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Games: Ist Free2Play bereits an seine Grenzen gekommen?

Von Christian Liebert - News vom 24.11.2014 09:27 Uhr

Während der GameON: Finance Konferenz in Toronto ging SuperData-CEO Joost van Dreunen auf das Free2Play-Modell ein und prophezeit in einer Präsentation den Rückgang der Vormachtstellung und eine Teilung des Marktes.

Als 2009 das kostenlose MMORPG Runes of Magic seinen Siegeszug feierte und Millionen Spieler für sich begeistern konnte, sprachen viele auch von einem Siegeszug des Free2Play-Modells. Gratis-Download, keine monatlichen Gebühren und ein deftiger Item-Shop – so sehen seither viele Onlinespiele aus. Dabei ist nicht alles Gold, was glänzt. Neben vielen Musterbeispielen, wie League of Legends, das ein völlig faires System anbietet, gibt es eben auch einen sehr großen Anteil Abzocker, die Spielern mit geschickten Mechaniken das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Gerade der Mobile-Markt ist hier ziemlich belastet.

Lange galt das Free2Play-Modell nun als das Nonplusultra, wenn es darum ging, möglichst schnell viele Spieler zu generieren und sein Game erfolgreich auf dem Markt zu platzieren. Dass langfristige Höhenflüge allerdings nicht garantiert sind, zeigt der Trend der letzten Jahre, dass immer mehr „kostenlose Onlinespiele“ schneller von der Bildfläche verschwinden, als sie erschienen sind. Ist ein Ende der F2P-Ära in Sicht? Laut SuperData Chef Joost van Dreunen könnte das Finanzierungsmodell bereits an seine Grenzen gekommen sein. Auf der GameON: Finance Konferenz in Toronto sprach der Analyst diesen Umstand innerhalb seiner Präsentation an.

Dabei vergleicht er Gaming mit TV- und Kino-Medien und gibt an, dass es nach wie vor einen sehr großen Markt gibt, Filme für 15 Dollar im IMAX zu gucken. Weiter führt er als Paradebeispiel World of Warcraft an, das immer noch auf ein Abo-Modell setzt und so immerhin rund 10 Millionen zahlende Kunden hat, die auch bereit sind, sich ein kostenpflichtiges Erweiterungspaket (Warlords of Draenor) zu kaufen. So wie es aber auch kostenlose Inhalte (Fernsehen) bei den Unterhaltungsmedien gibt, wird sich der Spielemarkt auch weiter aufteilen.

„Wir haben dann die kostenlosen Games, die Browser- und Mobile-Spiele sowie die Blockbuster. Alle haben verschiedene Kundschaft.“

„Auf der einen Seite haben wir Free2Play, das bereits seine Grenzen erreicht hat – in gewisser Hinsicht. Und dann ist da die Premium-Kundschaft, die sagt: 'Ja, ich möchte das Spiel kaufen'.“

Er führt an, dass auf dem Mobile-Markt, auf dem Free2Play das dominanteste Modell ist, bereits ein Rückgang zu erkennen wäre.

„Sie bevorzugen Premium. Nehmen wir Minecraft. Das kaufst du für 6 Dollar auf dem Tablett und das ist alles, was du brauchst. Sicher, du kannst Erweiterungspakete kaufen, aber die Spielerfahrung ist da. Und ich denke, das ist auch das Beste für Kinder und Eltern, was die Unternehmen noch begreifen müssen. Die Plattformen haben das längst erkannt und sagen: 'Wir wollen Kindern keine Spiele bewerben, bei denen sie Ingame Geld ausgeben müssen'.“

Damit bezieht er sich auf die jüngste Entscheidung von Apple, Spiele mit Mikrotransaktionen nicht länger als kostenlos zu markieren. Allerdings wurde dieser Schritt mit durch eine EU-Komission bewirkt, die eben diesen Umstand offen kritisierte.

Was denkt ihr: Wird Free2Play langsam rückläufig bzw. würdet ihr nach wie vor solche Games bevorzugen, weil sie „kostenlos“ sind?

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