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Star Wars Eclipse-Studio unter Druck: Gewerkschaft spricht von 115 bedrohten Jobs bei Quantic Dream

Quantic Dream steckt offenbar in einer schweren Krise. Das französische Studio ist vor allem für narrative Spiele wie Heavy Rain, Beyond: Two Souls und Detroit: Become Human bekannt. Aktuell arbeitet der Entwickler an Star Wars Eclipse, einem großen neuen Action-Adventure im Star-Wars-Universum.

Doch genau dieses Projekt steht nun wieder unter besonderer Beobachtung. Nach der Einstellung eines anderen Spiels soll bei Quantic Dream ein größerer Stellenabbau geplant sein. Die französische Gewerkschaft STJV spricht inzwischen von 115 bedrohten Jobs.

Offiziell bestätigt hat Quantic Dream diese Zahl bislang nicht.

Quantic Dream arbeitet seit Jahren an Star Wars Eclipse

Star Wars Eclipse wurde bereits 2021 bei den Game Awards angekündigt. Der erste Trailer sorgte damals für viel Aufmerksamkeit, denn Quantic Dream versprach ein neues Star-Wars-Spiel mit mehreren spielbaren Figuren, moralischen Entscheidungen und einer Geschichte in der Ära der Hohen Republik.

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Seitdem ist es jedoch sehr ruhig um das Projekt geworden. Neues Gameplay wurde nicht gezeigt, ein Release-Zeitraum ist weiterhin unbekannt. Immer wieder gab es Berichte über eine schwierige Entwicklung, auch wenn Quantic Dream selbst betonte, dass Star Wars Eclipse weiter in Arbeit sei.

Das Studio gehört seit 2022 vollständig zu NetEase Games. Die Übernahme sollte Quantic Dream mehr finanzielle Sicherheit und internationale Möglichkeiten verschaffen. Nun sieht die Lage aber deutlich angespannter aus.

Spellcasters Chronicles wurde eingestellt

Auslöser der aktuellen Krise ist offenbar Spellcasters Chronicles. Das kompetitive Multiplayer-Spiel war ein neues Projekt von Quantic Dream und sollte das Studio in eine andere Richtung führen als die bekannten Story-Adventures.

Der Titel konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Nach einem schwachen Start und offenbar zu wenig Interesse wurde Spellcasters Chronicles eingestellt. In der Folge kündigte Quantic Dream eine interne Umstrukturierung an.

Genau hier setzt nun die Kritik der Gewerkschaft an.

Gewerkschaft spricht von 115 bedrohten Stellen

Die französische Gewerkschaft STJV erklärt, dass bei Quantic Dream nicht 95, sondern 115 Stellen bedroht seien. Damit würde der geplante Stellenabbau nach ihrer Darstellung eine wichtige Schwelle überschreiten.

In Frankreich müssen größere Entlassungspläne über ein formelles Verfahren laufen. Dabei werden auch die gewählten Arbeitnehmervertreter, der sogenannte CSE, einbezogen. Laut STJV müsste die Konsultationsphase bei mehr als 100 betroffenen Stellen drei Monate dauern. Quantic Dream plane nach Darstellung der Gewerkschaft aber nur zwei Monate.

Die STJV wirft der Studioführung außerdem vor, die Kommunikation der Arbeitnehmervertretung mit der Belegschaft zu erschweren. Unter anderem soll der Zugang zu internen Mailinglisten eingeschränkt worden sein.

Quantic Dream hat diese Vorwürfe bislang nicht öffentlich im Detail kommentiert.

Mehr als 100 Beschäftigte sollen protestiert haben

Laut Gewerkschaft haben zuletzt mehr als 100 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, um gegen den geplanten Stellenabbau zu protestieren. Es soll bereits der zweite Protest dieser Art gewesen sein.

Die STJV fordert unter anderem eine längere Konsultationsphase, bessere Kommunikationsmöglichkeiten für Arbeitnehmervertreter und Alternativen zu Entlassungen. Außerdem sollen Beschäftigte aus dem eingestellten Spellcasters-Team nach Ansicht der Gewerkschaft auf Star Wars Eclipse umgesetzt werden.

Dieser Punkt ist besonders interessant, weil Star Wars Eclipse weiterhin eines der wichtigsten Projekte des Studios ist.

Wird Spellcasters-Team gezielt abgebaut?

Die Gewerkschaft kritisiert außerdem, dass Quantic Dream die betroffenen Stellen angeblich zu stark nach Projekten einteile. Nach Darstellung der STJV würden Beschäftigte auf Spellcasters Chronicles dadurch besonders ins Visier geraten.

In einem französischen Entlassungsplan geht es allerdings nicht einfach darum, ein einzelnes Projektteam auszutauschen. Entscheidend sind berufliche Kategorien, Qualifikationen und vergleichbare Tätigkeiten. Die Gewerkschaft wirft Quantic Dream vor, dieses Prinzip zu umgehen, indem das Studio die Projektzugehörigkeit zu stark gewichte.

Das ist nicht nur ein juristischer Streit. Es geht auch um die Frage, ob erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler aus Spellcasters nicht an Star Wars Eclipse weiterarbeiten könnten.

Generative KI sorgt zusätzlich für Brisanz

Besonders sensibel ist ein weiterer Punkt aus der Gewerkschaftserklärung. Laut STJV habe Quantic Dream im Zusammenhang mit dem geplanten Stellenabbau auch auf mögliche Ersatzlösungen durch Subcontracting oder generative KI verwiesen.

Sollte das zutreffen, wäre das ein weiterer Fall, in dem KI in der Spielebranche nicht nur als Werkzeug zur Unterstützung, sondern auch als möglicher Faktor bei Umstrukturierungen auftaucht.

Gerade diese Frage beschäftigt Entwicklerinnen und Entwickler derzeit stark. Viele Studios sprechen öffentlich von mehr Effizienz, besseren Tools und schnelleren Workflows. Gleichzeitig hat die Branche in den vergangenen Jahren massive Entlassungswellen erlebt. Wenn generative KI in diesem Umfeld als mögliche Ersatzlösung genannt wird, dürfte das die Sorgen vieler Beschäftigter weiter verstärken.

Was bedeutet das für Star Wars Eclipse?

Offiziell bleibt Star Wars Eclipse weiter in Entwicklung. Quantic Dream hatte zuvor erklärt, dass die Einstellung von Spellcasters Chronicles keine Auswirkungen auf das Star-Wars-Projekt haben solle.

Die Gewerkschaft zeichnet jedoch ein angespannteres Bild. Nach ihrer Darstellung braucht Star Wars Eclipse zusätzliche Unterstützung. Sollte Quantic Dream tatsächlich 115 Stellen abbauen, könnte das die Produktion zumindest indirekt belasten.

Aktuell ist völlig offen, wann Star Wars Eclipse erscheint. Seit der Ankündigung 2021 gab es kaum neue öffentliche Informationen. Ein größerer interner Konflikt würde die Unsicherheit rund um das Projekt nicht kleiner machen.

Quantic Dream steht vor schwierigen Wochen

Noch ist der Stellenabbau nicht abgeschlossen. Nach Darstellung der Gewerkschaft laufen weiterhin Konsultationen und Verhandlungen. Die STJV fordert unter anderem, dass der gesetzliche Zeitraum eingehalten, die Kommunikation mit der Belegschaft verbessert und Alternativen zu Entlassungen geprüft werden.

Für Quantic Dream ist die Situation heikel. Das Studio muss nach dem Aus von Spellcasters Chronicles seine Zukunft neu sortieren, gleichzeitig aber eines der bekanntesten kommenden Star-Wars-Spiele weiterentwickeln.

Sollten sich die Angaben der Gewerkschaft bestätigen, wäre der geplante Stellenabbau ein schwerer Einschnitt für das Studio – und ein weiteres Beispiel dafür, wie angespannt die Lage in der Spielebranche bleibt.

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei PlayCentral kümmert er sich mit viel Herzblut um alles, was zockt, kracht und Spaß macht. Sei es ein Blockbuster mit Millionenbudget oder ein Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt. Immer kritisch, meistens fair und manchmal leicht übermüdet vom letzten Games-Marathon.
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