Red Dead Online gilt für viele Spieler als eine der größten verpassten Chancen von Rockstar Games. Während GTA Online über Jahre hinweg mit Updates versorgt wurde, erhielt der Western-Ableger zuletzt 2021 eine große Inhaltserweiterung. Nun hat sich Take-Two-CEO Strauss Zelnick zu der Kritik geäußert und widerspricht der weit verbreiteten Meinung deutlich.
Red Dead Online wird oft als verpasste Chance gesehen
Seit Jahren diskutieren Fans darüber, ob Rockstar Games deutlich mehr aus Red Dead Online hätte machen können. Zwar startete der Multiplayer-Modus von Red Dead Redemption 2 mit großen Ambitionen, doch die Unterstützung ließ nach einigen Jahren spürbar nach.
Die letzte größere Erweiterung erschien bereits im Juli 2021 mit dem Update „Blood Money“. Seitdem beschränkt sich Rockstar hauptsächlich auf monatliche Events und kleinere Aktionen. Ein überraschendes Update im vergangenen Jahr sorgte kurzzeitig für Hoffnung, doch weitere größere Inhalte blieben aus.
Viele Spieler vergleichen die Situation zwangsläufig mit GTA Online. Während der Multiplayer-Modus von GTA 5 über mehr als ein Jahrzehnt hinweg regelmäßig neue Inhalte, Fahrzeuge, Missionen und Events erhielt, wirkte Red Dead Online zunehmend wie ein Nebenprojekt.
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Strauss Zelnick: „Red Dead Online war immens erfolgreich“
Im Gespräch mit IGN stellte sich Take-Two-Chef Strauss Zelnick nun klar gegen die Behauptung, Red Dead Online sei eine verpasste Gelegenheit gewesen.
Er verwies dabei vor allem auf die enormen Verkaufszahlen von Red Dead Redemption 2. Das Western-Epos hat mittlerweile mehr als 85 Millionen Exemplare verkauft und gehört damit zu den erfolgreichsten Videospielen aller Zeiten.
Zelnick erklärte, dass es „buchstäblich nichts“ an 85 Millionen verkauften Einheiten gebe, das auf eine verpasste Chance hindeute. Gleichzeitig bezeichnete er Red Dead Online als „immens erfolgreich und langlebig“.
Der Vergleich mit GTA macht die Diskussion schwierig
Laut Zelnick liege das Problem vor allem darin, dass Red Dead Redemption im selben Unternehmen wie Grand Theft Auto existiert.
Seiner Ansicht nach würde die Wahrnehmung völlig anders ausfallen, wenn Take-Two nicht gleichzeitig mit GTA über eine noch größere Marke verfügen würde. GTA 5 hat inzwischen mehr als 230 Millionen Einheiten verkauft und bleibt damit eines der erfolgreichsten Unterhaltungsprodukte aller Zeiten.
Im direkten Vergleich wirken selbst die beeindruckenden Zahlen von Red Dead Redemption 2 plötzlich kleiner, obwohl das Spiel mittlerweile offiziell Wii Sports überholt hat und nun das drittmeistverkaufte Videospiel der Geschichte ist. Nur Minecraft und GTA 5 liegen noch davor.
Fans sehen trotzdem verschenktes Potenzial
Trotz der Aussagen des CEOs dürfte die Diskussion nicht verstummen. Viele Fans kritisieren weniger die Verkaufszahlen als vielmehr die langfristige Unterstützung des Online-Modus.
Besonders häufig genannt werden:
- Fehlende große Erweiterungen seit 2021
- Weniger neue Inhalte als bei GTA Online
- Anhaltende Probleme mit Griefing
- Fehlende technische Verbesserungen
- Keine 60-fps-Version für PS5 und Xbox Series X/S
Gerade der letzte Punkt sorgt regelmäßig für Diskussionen. Obwohl Red Dead Redemption 2 weiterhin Millionen Spieler erreicht und hervorragend altert, läuft das Spiel auf aktuellen Konsolen noch immer mit 30 Bildern pro Sekunde. Gerüchte über ein Next-Gen-Update kursieren seit Jahren, offiziell angekündigt wurde bislang jedoch nichts.
Wie steht es um Red Dead Redemption 3?
Natürlich richtet sich der Blick vieler Fans längst auf die Zukunft der Reihe. Offiziell angekündigt wurde Red Dead Redemption 3 zwar nicht, doch immer wieder äußern sich ehemalige Rockstar-Mitarbeiter und Beteiligte optimistisch.
Rockstar-Mitgründer Dan Houser erklärte Ende vergangenen Jahres, dass ein dritter Teil „wahrscheinlich“ erscheinen werde. Auch Arthur-Morgan-Darsteller Roger Clark zeigte sich überzeugt davon, dass die Reihe eines Tages zurückkehren wird. Einen möglichen Zeitraum nannte allerdings niemand.
Rockstar konzentriert sich aktuell vollständig auf GTA 6
Derzeit dürfte bei Rockstar ohnehin kaum Raum für andere Großprojekte sein. Das Studio arbeitet mit Hochdruck an dem für Mai 2027 geplanten Release von GTA 6.
Erst danach könnte wieder mehr Aufmerksamkeit auf andere Marken des Unternehmens fallen. Ob Rockstar dann ein Red Dead Redemption 3 entwickelt, Red Dead Online neu belebt oder sogar beides kombiniert, bleibt vorerst offen.
Fest steht allerdings: Aus Sicht von Take-Two war Red Dead Online trotz aller Kritik kein Fehlschlag. Die Community dürfte diese Einschätzung jedoch nicht unbedingt teilen.
Was denkt ihr? Hätte Rockstar aus Red Dead Online deutlich mehr machen können oder war der Western-Multiplayer bereits erfolgreich genug?





