Der berüchtigte „Hot Coffee“-Skandal aus GTA San Andreas wirkt bei Rockstar offenbar bis heute nach. Nach Angaben des ehemaligen Produzenten John Ricchio betreibt das Studio großen Aufwand, um gestrichene Inhalte vollständig aus seinen Spielen zu entfernen.
Denn auch deaktivierte Inhalte können von Moddern und Dataminern entdeckt werden.
Rockstar will keine versteckten Inhalte mehr ausliefern
Im Gespräch mit Kiwi Talkz erklärte Ricchio, dass es nach Hot Coffee als riskant gelte, nicht verwendete Inhalte in den Spieldateien zu belassen.
Rockstar versuche deshalb, alles aus dem finalen Build zu entfernen, was nicht offiziell veröffentlicht werden soll. Das könne Modelle, Skripte, Dialoge, Missionen oder nahezu fertige Features betreffen.
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Was war der Hot-Coffee-Skandal?
Für GTA San Andreas entwickelte Rockstar ursprünglich ein sexuell explizites Minispiel. Vor der Veröffentlichung wurde es deaktiviert, aber nicht vollständig gelöscht.
Modder fanden den versteckten Code später und machten ihn wieder zugänglich. Die Kontroverse führte dazu, dass GTA San Andreas in den USA zeitweise die Altersfreigabe „Adults Only“ erhielt.
Rockstar musste eine überarbeitete Version des Spiels veröffentlichen, in der die Inhalte entfernt waren.
Gestrichene Ideen kehren nur selten zurück
Ricchio zufolge verwendet Rockstar entfernte Inhalte zudem nur selten in späteren Spielen wieder. Ob sich alte Level, Skripte oder Funktionen übernehmen lassen, hänge stark davon ab, wie sehr sich Technik und Entwicklungswerkzeuge zwischen zwei Projekten verändert haben.
Eine Ausnahme sei GTA 4 gewesen. Teile des Spiels sollen ursprünglich aus einem anderen, später eingestellten Projekt stammen. Dass gestrichene Inhalte aus GTA 5 automatisch in GTA 6 auftauchen, ist daher eher unwahrscheinlich.
Hot Coffee bleibt eine wichtige Lektion
Der Skandal hat Rockstars interne Abläufe offenbar dauerhaft verändert. Für das Studio gilt seitdem sinngemäß: Versteckt ist nicht dasselbe wie entfernt.





