche Informationen über Discord geteilt worden sein. Dabei gehe es laut Rockstar unter anderem um Inhalte und Features kommender Spiele.
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Die Gewerkschaft IWGB Game Workers Union sieht den Fall dagegen völlig anders und spricht von möglichem „Union Busting“, also dem gezielten Vorgehen gegen gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter.
Laut Gewerkschaft sollen sämtliche entlassenen britischen Mitarbeiter Mitglieder der Organisation gewesen sein.
Politiker kritisieren Rockstar deutlich
Mehrere britische Abgeordnete äußerten sich nun ungewöhnlich scharf zu dem Fall.
Chris Murray, MP für Edinburgh East und Musselburgh, erklärte:
Betroffene Bürger haben ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen verloren.
Besonders problematisch sei laut Murray, dass ein betroffener Mitarbeiter nach dem Verlust seines Visa-Sponsors sogar das Land verlassen musste.
Auch Tracy Gilbert, MP für Edinburgh North and Leith, kritisierte Rockstar deutlich:
Es ist äußerst enttäuschend, dass Rockstar sich während des gesamten Prozesses geweigert hat, angemessen mit Mitarbeitern, Vertretern und Gewerkschaften zusammenzuarbeiten.
Die Politiker werfen dem Studio unter anderem vor:
- mangelnde Transparenz
- fehlende Zusammenarbeit mit Gewerkschaften
- unzureichende Kommunikation
- problematischen Umgang mit Einsprüchen
Britische Regierung untersucht den Fall
Der Fall hatte inzwischen sogar die britische Politik auf höchster Ebene erreicht.
Bereits im Dezember wurde Premierminister Keir Starmer zu den Entlassungen befragt. Dieser bezeichnete die Situation damals als „deeply concerning case“.
Aktuell läuft weiterhin eine Untersuchung sowie ein späteres Hauptverfahren vor einem Arbeitsgericht.
Gericht entschied bisher teilweise zugunsten von Rockstar
Ganz eindeutig ist die Lage juristisch allerdings bislang nicht.
Bei einer ersten Anhörung Anfang des Jahres entschied Richterin Frances Eccles, dass die Gewerkschaft aktuell wohl nicht ausreichend nachweisen könne, dass die Entlassungen direkt wegen der Gewerkschaftszugehörigkeit erfolgt seien.
Ein wichtiger Punkt dabei: Rockstar entließ offenbar auch mehrere Mitarbeiter in Kanada, die keine Mitglieder der Gewerkschaft waren.
Die endgültige Entscheidung im Hauptverfahren steht allerdings weiterhin aus.
Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Spielebranche geht weiter
Der Fall zeigt erneut, wie angespannt die Diskussion rund um Arbeitsbedingungen, Gewerkschaften und Unternehmensstrukturen in der Gaming-Industrie inzwischen geworden ist.
Gerade große Publisher und Studios stehen immer häufiger wegen:
- Crunch
- Entlassungen
- Outsourcing
- KI-Einsatz
- Arbeitsrechten
in der Kritik.
Dass nun sogar Politiker öffentlich Druck auf Rockstar Games ausüben, dürfte den Fall zusätzlich weiter in den Fokus rücken.





