In den Steam-Diskussionsforen versuchen Kriminelle derzeit, hilfesuchende Nutzer zur Installation eines Krypto-Miners zu bewegen. Die manipulierten Beiträge tarnen sich als Lösungen für Spielabstürze, verschwundene Inventargegenstände und andere technische Probleme.
Statt eines echten Fehlerbehebungsprogramms landet jedoch Schadsoftware auf dem Windows-PC. Besonders tückisch ist, dass die Betroffenen die Installation selbst auslösen und dem schädlichen Skript dabei weitreichende Administratorrechte erteilen.
Gefälschte Hilfestellungen in den Steam-Foren
Wie funktioniert die neue Betrugsmasche auf Steam? Die Angreifer erstellen offenbar beliebige Steam-Konten und antworten auf bestehende Support-Beiträge. Dort fordern sie die Betroffenen dazu auf, PowerShell mit Administratorrechten zu öffnen und einen vorgegebenen Befehl auszuführen.
Diese als ClickFix bezeichnete Methode nutzt keine Sicherheitslücke in Steam aus. Stattdessen setzt sie auf Social Engineering und den verständlichen Wunsch, ein störendes Problem möglichst schnell zu lösen. Wer den Befehl aus einem unbekannten Forenbeitrag übernimmt, startet die Infektion eigenhändig.
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Das ausgeführte Skript präsentiert sich anschließend als Windows-Optimierungsprogramm und zeigt gefälschte Fortschrittsmeldungen an. Angeblich werden temporäre Dateien gelöscht, Treiber aktualisiert, Datenträger geprüft, der DNS-Zwischenspeicher geleert und Windows repariert. Diese Anzeigen dienen jedoch lediglich dazu, die tatsächlichen Vorgänge im Hintergrund zu verbergen.
XMRig belastet den Gaming-PC
Welche Schadsoftware wird auf den betroffenen PCs installiert? Hinter der vermeintlichen Optimierung steckt der Krypto-Miner XMRig. Die Software nutzt die Rechenleistung des Computers, um ohne Zustimmung des Besitzers Kryptowährungen für die Angreifer zu schürfen.
Dafür wird die ausführbare Datei unter einem unauffällig wirkenden Namen in einem Windows-Verzeichnis abgelegt. Gleichzeitig versucht das Skript, den betreffenden Ordner zu den Ausnahmen von Microsoft Defender hinzuzufügen. Dadurch soll verhindert werden, dass der integrierte Virenschutz die schädlichen Dateien erkennt oder entfernt.
Zusätzlich erstellt die Malware eine geplante Aufgabe, deren Name mit XMRig beginnt. Diese startet den Miner bei jedem Hochfahren von Windows erneut und führt ihn mit umfassenden Systemrechten aus. Mögliche Folgen sind eine dauerhaft hohe Prozessorlast, laut aufdrehende Lüfter, steigende Temperaturen, ein höherer Stromverbrauch und spürbare Leistungseinbrüche beim Spielen.
Schutzmaßnahmen für Steam-Nutzer
Wie können sich Steam-Nutzer vor dem Krypto-Miner schützen? Befehle für PowerShell, die Eingabeaufforderung oder andere Systemwerkzeuge sollten niemals ungeprüft aus einem öffentlichen Forenbeitrag übernommen werden. Besondere Vorsicht gilt, wenn unbekannte Nutzer Administratorrechte verlangen, Sicherheitswarnungen herunterspielen oder Änderungen an Microsoft Defender empfehlen.
Wer bereits einen solchen Befehl ausgeführt hat, sollte den PC zunächst vom Internet trennen und einen vollständigen Sicherheitsscan mit aktuellen Virendefinitionen durchführen. Zu den bekannten Warnzeichen zählen der Ordner C:\Windows\Background, eine darin gespeicherte Datei namens system.exe, eine Defender-Ausnahme für dieses Verzeichnis und eine geplante Aufgabe mit dem Präfix XMRig.
Da Schadsoftware weitere Komponenten nachladen oder Systemeinstellungen verändern kann, reicht das bloße Beenden eines verdächtigen Prozesses möglicherweise nicht aus. Bei einer bestätigten Infektion empfiehlt sich die Unterstützung durch erfahrene Fachleute. Bestehen weiterhin Zweifel an der vollständigen Bereinigung, ist eine saubere Neuinstallation von Windows die sicherste Lösung.
Seid ihr in einem Steam-Forum bereits auf verdächtige PowerShell-Anweisungen oder angebliche Optimierungsprogramme gestoßen? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare.




