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Xbox verliert ein Drittel seiner großen Studio-Übernahmen – der Spencer-Plan zerfällt

Die aktuelle Entlassungswelle bei Xbox ist nicht nur eine weitere harte Sparmaßnahme. Sie markiert auch das Ende einer Strategie, mit der Microsoft seine Gaming-Sparte über Jahre hinweg groß machen wollte: Studios kaufen, exklusive Spiele sichern, den Game Pass füttern und Xbox als Ökosystem stärken. Genau dieser Plan bekommt nun immer deutlichere Risse.

Im Zuge des großen Xbox-Umbaus trennt sich Microsoft von mehreren bekannten Entwicklerteams. Ninja Theory und Undead Labs sollen zu neuen Eigentümern wechseln, während Double Fine Productions und Compulsion Games wieder unabhängig werden. Arkane wird zudem strategisch geprüft, wobei wegen des Standorts in Frankreich zunächst ein vorgeschriebener Beratungsprozess läuft.

Damit ist ein auffälliger Teil jener Studios nicht mehr bei Xbox, die Microsoft während der Ära von Phil Spencer übernommen hatte.

Mehrere gekaufte Studios sind schon wieder weg

Unter Spencer hatte Microsoft massiv in eigene Entwicklerstudios investiert. Dazu gehörten unter anderem Ninja Theory, Undead Labs, Compulsion Games, Double Fine, Obsidian, InXile, Playground Games sowie später Bethesda und Activision Blizzard.

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Doch ein Teil dieser Einkaufstour ist inzwischen wieder rückabgewickelt oder stark beschädigt. Zu den Studios, die nicht mehr regulär zu Xbox gehören oder geschlossen wurden, zählen unter anderem:

Ninja Theory, Undead Labs, Double Fine und Compulsion Games verlassen Xbox im Zuge des aktuellen Umbaus. Tango Gameworks wurde 2024 geschlossen und später von Krafton übernommen. Alpha Dog Games und Roundhouse Studios wurden ebenfalls geschlossen. Toys for Bob machte sich bereits 2024 unabhängig. Arkane Austin wurde 2024 dichtgemacht.

Je nach Zählweise hat Xbox damit ungefähr ein Drittel der Studios verloren, die während Spencers Führungszeit übernommen wurden.

Der Game-Pass-Traum wird kleiner

Besonders brisant ist das, weil diese Studios ursprünglich ein zentraler Baustein der Xbox-Zukunft sein sollten. Microsoft wollte mit eigenen Teams regelmäßig neue Spiele liefern, die den Game Pass attraktiver machen und Xbox unabhängiger von externen Publishern aufstellen.

Nun passiert das Gegenteil: Die interne Studio-Landschaft wird kleiner, mehrere Projekte wechseln in neue Eigentümerstrukturen und Xbox konzentriert sich stärker auf große Marken mit klarer Priorität.

Offiziell sollen angekündigte Projekte zwar nicht gestrichen worden sein. So sollen Ninja Theory und Undead Labs weiterhin Finanzierung erhalten, um aktuelle Projekte wie Senua und State of Decay 3 fortzuführen. Trotzdem ist offen, ob diese Spiele langfristig noch dieselbe Rolle für Xbox und den Game Pass spielen wie ursprünglich geplant.

Xbox richtet sich neu aus

Der Umbau zeigt, dass Microsoft seine Gaming-Sparte neu bewertet. Statt möglichst viele Studios unter einem Dach zu sammeln, geht es nun offenbar stärker um Effizienz, große Marken und Plattformen mit hoher Reichweite.

Mojang und King sollen künftig eine noch wichtigere Rolle spielen, weil Minecraft und Candy Crush zu den größten Xbox-Marken nach aktiven Spielerzahlen gehören. Gleichzeitig sollen andere Bereiche verschlankt und Investitionen auf wichtigere Projekte konzentriert werden.

Für Xbox-Fans ist das ein deutlicher Kurswechsel. Die große Studio-Offensive der vergangenen Jahre sollte eigentlich zeigen, dass Microsoft langfristig in eigene Spiele investiert. Jetzt wirkt sie eher wie ein Experiment, das nur teilweise aufgegangen ist.

Für die betroffenen Entwicklerinnen und Entwickler ist die Lage ohnehin bitter: Tausende Menschen verlieren ihre Jobs, während mehrere Studios in eine ungewisse Zukunft gehen. Für Xbox bleibt die große Frage, ob der neue, schlankere Kurs wirklich funktioniert – oder ob Microsoft damit genau jene Vielfalt verliert, die man sich einst teuer erkauft hatte.

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei PlayCentral kümmert er sich mit viel Herzblut um alles, was zockt, kracht und Spaß macht. Sei es ein Blockbuster mit Millionenbudget oder ein Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt. Immer kritisch, meistens fair und manchmal leicht übermüdet vom letzten Games-Marathon.
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