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GTA 6 für 80 Euro – Tech-Analyst hält sogar 200 Euro für angemessen

Grand Theft Auto VI startet laut Rockstar Games bei umgerechnet rund 80 Euro und genau dieser Preis sorgt gerade für eine ungewöhnliche Debatte. Denn während viele Fans bereits schlucken, weil neue AAA-Spiele gefühlt jedes Jahr teurer werden, hält ein prominenter Tech-Analyst den Betrag nicht für zu hoch, sondern für viel zu niedrig.

Ben Thompson, Autor des Stratechery-Newsletters, hat in der Tech-Show TBPN nämlich einen Satz gesagt, der in der Gaming-Bubble wie ein Stun-Grenade-Effekt nachhallt: Er findet den Preis von 80 Euro für Grand Theft Auto VI geradezu lächerlich und meint, Rockstar hätte eher 200 Euro verlangen sollen.

Der 200-Euro-Hot-Take und warum er so viel Staub aufwirbelt

Warum fordert ein Analyst 200 Euro für Grand Theft Auto VI? Thompson argumentiert, Rockstar verlange für den Umfang und die Produktionsleistung zu wenig. In der Sendung wurde er zwar direkt dafür aufgezogen, dass ihn dieser Take vermutlich unbeliebt machen dürfte, aber er blieb bei seiner Einschätzung.

Rockstar verlangt meiner Meinung nach viel zu wenig für dieses Spiel. Sie nehmen was, 80 Euro? Das ist ein Spiel… Nein, sie sollten eher so etwas wie 200 Euro dafür verlangen.

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Welche Begründung liefert Thompson für seine Einschätzung? Er beschreibt Grand Theft Auto VI als eine Art Endpunkt klassischer AAA-Entwicklung: jahrelange Arbeit, enorme Detailverliebtheit und ein Produktionsprozess, der noch stark aus der Vor-KI-Ära stammen soll. Er nennt das Spiel sinngemäß den Gipfel traditioneller AAA-Handwerkskunst, inklusive all der bekannten Schattenseiten, die Großproduktionen seit Jahren begleiten.

Besonders zynisch wirkt dabei sein Verweis auf den Online-Noise rund um Rockstar: Selbst Crunch werde von Außenstehenden inzwischen obsessiv “gemessen”, etwa über Social-Media-Analysen, die jedes Detail rund ums Studio interpretieren wollen. Für Thompson ist genau diese extrem hohe Erwartungshaltung Teil des Arguments, dass Rockstar eigentlich deutlich höher bepreisen könnte.

80 Euro als Schnäppchen und der Blick von außerhalb der Games-Branche

Wie reagieren andere Stimmen auf den 80-Euro-Preis? Ein spannender Punkt: Nicht nur in der Gaming-Community, auch in Tech- und Investment-Kreisen scheint Verwunderung durchzuschimmern, dass Take-Two beim mutmaßlich größten Entertainment-Release des Jahrzehnts nicht stärker an der Preisschraube dreht. Laut den vorliegenden Informationen soll die Aktie von Take-Two nach der ersten Preisenthüllung sogar kurzzeitig unter Druck geraten sein, weil der Markt den Preis offenbar als zu konservativ bewertet hat.

Welche Preisdebatte gab es schon vorab? Bereits Anfang 2025 hatte Matthew Ball, Venture-Capital-Analyst und inzwischen für Strategie bei Xbox tätig, öffentlich in den Raum gestellt, ein Preis von umgerechnet etwa 100 Euro könne helfen, die Hemmschwelle für teurere Games zu brechen. Hintergrund: explodierende Budgets und immer schwierigere Refinanzierung für Publisher. Damals klang das für viele nach völliger Übertreibung. Über ein Jahr später liegt Grand Theft Auto VI mit seiner Basis-UVP von rund 80 Euro zumindest näher an dieser “Tabu-Bruch”-Zone, als es Fans lange erwartet hatten.

Was steckt hinter der Deluxe Edition? Zusätzlich heizt eine Deluxe Edition die Diskussion an: Bestimmte kleinere Inhalte sollen erst dort enthalten sein. Genau das sorgt bei vielen dafür, dass sich die Deluxe-Version wie der eigentliche Preis für das volle Paket anfühlt, selbst wenn das Basisspiel natürlich weiterhin die Hauptkampagne und den Kernumfang abdecken dürfte.

Zwischen Luxus-Hobby und Kulturkampf um Preise

Wie ordnen die TBPN-Hosts die Kritik an 80 Euro ein? In der Sendung wurde über Beschwerden zum Preis ziemlich offen gespottet. Ein Host zitierte sinngemäß die Haltung, man hätte in zehn Jahren locker 80 Euro zusammensparen können, ein anderer verwies auf Kinder, die mit kleinen Aktionen schnell über 100 Euro einnehmen würden. Thompson selbst meinte, er bewege sich bei dem Thema vorsichtig, hielt aber gleichzeitig dagegen, dass viele Gamer aus seiner Sicht überreagieren würden.

Warum trifft diese Debatte gerade jetzt einen Nerv? Weil sie zwei Realitäten aufeinanderprallen lässt: Auf der einen Seite stehen steigende Lebenshaltungskosten, Abo-Müdigkeit und das Gefühl, dass Gaming gerade im AAA-Bereich zum Premium-Luxus wird. Auf der anderen Seite stehen die größten Blockbuster, die inzwischen so teuer in der Herstellung sind, dass Publisher nach neuen Preishebeln suchen, sei es durch höhere Grundpreise, Deluxe-Modelle oder zusätzliche Monetarisierung.

Interessant am Thompson-Take ist dabei auch das Paradoxon: Er sagt, er plane gar nicht zu spielen, wolle es aber trotzdem kaufen. Genau diese Haltung erinnert an ein kulturelles “Event-Produkt”, das man besitzen will, weil es ein Stück Popkultur ist, nicht nur ein Spiel für die Freizeit.

Wie siehst du das: Sind 80 Euro für Grand Theft Auto VI schon zu viel, oder wirkt der Preis angesichts von Umfang und Entwicklungskosten sogar überraschend niedrig? Schreib es gern in die Kommentare.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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