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Pokémon Schwert und Schild: Die Insel der Rüstung im Check – Wenig Umfang und technisch ein Graus

Von Daniel Busch - News vom 28.06.2020 13:03 Uhr
Pokemon Schwert und Schild DLC Insel der Rüstung
© Nintendo/The Pokémon Company

Pokémon-Fans sind es gewohnt nach der Veröffentlichung eines Editions-Paares nochmal eine „optimierte“ Edition vorgesetzt zu bekommen, die zum Vollpreis mit einigen zusätzlichen Features daherkommt. Wir erinnern uns noch an solche Special-Editionen wie „Kristall“ oder „Smaragd“– oder im aktuellsten Beispiel „Ultramond“ und „Ultrasonne“.

Jetzt gehen Game Freak und The Pokémon Company andere Wege. Anstatt einer dritten Edition neben Pokémon Schwert und Schild bekommen wir nun neue Inhalte in Form eines DLCs. Warum dieser DLC sowohl seine Sonnen- als auch Schattenseiten hat, klären wir in diesem Check.

Pokémon Schwert und SchildPokémon Schwert und Schild: DLC bietet variablen Schwierigkskeitsgrad

Schwert und Schild: Die Insel der Rüstung – Unser Eindruck

Für insgesamt 30 Euro könnt ihr euch den DLC zu „Pokémon Schwert und Schild“ kaufen. Der Zusatzinhalt besteht aus zwei Teilen. Teil 1 mit dem Namen „Die Insel der Rüstung“ ist bereits erhältlich. Komplettiert wird das Paket erst im Herbst mit „Die Schneelande der Krone“.

Wir haben uns für euch zur Rüstungsinsel aufgemacht, um zu berichten, ob sich der Trip überhaupt lohnt. Und eines vorweg: Wir sind gemischter Gefühle. Die Enttäuschung überwiegt sogar.

Überschaubares Areal mit bekannten technischen Mängeln

Sobald ihr im Hauptspiel von „Schwert und Schild“ die Naturzone erreicht habt, könnt ihr den DLC nutzen. Die Rüstungsinsel besteht im Grunde aus einer gesamten Naturzone. Heißt im Klartext: Ihr lauft durch ein offenes Areal mit manueller Kamerasteuerung und begegnet zahlreichen Pokémon auf der Oberwelt sowie Dyna-Raids. Damit baut Game Freak das Hauptfeature der neuen Pokémon-Editionen weiter aus, allerdings ohne die Kritik daran auszumerzen.

Pokémon Schwert Schild DLC Insel der Rüstung
Die Rüstungsinsel ist eine einzige Naturzone, die aber weder technisch noch grafisch überzeugt. © Nintendo/The Pokémon Company

Wie sieht es aus mit der Technik? Weiterhin laggt das Spiel an einigen Stellen und die Pokémon und Personen ploppen stets ein paar Meter vor euch auf. Die Texturen der Umgebung sind genauso matschig und primitiv wie ihr es von „Schwert und Schild“ kennt. Technisch hat sich also gar nichts weiterentwickelt.

Unterschiedliche Gebiete, aber schnell alles gesehen. Immerhin wurde die Naturzone auf der Rüstungsinsel etwas kreativer gestaltet (alles andere wäre wirklich traurig). Im Gegensatz zur planen, weiten Fläche im Hauptspiel gibt es nun kleine Tunnelsysteme, Wälder, Berge und Inselchen zu erkunden. Mit dem Erkunden seid ihr aber schnell fertig. Groß ist das Gebiet nämlich wirklich nicht. Es gibt zudem keine Städte, keine einzige Arena und nur eine Hand voll Trainer, die mit euch kämpfen.

Was gibt es in der Story zu tun? Nicht viel!

Die Story beschäftigt sich mit dem Kampf-Dojo auf der Insel. Ihr fangt dort als Schüler bei Meister Mastrich an und bewältigt erstmal drei Aufgaben (unter anderem Dyna-Pilze sammeln), die binnen weniger Minuten abgeschlossen sind.

Pokémon Schwert Schild DLC Insel der Rüstung
Im 1. DLC seid ihr Schüler in Mastrichs Dojo. © Nintendo/The Pokémon Company

Anschließend bekommt ihr das Legendäre Kung-Fu-Pokémon Dakuma überreicht, um das ihr euch kümmern und die Freundschaft steigern sollt. Damit ist lediglich gemeint, dass ihr mit dem Pokémon einige bestimmte Orte auf der Insel besucht, um die Aussicht zu genießen.

Der letzte Part der Story führt euch zu einem von zwei Türmen, um die Trainer dort zu besiegen. Je nachdem, welchen Turm ihr gewählt habt, entwickelt sich Dakuma dann in eine von zwei Formen von Wulaosu – den fokussierten oder den fließenden Stil.

Pokémon Schwert Schild DLC Insel der Rüstung
Dakuma entwickelt sich in eine von zwei Formen von Wulaosu. Hier ist der fließende Stil zu sehen. © Nintendo/The Pokémon Company

Herzlichen Glückwunsch: Ihr habt die gesamte Story des „Pokémon Schwert und Schild“-DLCs abgeschlossen. Gerade rechtzeitig bis die 5-Minuten-Terrine in der Mikrowelle fertig ist. Gut, der Vergleich ist übertrieben, aber dennoch haltet ihr euch mit der Handlung höchstens einen Vormittag lang auf. Da hätte man wirklich mehr erwartet – immerhin blecht ihr für diesen ersten DLC-Teil quasi 15 Euro.

Was bietet der DLC noch?

Neben dem neuen Rüstungsinsel-Gebiet und der Story rund um Dakuma und der Weiterentwicklung Wulaosu gibt es folgende weitere Features im 1. DLC:

  • Rund 100 zurückkehrende (bekannte) Pokémon.
  • Galar-Formen der Starter Bisaflor und Turtok.
  • Mit einer Suppe aus Dyna-Pilzen können Gigadynamax-Formen eurer Pokémon freigeschaltet werden, sofern sie theoretisch eine haben können.
  • Zahlreiche Alola-Digda sind in der Naturzone versteckt. Je mehr ihr findet, desto mehr Alola-Pokémon (wie Alola-Vulpix oder Alola-Sandan) bekommt ihr geschenkt.
  • Neue Outfits für den Trainer.
  • Das erste Pokémon im Team läuft euch hinterher.
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Lohnt sich der DLC wirklich?

Anstatt einer Zusatzedition mit den neuen Features bekommen wir die neuen Inhalte für „Schwert und Schild“ nun als DLC. Einige Fans dürfte das freuen, immerhin müssen sie nicht nochmal einen Vollpreisspiel kaufen, um die neuen Features zu erleben. Aber: Wer bislang noch keines der Spiele hatte, muss im Endeffekt ein Vollpreisspiel und den DLC bezahlen, um alles zu erleben – anstatt alles auf einem Modul zum Preis eines normalen Spiels zu erhalten.

Nur für Hardcore-Fans interessant. Wer an „Pokémon Schwert und Schild“ keinen Gefallen gefunden hat, kann sich den DLC ohnehin sparen. Ihr bekommt alles in allem nur eine weitere Naturzone mit ein wenig Story und weiteren Pokémon. Die Zusatzinhalte sind eher für Hardcore-Fans interessant.

Ihr solltet euch lieber zweimal überlegen, ob ihr das Geld für den DLC ausgeben wollt und im Zweifelsfall sichergehen, ob der zweite Teil mehr taugt.

Wenig Umfang fürs Geld: Ob sich die 30 Euro für den DLC zu „Pokémon Schwert und Schild“ lohnen, kann natürlich erst gesagt werden, wenn auch der zweite Teil erschienen ist. Gehen wir davon aus, dass „Die Insel der Rüstung“ gut die Hälfte des Preises wert ist, dann muss ich euch schon jetzt enttäuschen. Denn das empfinde ich nämlich schon als viel zu teuer. Für 15 Euro bekommt ihr einfach zu wenig Umfang und dieselben technischen Mängel wie im Hauptspiel samt matschiger Texturen. Da muss der zweite Teil im Herbst schon viel mehr bieten, um das zu kompensieren.

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