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Cyberpunk 2077: Wussten die Entwickler nichts von dem Release-Aufschub? Aufklärung zur „CDP-Lüge“

Von Ben Brüninghaus - News vom 28.10.2020 12:05 Uhr
Ciri in Cyberpunk 2077
© CD Projekt/ tumblr Bomyman91

Im Reddit-Forum brennt die Cyberpunk 2077-Hütte. CD Projekt ließ gestern auf dem offiziellen Twitter-Account zum Spiel verkünden, dass der Titel noch einmal um 3 Wochen verschoben wird, nachdem es schon zu mehrfachen Verzögerungen in Hinsicht auf den Launch-Day kam. Sie bestätigen im gleichen Atemzug unter dem Posting, dass es wirklich der letzte Aufschub sei. Das können die User nur nicht mehr so richtig glauben und generell gibt es wohl an einigen Stellen ein wenig Aufklärungsbedarf.

Keinen Tag später herrscht nämlich weniger Diskussionsbedarf bei den Usern vor. Grund dafür ist unter anderem ein Tweet von Liana Ruppert, einer GameInformer-Reporterin, die sich mit Insider-Infos dazu öffentlich positioniert:

Sie meint, dass sie mit einigen Leuten aus dem Team gesprochen habe und dass das Team zu weiten Teilen nichts davon wusste, dass viele also erst durch die offizielle Ankündigung auf dem Twitter-Kanal von dieser Tatsache erfahren hätten. Sprich, nachdem das Posting auf Twitter live gegangen war. Sie untermauert, dass, wenn es denn wahr sei, es „auf sehr vielen Stufen falsch“ wäre. Letzteres ist jedoch auf dem Papier nicht unbedingt falsch, ich erkläre euch später, warum.

Ruppert hält dies deshalb für äußerst wichtig zu erwähnen, da die von Jason Schreier inspirierte Reporterin auf das branchenweite Problem der Crunchtimes, also der unzähligen Überstunden, aufmerksam machen möchte, die die Entwickler in der Gaming-Industrie in diversen Unternehmen bis zum Burnout hinnehmen müssen. Ein mittlerweile weiter verbreitetes und äußerst kritisches Problem, über das viele Entwickler nicht offiziell sprechen dürfen.

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Mangelnde Kenntnis: Wussten die Entwickler nichts vom Release-Verzug?

Die User unter dem Posting kreiden CD Projekt nun an, dass sie auf unterschiedlichsten Wegen versagen würden. Jimmy Patel (@jpatel02) kritisiert bezüglich der Crunchtimes und schneidet die Frage der Kommunikation an:

„Warum ist das so ein aufkeimenden Trend geworden in der Spieleentwicklung in diesen Tagen? War es immer so, dass Studioköpfe oder höhere Manager nichts auf die Kommunikation in Hinsicht auf die Mitarbeiter gaben?“

Dazu sei gesagt, dass wie Branchen-Insider Jason Schreier berichtet, wohl parallel zum Twitter-Announcement E-Mails an alle Mitarbeiter versandt wurden. Wenn dem so ist, wussten sie also wirklich nichts bis zu diesem Zeitpunkt, ob nun zeitgleich eine E-Mail versandt wurde oder nicht. Das hat aber erst einmal nur indirekt etwas mit Crunchtimes zu tun.

CD Projekt und die fehlerhafte Kommunikation

Das Problem ist insgesamt nämlich, dass CD Projekt nun schon häufiger einige Dinge verkünden ließ, die sie nicht einhalten konnten, oder wollten? Oder was ist hier eigentlich das Problem? Zum Beispiel wurde am 6. Oktober 2020 getwittert, dass es „keine weiteren Verzögerungen mehr geben wird“. Wurde hier gelogen?

Cyberpunk 2077 Release verschoben
CD Projekt am 6. Oktober 2020 © CD Projekt

Tatsächlich schienen auch die Community- respektive PR-Manager nicht richtig Bescheid gewusst zu haben, denn noch am 26. Oktober 2020 hieß es auf dem offiziellen Account, dass es definitiv keine Verzögerung mehr geben würde:

Cyberpunk 2077 Release verschoben.
CD Projekt am 26. Oktober 2020 © CD Projekt

Letzteres wurde ein Tag vor dem besagten Tweet gepostet, aber das kann doch kein Zufall sein? „Cyberpunk 2077“ wurde tatsächlich noch einmal verschoben, keine 24 Stunden später. Dadurch herrscht nun schwerer Unmut in der Fangemeinde, die User sind verwirrt und ratsam.

Haben wir jetzt ein Problem, CD Projekt?

Die Frage, ob jeder für sich nun ein Problem mit CD Projekt hat, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Während sich die eine Seite belogen fühlt, was schlussendlich so wohl nicht unter den Tisch zu kehren ist, dürfen wir jedoch trotzdem nicht vergessen, dass in solch einem Unternehmen Hunderte oder manchmal sogar Tausende Mitarbeiter an einem Projekt arbeiten.

Natürlich gibt es stets bestimmte Kommunikationswege, die im besten Fall eingehalten werden und funktionieren. Ein Fehler in der Kommunikation kann jedoch immer und überall auftreten, was hier klar der Fall war, wie ihr gleich feststellen werdet.

Wir dürfen nicht vergessen, dass allem voran die Entwickler nichts dafür können, die lediglich interne Deadlines einhalten müssen. Solche Entscheidungen werden also auf Chefetage getroffen, im Idealfall nach umfangreichen Gesprächen mit den Entwicklern. Wenn diese nichts davon wussten, bleibt es fraglich, es ist aber nicht unüblich. So oder so kann die Chefetage legitime Gründe wie eine Qualitätssicherung anführen, ohne dass alle Entwickler davon mitbekommen und gleich die halbe Gaming-Community die Mistgabeln schwingen muss.

Schlussendlich entscheidet die Obrigkeit eines solchen Unternehmens, ob und inwiefern es Sinn macht, solch ein Produkt auf den Markt zu werfen und wann der richtige Zeitpunkt dafür wäre.

Die externe Kommunikation sollte dennoch stimmen, was in diesem Beispiel nicht der Fall war.

Doch es gibt eine offizielle Erklärung zu der „CDP-Lüge“. Was sagt also Fabian Mario Döhla, der PR-Manager von CD Projekt, der Cyberpunk 2077 betreut, zu dem Fehler in der Kommunikation nach außen?

„Ich würde hier gerne einiges klarstellen. Ich habe über den Cyberpunk-Twitter-Account einige Tweets beantwortet letzte Nacht. Inklusive den ‚full confirmation‘-Tweet. Großartige Idee.
Das Ding ist: wir sind ein börsennotiertes Unternehmen und es ist nahezu unmöglich, jedem Entwickler vorab Bescheid zu sagen. Hauptsächlich aus rechtlichen Gründen. Ich bin mir dessen bewusst (und damit vertraut), aber es kann super verwirrend sein für externe Leute. Lange Geschichte abgekürzt: CP-Twitter (und unser Studio – da es ein offizieller Kanal ist) haben nicht willentlich gelogen. Ich wusste es einfach nicht. Entschuldigt.“

Wenn die Kommunikationsinstanz es nicht besser wusste, kann man ihr und vor allem einem ganzen Studio oder Publisher keinen Vorwurf machen! Auch hier gilt, dass hinter jeder Instanz lediglich Menschen sitzen und Fehler passieren. Eine Entschuldigung müssen wir deshalb akzeptieren können.

Achtung vor Crunchtimes!

Vorsicht ist am Ende dennoch geboten bei Crunchtimes, denn auch Firmen in der Gaming-Industrie müssen sich den hiesigen Arbeitsrechten beugen. So bleibt die Sorge um die Entwickler also begründet, wenn man annehmen muss, dass die Verzögerung drei weitere Wochen voller Überstunden bedeuten würde. Doch ob das hier bei CDP der Fall ist, wissen wir nicht mit Bestimmtheit. Es gibt aber viele Hinweise.

Branchen-Spezialist Jason Schreier meint, dass sich durch die letzte Verzögerung des Releases kaum etwas für die Entwickler ändern dürfte, da sie so oder so in den Dezember „crunchen“, um den Post-Launch-Content fertig zu bekommen. Aber auch er hoffe lediglich, dass die Realität diesbezüglich in der Zukunft etwas klarer werden würde.

Ein CDPR-Dev hätte ihm jedenfalls kürzlich erzählt, dass sie oder er vor einiger Zeit eine 100-Stunden-Woche abgeschlossen hätten. Ein anderer, ehemaliger Mitarbeiter meinte zu ihm, dass einige Freunde in dem Unternehmen so viel gearbeitet hätten, dass sie „physisch krank“ aussahen, was einem Burnout gleichkommt.

Crunchtimes an sich bleibt also ein wichtiges Thema, über das gesprochen werden muss. Parallel zu dieser Thematik gibt es noch einen weiteren Zwischenfall:

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