Die Kritik an Sonys geplanter Abkehr von physischen Spielen fällt laut aus, doch auf der PlayStation Plattform ist davon bislang nichts zu spüren. Im Juni 2026 waren weltweit 125 Millionen Konten monatlich aktiv, womit Sony einen neuen Rekord für diesen Kalendermonat meldet.
Gegenüber Juni 2025 entspricht das einem Wachstum von zwei Prozent beziehungsweise rund zwei Millionen Konten. Allerdings erfassen diese Zahlen die gesamte PlayStation Plattform und damit nicht ausschließlich Menschen, die auf einer PS5 spielen.
Neue Bestmarke für PlayStation
Wie stark ist die PlayStation Community gewachsen? Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 hatte Sony noch 123 Millionen monatlich aktive Konten ausgewiesen. Ein Jahr später stieg dieser Wert auf 125 Millionen, obwohl sich die PS5 inzwischen in einer fortgeschrittenen Phase ihres Lebenszyklus befindet.
Als monatlich aktiv zählt Sony einzigartige Konten, die im letzten Monat des jeweiligen Quartals Spiele gespielt oder Onlinedienste auf PlayStation verwendet haben. Ein einzelner Mensch kann daher theoretisch mehrere Konten besitzen, dennoch liefert die Kennzahl einen guten Eindruck von der Größe und Aktivität des Ökosystems.
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Nicht jede Kennzahl entwickelte sich positiv. Die gesamte Spielzeit sank im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 im Jahresvergleich um vier Prozent. Sony führt dies unter anderem darauf zurück, dass der Vergleichszeitraum 2025 von Saisonaktualisierungen großer Titel und erfolgreichen Neuerscheinungen profitiert hatte.
Boykottaufrufe sind noch nicht berücksichtigt
Warum zeigen die aktuellen Zahlen keine Folgen des Boykotts? Sony kündigte erst am 1. Juli 2026 an, die Produktion physischer Discs für neue PlayStation Spiele ab Januar 2028 einzustellen. Die nun veröffentlichten Nutzungszahlen beziehen sich dagegen auf den Zeitraum bis zum 30. Juni 2026 und enden somit einen Tag vor der umstrittenen Mitteilung.
Ob die Boykottaufrufe tatsächlich Auswirkungen auf die Nutzung von PS4 und PS5 haben, lässt sich daher erst anhand späterer Quartalszahlen bewerten. Das nächste Geschäftsquartal endet am 30. September 2026 und umfasst erstmals den Zeitraum nach Sonys Ankündigung.
In sozialen Netzwerken und Onlineforen fordern Teile der Community, PlayStation zeitweise oder dauerhaft zu meiden. Besonders Sammler sowie Käufer gebrauchter Spiele befürchten durch den Wechsel zu rein digitalen Veröffentlichungen Nachteile bei Besitzrechten, Weiterverkauf und langfristiger Erhaltung von Games.
Digitale Verkäufe dominieren deutlich
Welche Rolle spielen Downloads für Sonys Entscheidung? Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen, dass digitale Käufe auf PlayStation längst den Großteil des Marktes ausmachen. Im gesamten Geschäftsjahr 2025 wurden 78 Prozent aller vollständigen Spiele für PS4 und PS5 digital verkauft.
Zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2026 erhöhte sich der digitale Anteil sogar auf 82 Prozent. Nur noch 18 Prozent der verkauften Vollversionen entfielen damit auf physische Ausgaben, was Sonys Kurs aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar macht.
Auch finanziell läuft das PlayStation Geschäft stark. Sony erhöhte die Prognose für den operativen Gewinn der Sparte Game and Network Services im Geschäftsjahr 2026 um zehn Prozent auf 660 Milliarden Yen. Ohne einen deutlichen Einbruch bei Nutzung und Umsatz dürfte das Unternehmen deshalb kaum von seiner Digitalstrategie abrücken.
Wie steht ihr zum angekündigten Ende neuer PlayStation Discs ab Januar 2028? Würdet ihr euch an einem Boykott beteiligen oder kauft ihr eure Games ohnehin überwiegend digital? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.



