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Control: Die Vorschau zum meist unterschätzten Thriller des Jahres

Von Philipp Briel - News vom 10.07.2019 10:00 Uhr
© 505 Games

Mit dem Sci-Fi-Thriller „Control“ haben die Finnen von Remedy Entertainment ein heißes Eisen im Feuer, das derzeit allerdings noch unter dem Radar fliegt. Obwohl das Spiel bereits Ende August erscheint, bekommt das Action-Adventure bislang kaum Aufmerksamkeit. Wir verraten euch, warum das ein großer Fehler ist.

Wenn die finnischen Entwickler von Remedy eines bewiesen haben, dann ist es ihr Händchen für spannende Geschichten, wie „Max Payne“, „Alan Wake“ oder „Quantum Break“. So hat „Control“, das neueste Spiel des Studios, sogar das Potential eine der größten Spiele-Überraschungen des Jahres 2019 zu werden. Wir verraten euch, was euch im Spiel erwartet und haben dafür mit Game Director Mikael Kasurinen gesprochen.

Das geheime Büro einer Geheimorganisation

Im Jahr 2001 veröffentlichte Remedy Entertainment ein Spiel mit dem Namen „Max Payne“, das seinerzeit den Nerv der Zeit traf. Immerhin war der Cyberpunk-Streifen „Matrix“ in aller Munde, von dem sich der Vorreiter moderner Third-Person-Shooter offenkundig inspirieren ließ. Es folgte ein gelungener Nachfolger (Teil 3 wurde immerhin von Rockstar Games entwickelt), bevor sich die Macher mit „Alan Wake“ und „Quantum Break“ einer neuen Richtung zuwandten und ein großes Interesse für übernatürliche Phänomene entwickelten.

Diese spielen in „Control“, dem neuesten Spiel von Remedy, ebenfalls eine wichtige Rolle. Darin schlüpft ihr in die Haut von Jesse Faden, die – ausgelöst durch ein Kindheitstrauma – über unerklärliche übernatürliche Fähigkeiten verfügt. Auf der Suche nach Antworten verschlägt es sie nach New York zur geheimen Regierungsbehörde Federal Bureau of Control (FBC), die sich mit dem Bewahren und Studieren ebensolcher Phänomene befasst.

Blöd nur, dass die Behörde bei ihrem Eintreffen von einer paranormalen Kraft namens The Hiss überrannt wird, die nahezu alle Agenten und den Leiter Zachariah Trench dahinrafft. Umringt von Feinden nimmt Faden die Dienstwaffe des Directors auf, was sie nach den Gesetzen des Federal Bureau of Control mal eben zur neuen Leiterin der Behörde macht. Keine Verbündeten an eurer Seite, übermenschliche Feinde, die euch ans Leder wollen – schlechter könnte der erste Arbeitstag kaum laufen.

Einfach komplex, komplex einfach

Damit nimmt die spannende Handlung von „Control“ ihren Lauf. Auf den ersten Blick präsentiert sich der Titel als klassischer Third-Person-Shooter, doch wie bei fast allem, was euch im Spiel erwartet, trügt der erste Blick. Tatsächlich steckt in dem Spiel eine spannende Mischung aus Action-Adventure und Metroidvania-Plattformer, gepaart mit einer spannenden und vielschichtigen Handlung. „Control“ spielt sich weit weniger linear, als ihr es von den bisherigen Spielen des Studios gewohnt seid. Laut Game Director Mikael Kasurinen hat all das – sogar der Name und das Logo – seinen Grund:

„Control hat eine äußerst simple, fast schon spartanische Stilrichtung. Das ist bereits am Namen, Logo und allgemeinen Design erkennbar. Natürlich werden die Dinge aber sehr schnell kompliziert und das war bereits ein Grund dafür, die Grundlagen und den Namen simpel zu gestalten. Unser Ziel mit dem Titel war es, die Grundphilosophie der Spielerfahrung zu beschreiben: In Kontrolle zu sein, die Kontrolle zu verlieren, sie zurückzuerlangen. Control unterscheidet sich stark von unseren vorangegangenen Spielen, besonders in Sachen Spielstruktur. Es geht darum, Spielern die Kontrolle zu überlassen.“

Das merkt man „Control“ tatsächlich an, denn was ihr tun wollt und wie ihr es angeht, bleibt ganz alleine euch überlassen. In bester Metroidvania-Manier bleibt euch der Zugang zu vielen Bereichen zunächst einmal verwehrt bis ihr euch bestimmte Fähigkeiten angeeignet habt. Einige davon sind rein optional, während andere für den Abschluss der rund 20 Stunden langen Story notwendig sind. Doch das ist längst nicht alles: In „Control“ stolpert ihr über etliche Rätsel, versteckte Bereiche und Bosskämpfe, die ihr auf Wunsch komplett ignorieren könnt, euch allerdings reich belohnen, wenn ihr sie meistert. Ihr habt die Kontrolle.

Was‘n das für‘n Haus?

Äußerst spannend fällt zudem die Spielwelt von „Control“ aus, denn das gesamte Spiel findet in einem einzigen Haus statt (Stichwort Simplizität). Gut, das kennen wir bereits aus „Resident Evil“, aber das Älteste Haus ist in dem Science-Fiction-Thriller kein normaler Wolkenkratzer. Die Hauptzentrale des FBC ist nicht nur von innen um ein Vielfaches größer, als es von außen scheint, das Haus ist außerdem in der Lage, seinen Grundriss und die Umgebungen konstant zu verändern. Ihr durchkämmt also nicht nur klassische Büros oder Lobbies, sondern landet mitunter in paranormalen Abschnitten, in denen beispielsweise die Gesetze der Schwerkraft ausgehebelt sind. Das Resultat ist eine beeindruckende Kulisse, die gefühlt auf jeden eurer Schritte zu reagieren scheint. Mikael Kasurinen verrät:

“Das Älteste Haus ist unser Hauptort für die Handlung. Niemand weiß wirklich, wie groß es ist und es wird zu Beginn des Spiels abgeriegelt. Niemand kommt raus oder rein. Trotzdem springst du manchmal in alternative Realitäten, aber das sind nur kurze Besuche. Viele Bereiche im Gebäude haben die Größe eines Häuserblocks und in manchen Bereichen siehst du einen Wirbel über dir in der Luft. Was kann das nur sein? Es ist ein komplizierter Ort, der viele Möglichkeiten zur spielerischen Entfaltung und Entdeckung eröffnet.“

Einfach und gleichzeitig komplex eben. Das gilt übrigens ebenso für Jesses Dienstwaffe, die sogenannte Bureau-Gun. „Control“ bietet ausschließlich diese eine Waffe. Klingt langweilig, findet ihr? Ist es nicht, denn der Schießprügel kann im Laufe des Spiels in etliche andere Knarren umgewandelt werden. So wird aus dem Revolver im Handumdrehen eine Maschinenpistole oder Schrotflinte. Zumindest, wenn ihr die dafür benötigten Crafting-Materialien und Blaupausen gefunden habt.

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