Seit Jahren warten Fans auf ein neues Lebenszeichen von Uncharted. Nach Uncharted 4: A Thief’s End und The Lost Legacy blieb es erstaunlich still um Nathan Drake, obwohl die Reihe zu den bekanntesten PlayStation-Marken überhaupt gehört. Nun deutet ein neuer Bericht darauf hin, dass Sony zwischenzeitlich sogar an einer Rückkehr zum allerersten Abenteuer gearbeitet haben soll.
Wie der Modder und Rechercheur Michael Kemp im Podcast Sacred Symbols+ berichtet haben soll, befand sich bei Sonys Support-Studio Visual Arts zeitweise ein Remake von Uncharted: Drake’s Fortune in Arbeit. Das Projekt soll bereits 2018 oder 2019 entstanden sein – also noch vor der Veröffentlichung von The Last of Us Part II.
Uncharted 1 offenbar mit Grafik auf Uncharted-4-Niveau
Laut Kemp soll Visual Arts damals einen sogenannten Vertical Slice erstellt haben. Dabei handelt es sich um eine kleine, aber möglichst repräsentative spielbare oder inszenierte Demo, mit der intern gezeigt wird, wie ein fertiges Projekt aussehen könnte.
Konkret soll das Studio eine bekannte Sequenz aus dem ersten Uncharted neu aufgebaut haben: die Szene, in der Nathan Drake, Elena Fisher und Victor Sullivan mit dem Flugzeug zur Insel fliegen, bevor Sullys Maschine abgeschossen wird und Nate sowie Elena per Fallschirm abspringen müssen.
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Der Prototyp soll grafisch auf einem Niveau gelegen haben, das an Uncharted 4 erinnerte. Spuren des Projekts sollen sich laut Kemp sogar in den Dateien von The Last of Us Part II finden lassen, da beide Projekte offenbar auf derselben Engine-Basis liefen.
Warum wurde daraus kein fertiges Remake?
Der Grund für das Scheitern klingt wenig spektakulär, aber nachvollziehbar: Uncharted: Drake’s Fortune hätte nicht einfach nur hübschere Grafik gebraucht. Der PS3-Klassiker stammt aus dem Jahr 2007 und wirkt heute vor allem bei Gameplay, Leveldesign, Deckungssystem und Schusswechseln deutlich älter als spätere Naughty-Dog-Spiele.
Genau das soll intern zum Problem geworden sein. Für ein echtes Remake hätte Visual Arts offenbar nicht nur Umgebungen und Figuren neu bauen müssen, sondern auch große Teile der Spielmechanik modernisieren müssen. Für ein vergleichsweise kleines Team sei dieser Aufwand zu groß gewesen.
Stattdessen verlagerte sich der Fokus schließlich auf The Last of Us Part I. Dieses Projekt galt offenbar als leichter umsetzbar, weil das Original bereits deutlich näher an der modernen Naughty-Dog-Formel lag und weniger grundlegende Überarbeitung benötigte.
Bitter für Uncharted-Fans
Für Fans ist diese Geschichte vor allem deshalb interessant, weil sie zeigt: Sony hatte die Marke offenbar keineswegs komplett vergessen. Ein Remake des ersten Teils hätte durchaus Sinn ergeben. Drake’s Fortune ist erzählerisch der Startpunkt der Reihe, spielerisch aber auch der Teil, der heute am stärksten gealtert ist.
Ein modernes Remake hätte die perfekte Gelegenheit sein können, Nathan Drakes erstes Abenteuer auf PS5-Niveau neu zu erzählen – mit überarbeiteten Kämpfen, moderner Inszenierung und einem Gameplay, das näher an Uncharted 4 liegt.
Offiziell angekündigt wurde ein solches Projekt allerdings nie. Entsprechend bleibt unklar, ob Sony die Idee endgültig verworfen hat oder ob ein Uncharted-Remake irgendwann noch einmal eine Rolle spielen könnte. Sicher ist nur: Seit der Legacy of Thieves Collection im Jahr 2022 hat die Reihe kein neues Spiel mehr erhalten.





