PlayStation steuert auf eine Zukunft ohne Discs zu und ausgerechnet Hideo Kojima findet dafür deutliche Worte. In einem aktuellen Interview beschreibt der Spiele-Veteran den digitalen Kurs als wirklich traurig und warnt gleichzeitig vor den langfristigen Folgen, wenn Gaming und sogar Film noch stärker von Plattformen, Abos und Servern abhängig werden.
Auslöser ist eine Ankündigung aus dem offiziellen PlayStation Blog: Sony will die Produktion physischer Datenträger für PS4– und PS5-Spiele beenden. Betroffen sind demnach alle Releases ab Januar 2028. Seit der Bestätigung am 1. Juli 2026 hält der Gegenwind aus der Community an, inklusive einer Petition, die in kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit gesammelt hat.
Kojimas Reaktion auf das Ende der Disc-Ära
Warum macht Kojima der Abschied von physischen Spielen so betroffen? Bei einem Auftritt auf dem Filmfestival Il Cinema in Piazza in Rom wurde Kojima auf Sonys Entscheidung angesprochen. Seine Antwort fiel emotional aus, vor allem, weil er selbst mit physischen Medien groß geworden ist und den kulturellen Wert von Sammlungen und greifbaren Veröffentlichungen betont.
Ich bin mit physischen Medien aufgewachsen, deshalb macht mich das wirklich traurig.
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Laut der von Genki_JPN wiedergegebenen Übersetzung sagte Kojima außerdem, dass er seine eigene physische Sammlung zuletzt sogar ausgebaut habe. Das passt zu einem Gefühl, das viele in der Szene teilen: Discs sind nicht nur ein Installationsmedium, sondern für viele auch Archiv, Erinnerungsstück und Besitznachweis.
Die eigentliche Sorge hinter digitaler Distribution
Wovor warnt Kojima beim Schritt in eine rein digitale Zukunft? Der Entwickler macht einen Unterschied zwischen Downloads und einer Welt, in der Inhalte hauptsächlich gestreamt werden. Zwar räumt Kojima ein, dass heruntergeladene Spiele zumindest lokal auf der eigenen Hardware liegen können. Kritischer wird es aus seiner Sicht aber, wenn der nächste Schritt die komplette Abhängigkeit von Cloud- und Abo-Infrastrukturen ist.
Sein Kernargument: Wenn Spiele und Filme nur noch über entfernte Server verfügbar sind, entscheidet am Ende nicht mehr der Besitzer der Konsole, was dauerhaft spielbar bleibt, sondern der Anbieter der Plattform. Ändern sich Geschäftsbedingungen, Lizenzen oder auch regulatorische Rahmenbedingungen, könnten Inhalte plötzlich nicht mehr angeboten werden. Kojima nennt genau dieses Szenario beängstigend.
Das ist das Beängstigende.
Besonders brisant: Kojima sieht in der Entwicklung nicht nur ein Gaming-Thema. Er warnt, dass das, was 2028 bei Spielen sichtbar wird, langfristig auch die Filmbranche treffen könnte, wenn Streaming-Modelle noch dominanter werden und klassische Veröffentlichungsformen weiter verdrängen.
Warum Kojimas Stimme bei PlayStation besonders viel Gewicht hat
Weshalb ist Kojimas Kritik für Sony unangenehm? Weil er nicht irgendein Kommentator von außen ist, sondern seit Jahrzehnten eng mit der PlayStation-Marke verknüpft wird. Mehrere Metal-Gear-Solid-Teile waren zeitweise stark mit Sony-Konsolen verbunden, und das PS4-Projekt P.T. entwickelte sich trotz der späteren Einstellung von Silent Hills zu einem prägenden Horror-Meilenstein.
Auch nach seinem Abschied von Konami blieb Kojima PlayStation nah: Kojima Productions veröffentlichte Death Stranding und Death Stranding 2: On the Beach als viel beachtete, zeitexklusive PlayStation-Titel. Und die nächste Zusammenarbeit mit Sony steht ebenfalls im Raum: Physint wurde bereits als spiritueller Nachfolger von Kojimas taktischer Spionage-Action angedeutet.
Gerade deshalb wirken Begriffe wie traurig und beängstigend nicht wie ein flüchtiger Social-Media-Kommentar, sondern wie ein Warnsignal aus dem inneren Kreis der wichtigsten Kreativen im PlayStation-Umfeld.
Wie steht ihr zum Disc-Aus bei PlayStation ab 2028: Ist digital-only für euch der logische nächste Schritt oder geht damit ein wichtiger Teil des Hobbys verloren? Schreibt es gern in die Kommentare.




