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Take-Two meldet Rekordjahr vor GTA 6 und hält Ausschau nach Übernahmen

Noch bevor GTA 6 im November erscheint, kann Take-Two Interactive auf ein Rekordjahr zurückblicken. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025/2026 stiegen die Nettobuchungen des Publishers auf 6,72 Milliarden US-Dollar.

Damit übertraf Take-Two nicht nur den Vorjahreswert deutlich. Das Ergebnis lag nach Angaben des Unternehmens auch rund 750 Millionen Dollar über der ursprünglich ausgegebenen Prognose.

In einem Schreiben an die Aktionäre blickt CEO Strauss Zelnick nun bereits auf das laufende Geschäftsjahr voraus. GTA 6 soll Take-Two in eine neue Größenordnung führen. Gleichzeitig will das Unternehmen in Technologien investieren und hält sich weitere Übernahmen offen.

Take-Two erreicht 6,72 Milliarden Dollar

Die Nettobuchungen von Take-Two stiegen im Geschäftsjahr 2025/2026 um 19 Prozent von 5,65 auf 6,72 Milliarden Dollar.

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Bei den Nettobuchungen handelt es sich nicht um den klassischen Umsatz nach Rechnungslegungsstandards. Take-Two verwendet die Kennzahl für den Nettowert der im jeweiligen Zeitraum digital verkauften oder physisch an Händler ausgelieferten Produkte und Dienste. Dazu gehören auch Lizenzgebühren, In-Game-Werbung und weitere Erlöse.

Der nach GAAP ausgewiesene Nettoumsatz lag bei 6,66 Milliarden Dollar und damit 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Unterm Strich verzeichnete Take-Two allerdings weiterhin einen Nettoverlust von 298,2 Millionen Dollar. Dieser fiel wesentlich niedriger aus als im Vorjahr, das von milliardenschweren Wertberichtigungen belastet war.

GTA 5 und GTA Online bleiben wichtige Umsatztreiber

Obwohl GTA 6 noch nicht erschienen ist, trug die Grand-Theft-Auto-Reihe erneut erheblich zum Ergebnis bei.

Take-Two nennt GTA Online und GTA 5 gemeinsam mit NBA 2K26, NBA 2K25, Borderlands 4 sowie mehreren Zynga-Titeln als größte Beiträge zu den Nettobuchungen.

Im Geschäftsbericht führt das Unternehmen den Anstieg der Nettobuchungen unter anderem auf die Reihen NBA 2K, Borderlands und Grand Theft Auto zurück. Der Nettoumsatz der GTA-Reihe erhöhte sich im Jahresvergleich laut Take-Two um 115,1 Millionen Dollar.

NBA 2K und Zynga stellen neue Bestwerte auf

Nach Angaben von Strauss Zelnick übertraf jedes Label die ursprünglichen Erwartungen des Konzerns.

NBA 2K erzielte Rekordwerte bei den Nettobuchungen und den wiederkehrenden Konsumausgaben. Dazu zählen beispielsweise virtuelle Währungen, Zusatzinhalte, In-Game-Käufe und Werbung.

Auch Zynga erreichte laut Take-Two die höchsten Nettobuchungen seit der Übernahme des Mobile-Publishers im Jahr 2022. Die GTA-Reihe habe gleichzeitig weiterhin für hohe Einnahmen und eine starke Beteiligung der Spielerschaft gesorgt.

Mobile-Geschäft liegt fast gleichauf mit Konsole und PC

Besonders auffällig ist die inzwischen enorme Bedeutung des Mobile-Bereichs.

Take-Two erzielte im Geschäftsjahr 2025/2026 einen Nettoumsatz von:

PlattformNettoumsatzAnteil
Mobile3,33 Milliarden Dollar50,1 Prozent
Konsole2,60 Milliarden Dollar39,0 Prozent
PC und Sonstiges726,1 Millionen Dollar10,9 Prozent

Mobile allein lag damit praktisch gleichauf mit Konsole, PC und sonstigen Plattformen zusammen, die auf rund 3,32 Milliarden Dollar kamen.

Hier ist allerdings eine wichtige Unterscheidung nötig: Diese Aufteilung bezieht sich auf den Nettoumsatz, nicht auf die Nettobuchungen. Bei den Nettobuchungen entfielen 3,30 Milliarden Dollar beziehungsweise 49 Prozent auf Mobile.

Mit dem Konsolenstart von GTA 6 dürfte sich dieses Verhältnis im laufenden Geschäftsjahr wieder zugunsten der Konsolen verschieben.

GTA 6 soll das nächste Rekordjahr einleiten

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet Take-Two Nettobuchungen zwischen 8,0 und 8,2 Milliarden Dollar. Das wäre noch einmal ein deutlicher Sprung gegenüber dem bisherigen Rekord.

Zelnick bezeichnet das Geschäftsjahr als möglichen entscheidenden Wendepunkt für das Unternehmen. Im Zentrum steht die geplante Veröffentlichung von GTA 6 am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S.

Take-Two erwartet außerdem einen operativen Cashflow von mehr als einer Milliarde Dollar. Das Unternehmen will damit das kreative und wirtschaftliche Potenzial seiner Marken ausschöpfen und weiteres Wachstum finanzieren.

Take-Two schließt weitere Übernahmen nicht aus

Ein Teil der erwarteten finanziellen Mittel könnte für weitere Zukäufe eingesetzt werden.

Im Schreiben an die Aktionäre erklärt Take-Two, dass der Konzern nach wertsteigernden M&A-Möglichkeiten Ausschau halten möchte. M&A steht für Fusionen und Übernahmen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass bereits ein konkretes Studio oder Unternehmen übernommen werden soll. Take-Two nennt weder mögliche Kandidaten noch einen Zeitplan. Die Aussage zeigt lediglich, dass passende Zukäufe weiterhin Bestandteil der Wachstumsstrategie sind.

Der Verwaltungsrat überwacht laut Proxy-Unterlagen Wachstumschancen durch Übernahmen, Partnerschaften und organische Initiativen. Zu den größeren Akquisitionen der vergangenen Jahre gehören Zynga und Gearbox Entertainment.

Investitionen in neue Technologien geplant

Take-Two will den erwarteten Cashflow außerdem verwenden, um in Technologien zu investieren, die kreative Möglichkeiten erweitern und Arbeitsabläufe effizienter machen sollen.

Welche konkreten Systeme gemeint sind, führt das Schreiben nicht aus. Die Proxy-Unterlagen erwähnen an anderer Stelle jedoch ausdrücklich Künstliche Intelligenz als eine der technologischen Entwicklungen, mit denen sich der Verwaltungsrat beschäftigt.

Daraus lässt sich schließen, dass KI bei Take-Two eine Rolle spielt. Die Unterlagen sagen aber nicht, dass die angekündigten Technologieinvestitionen ausschließlich oder überwiegend in KI fließen werden. Eine solche Zuspitzung wäre momentan nicht belegt.

Wiederkehrende Ausgaben dominieren das Geschäft

Ein großer Teil des Geschäfts von Take-Two entsteht inzwischen nicht mehr durch den einmaligen Verkauf eines Spiels.

Die sogenannten wiederkehrenden Konsumausgaben stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 17 Prozent und machten 78 Prozent der gesamten Nettobuchungen aus.

Dazu gehören:

  • virtuelle Währungen
  • Zusatzinhalte
  • In-Game-Käufe
  • In-Game-Werbung

GTA Online, NBA 2K und zahlreiche Mobile-Spiele sorgen damit auch lange nach ihrer ursprünglichen Veröffentlichung für laufende Einnahmen.

Aktionärsversammlung findet im September statt

Take-Two lädt seine Anteilseigner am 17. September 2026 zu einer virtuellen Aktionärsversammlung ein.

Dabei wird unter anderem über die Wahl von zehn Mitgliedern des Verwaltungsrats, die Vergütung der Führungsebene und die Bestätigung des Wirtschaftsprüfers abgestimmt.

Die Versammlung findet damit rund zwei Monate vor dem geplanten Release von GTA 6 statt. Neue Spieleankündigungen sind von einem solchen Termin nicht automatisch zu erwarten. Im Mittelpunkt stehen vor allem Unternehmensführung und formale Abstimmungen.

Take-Two geht mit Rückenwind in den GTA-6-Launch

Take-Two ist bereits vor der Veröffentlichung von GTA 6 deutlich gewachsen. NBA 2K, Zynga und die weiterhin enorm erfolgreiche GTA-Reihe sorgten dafür, dass der Publisher seine ursprünglichen Erwartungen klar übertraf.

GTA 6 soll diesen Aufwärtstrend noch einmal erheblich beschleunigen. Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Plattformverteilung, wie stark Take-Two inzwischen vom Mobile-Geschäft und wiederkehrenden Ausgaben abhängig ist.

Übernahmen bleiben möglich, wurden aber bislang nur allgemein als Teil der Wachstumsstrategie genannt. Ein konkreter Deal lässt sich aus den Unterlagen derzeit nicht ableiten.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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