Artikel

No Law zeigt neue Unreal-Engine-5-Tech-Demo – so dicht soll Port Desire werden

Ein neues Open-World-Cyberpunk-Spiel sorgt gerade für Aufsehen, weil es nicht nur stilistisch sitzt, sondern auch technisch richtig aufdreht: No Law, ein Tech-Noir-First-Person-RPG des schwedischen Studios Neon Giant, hat ein frisches Entwicklungsupdate samt neuem Footage bekommen. Und die gezeigten Szenen lassen erahnen, dass uns hier ein Unreal-Engine-5-Vorzeigeprojekt ins Haus steht.

No Law wurde erstmals bei den The Game Awards im Dezember 2025 offiziell angekündigt. Einen Release-Termin gab es damals noch nicht, aber der Reveal wirkte schon so, als sei das Projekt deutlich weiter als eine reine Konzeptphase. Diese Einschätzung bekommt jetzt neues Futter: Mitte Juni 2026 zeigte Neon Giant auf der Unreal Fest Chicago eine rund sechs Minuten lange Tech-Demo, die nicht nur die Optik, sondern auch mehrere Kernsysteme hinter der Fassade erklärt.

Port Desire setzt auf Dichte statt Gigantismus

Was macht die Open World von No Law besonders? Laut Neon Giant will No Law gar nicht versuchen, reine Größe gegen andere Genre-Giganten auszuspielen. Stattdessen konzentriert sich das Team auf eine kleinere, aber deutlich dichtere Stadt: Port Desire soll sich an jeder Ecke handgemacht anfühlen, mit hoher Detailtiefe auf Straßenebene, in Innenräumen und in den kleinen Zwischenschichten einer vertikalen Cyberpunk-Metropole.

Wir wollten nicht die größte Welt, sondern die dichteste. Eine Stadt, die sich auf jeder Ebene bewohnt anfühlt, in der jede Ecke Geschichte trägt und jede Oberfläche eine Story erzählt.

Magischen Merch entdecken! ✨

Zauberstäbe, Deko & Sammlerstücke – jetzt auf Zauberkram.de. 🧙‍♂️

Zum Shop

Damit positioniert sich das Projekt auch klar gegenüber dem oft zitierten Vergleich mit Cyberpunk 2077 und Night City. Die Botschaft: weniger Quadratkilometer, mehr Charakter. Für Fans von immersiven RPG-Welten könnte genau das der spannendere Ansatz sein, weil die Umgebung nicht nur Kulisse sein soll, sondern ein aktiver Teil der Erzählung und des Chaos, das die Spielenden auslösen.

Unreal Engine 5 als Basis für Optik ohne Kompromisse

Welche Technik steckt hinter der Grafik von No Law? Ein zentrales Element ist Unreal Engine 5 Nanite. Neon Giant betont, dass die detailreichen Umgebungen nicht durch prozedurale Generierung entstehen, sondern bewusst per Hand gebaut werden. Gerade für ein Studio mit nur ein paar Dutzend Leuten ist das normalerweise ein harter Spagat zwischen Anspruch und Performance, weil hochauflösende Assets normalerweise extrem viel Optimierungsarbeit fressen.

Nanite soll genau diesen Flaschenhals entschärfen: Die Technik kann sehr komplexe Geometrie effizienter verarbeiten, wodurch weniger manuelles Herunterrechnen von Details nötig ist. Unterm Strich bedeutet das: Port Desire darf dreckig, überladen und glaubwürdig wirken, ohne dass Neon Giant jedes einzelne Objekt zu Tode optimieren muss, nur damit es flüssig läuft.

Bis zu 3000 NPCs und dynamische Crowd-Logik

Wie belebt soll die Stadt in No Law wirken? Für die Menschenmassen setzt Neon Giant auf das Mass-Framework von Unreal Engine 5. Damit sollen laut Studio mehr als 3000 Charaktere gleichzeitig simuliert werden können. Zum Vergleich: Das übertrifft sogar die komplette NPC-Anzahl aus dem bisherigen Neon-Giant-Spiel The Ascent, was zeigt, wie stark der Sprung bei der Bevölkerungsdichte ausfallen könnte.

Dazu kommen MetaHuman, MetaHuman Animator und eigene Tools zur Charakter-Randomisierung, damit Port Desire nicht wie eine Stadt aus Klonen wirkt. Auch wenn die Umgebungen bewusst nicht prozedural gebaut sind, greift das Team bei der NPC-Vielfalt also auf Systeme zurück, die ähnliche Ziele verfolgen: Variation, Masse und Wiedererkennbarkeit vermeiden.

Besonders spannend klingt die Crowd-Reaktivität: Neon Giant will unterschiedliche Menschenmengen abhängig von Ort, Wetter und Tageszeit erzeugen. Ein Beispiel aus der Präsentation: Ein Gewitter könnte die Straßen in den Slums leeren, während andere, sinnenfreudigere Viertel davon kaum beeindruckt sind. Dieses Verhalten zahlt auf das aus, was das Team als player-driven chaos beschreibt, also eine Stadt, die nicht nur hübsch ist, sondern auf das Verhalten der Spielenden und die Umstände dynamisch reagiert.

Release noch offen, 2027 wirkt realistisch

Wann erscheint No Law und für welche Plattformen? Offiziell gibt es weiterhin kein Release-Zeitfenster. Klar ist bisher vor allem: No Law ist ein Singleplayer-Spiel und wird als Mix aus Action, RPG, Open World und FPS beschrieben. Als Publisher ist Krafton an Bord, entwickelt wird bei Neon Giant.

Da sich das Projekt laut aktuellem Stand seit rund fünf Jahren in Arbeit befindet und bereits eine umfangreiche Tech-Demo öffentlich gezeigt wurde, wirkt ein Launch im Jahr 2027 zumindest plausibel. Eine konkrete Bestätigung dafür steht allerdings noch aus.

Was hältst du von No Law: Reizt dich der Ansatz, eine kleinere, aber dichtere Cyberpunk-Stadt zu erkunden, oder muss eine Open World für dich vor allem riesig sein? Schreib es gern in die Kommentare.

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei PlayCentral kümmert er sich mit viel Herzblut um alles, was zockt, kracht und Spaß macht. Sei es ein Blockbuster mit Millionenbudget oder ein Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt. Immer kritisch, meistens fair und manchmal leicht übermüdet vom letzten Games-Marathon.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Neueste
Älteste Am meisten gewählt
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"