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PlayStation-Fans wehren sich: Petition gegen Sonys Disc-Aus explodiert

Sony hat mit dem geplanten Ende physischer PlayStation-Spiele eine gewaltige Diskussion ausgelöst. Ab Januar 2028 sollen neue Spiele für PlayStation-Konsolen nicht mehr auf Disc erscheinen. Künftige Releases werden dann nur noch digital verkauft, direkt im PlayStation Store oder bei Händlern in digitalen Formaten. Für Sammler, Gebrauchtkäufer und Fans physischer Spiele ist das ein massiver Einschnitt.

Nun formiert sich sichtbarer Widerstand. Eine Petition mit dem Titel „Don’t Kill the Disc: Tell Sony to Keep Physical PlayStation Games“ wächst seit Sonys Ankündigung rasant und hat nach wenigen Tagen bereits einen großen Meilenstein erreicht. Laut aktuellen Berichten konnte die Petition innerhalb kurzer Zeit mehr als 100.000 Unterschriften sammeln.

„Don’t Kill the Disc“: Fans wollen Sonys Entscheidung kippen

Die Petition fordert Sony dazu auf, die Entscheidung zu überdenken und auch künftig physische PlayStation-Spiele anzubieten. Gestartet wurde sie von Jade Pearce, die mit PNP Games verbunden ist, einem kanadischen Händler für physische Retro- und moderne Spiele. 80 Level berichtete bereits kurz nach dem Start, dass die Petition in weniger als 24 Stunden über 16.000 verifizierte Unterschriften gesammelt hatte.

Kurz darauf wuchs der Protest weiter. In einem Update auf Change.org hieß es, dass nach weniger als 48 Stunden bereits über 40.000 Unterstützer unterschrieben hatten. Inzwischen berichten mehrere Seiten, dass die Petition die Marke von 100.000 Unterschriften erreicht hat.

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Die Botschaft der Petition ist eindeutig: Fans wollen nicht, dass digitale Käufe zur einzigen Option werden. Es geht dabei nicht nur um Nostalgie oder schöne Boxen im Regal, sondern um Besitz, Weiterverkauf, Verleihen, Sammeln und langfristigen Zugang zu Spielen.

Warum die Community so heftig reagiert

Sony begründet das Disc-Aus mit veränderten Kaufgewohnheiten. Digitale Spiele hätten physische Medien deutlich überholt. Reuters berichtet unter Berufung auf Sony, dass digitale Downloads im Geschäftsjahr 2025 rund 80 Prozent der Vollspiel-Verkäufe ausmachten. Ab Januar 2028 sollen neue PlayStation-Titel deshalb nur noch digital über den PlayStation Store oder digitale Händlerformate verkauft werden.

Genau hier liegt aber der Streitpunkt. Für viele Spieler ist ein digitales Spiel nicht dasselbe wie eine Disc. Eine Disc kann verliehen, verkauft, getauscht, gesammelt oder später weitergegeben werden. Bei digitalen Käufen hängt dagegen alles an Accounts, Lizenzen, Stores und Servern.

Die Petition bringt diesen Punkt sehr deutlich auf den Tisch: Eine Box mit Downloadcode sei kein echtes physisches Spiel, sondern nur eine digitale Lizenz in einer Verpackung. Das trifft einen Nerv, weil viele Spieler schon länger befürchten, dass sie in einer rein digitalen Zukunft weniger Kontrolle über ihre gekauften Spiele haben.

Sony hat den Umbau offenbar längst vorbereitet

So laut der Protest inzwischen ist: Ein Zurückrudern könnte für Sony schwierig werden. Denn parallel zur Ankündigung wurde bekannt, dass Sonys großes Disc-Werk im österreichischen Thalgau bereits umgebaut wird.

Laut VGC produziert der Standort derzeit rund 600.000 Discs pro Tag. Sony DADC investiert demnach etwa 30 Millionen Euro in neue Technik, um dort künftig optische Mikrolinsen statt Discs zu fertigen. Die rund 300 Beschäftigten sollen laut Bericht umgeschult werden; Entlassungen seien nach Angaben des Unternehmens nicht geplant.

Auch Engadget berichtet unter Berufung auf ORF Salzburg, dass Sony bereits rund 34 Millionen US-Dollar beziehungsweise 30 Millionen Euro in die Umrüstung des Werks investiert hat. Die Produktion optischer Mikrolinsen soll demnach bereits im kommenden Jahr starten.

Das macht die Lage für die Petition kompliziert. Wenn Produktionslinien bereits physisch umgebaut und Mitarbeitende neu geschult werden, wirkt ein kompletter Kurswechsel weniger wahrscheinlich.

Alte Disc-Spiele sind nicht betroffen

Wichtig ist trotzdem die Einschränkung in Sonys Ankündigung: Das Disc-Aus betrifft neue Spiele ab Januar 2028. Bereits veröffentlichte Spiele oder Titel, die noch vor diesem Datum als Disc erscheinen, sollen nicht betroffen sein. Reuters verweist ebenfalls darauf, dass die Änderung nicht für Spiele gilt, die schon erschienen sind oder bereits vor dem Stichtag eine Disc-Veröffentlichung erhalten sollen.

Das bedeutet: Bestehende PS4- und PS5-Discs verschwinden nicht plötzlich aus den Regalen. Auch eine Nachproduktion älterer Titel ist nach bisherigen Berichten nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Der harte Schnitt betrifft neue Veröffentlichungen ab Januar 2028.

Für die Community ändert das aber wenig am Grundproblem. Sobald neue PlayStation-Spiele nicht mehr physisch erscheinen, bricht langfristig auch der klassische Gebrauchtmarkt für kommende Titel weg. Außerdem verlieren Sammler die Möglichkeit, neue Veröffentlichungen dauerhaft als Disc ins Regal zu stellen.

Protest trifft Sony in einer heiklen Woche

Die Petition kommt für Sony zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Neben dem Disc-Aus kündigte das Unternehmen auch die schrittweise Schließung des PlayStation Store auf PS3 und PS Vita an. Reuters berichtet, dass der Store in ersten Märkten bereits 2026 geschlossen wird und die weltweite Schließung für PS3 und PS Vita im Juli 2027 folgen soll. Bereits gekaufte Inhalte sollen danach weiterhin „auf absehbare Zeit“ downloadbar bleiben.

Für viele Fans ergibt sich dadurch ein besorgniserregendes Gesamtbild: Neue Spiele sollen künftig nur noch digital erscheinen, während alte digitale Stores nach und nach verschwinden. Genau diese Kombination befeuert die Debatte um digitale Besitzrechte, Spieleerhalt und langfristige Verfügbarkeit.

Kann die Petition Sony noch umstimmen?

Ob die Petition am Ende tatsächlich etwas bewirken kann, ist offen. 100.000 Unterschriften sind ein starkes Signal, aber Sony hat die Entscheidung öffentlich mit langfristigen Markttrends begründet und im Hintergrund offenbar schon konkrete Produktionsschritte eingeleitet.

Ganz ausgeschlossen ist ein Effekt trotzdem nicht. Sony hat in der Vergangenheit bereits auf Community-Druck reagiert. 2021 wollte das Unternehmen die Stores von PS3 und PS Vita schon einmal schließen, ruderte nach heftiger Kritik aber zurück. Diesmal wirkt die Entscheidung allerdings deutlich grundsätzlicher.

Für viele PlayStation-Fans geht es deshalb nicht nur um eine einzelne Petition. Es geht um die Frage, ob Spieler auch in Zukunft eine echte Wahl haben: digital kaufen, wenn es bequem ist — oder physisch kaufen, wenn sie ein Spiel wirklich besitzen, weiterverkaufen oder sammeln wollen.

Aktuell sieht es so aus, als würde Sony an seinem Kurs festhalten. Die Petition zeigt aber: Ein großer Teil der Community ist noch lange nicht bereit, die Disc einfach kampflos zu begraben.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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