PLAYCENTRAL NEWS Mirror’s Edge Catalyst

Mirror’s Edge Catalyst: Größer, weiter, besser?

Von Patrik Hasberg - News vom 13.08.2015 15:31 Uhr

Auch in Mirror’s Edge Catalyst schlüpfen wir wieder in die Haut der Protagonistin Faith und sprinten, klettern oder rutschen aus der Ego-Perspektive über Häuserdächer. Während der diesjährigen gamescom in Köln hatten wir die Möglichkeit zum ersten Mal selber einen Teil der offenen Spielwelt zu erkunden und drei Nebenmissionen zu erfüllen. Unseren ersten Eindruck verraten wir euch in unserer Preview.

Auf der diesjährigen gamescom hatten wir die Möglichkeit zum ersten Mal selber Mirror’s Edge Catalyst zu spielen und gemeinsam mit Protagonistin Faith über die Dächer der frei erkundbaren City of Glass zu laufen.
Zu Beginn der Demo wird Faith aus einer Art Gefängnis entlassen und trifft auf Ikarus, einem Runner, der von Noah geschickt worden ist, um uns zu helfen das System abzuschütteln. Kurz darauf laufen wir auch schon wieder in gewohnter Manier über die Wolkenkratzer, springen innerhalb von halsbrecherischen Stunts über Gebäude-Schluchten und schalten Gegner ganz ohne Waffe, dafür aber mit schnellen und geschickten Handgriffen sowie dem einen oder anderen gut getimten Tritt aus.

Das Gefühl der Freiheit

Ein kleiner Bereich der Stadt steht uns innerhalb der Demo offen und auf der Karte erblicken wir drei Missionen, die uns zur Auswahl stehen und erfolgreich gemeistert werden wollen.

Wir entscheiden uns für „Dash“ und sehen uns plötzlich dem erbittertsten Feind aller Parcour-Läufer gegenüber – der Zeit. Dabei können wir die Mission jederzeit wiederholen, um zu versuchen unseren persönlichen Highscore zu knacken.

In „Billboard Hack“ müssen wir hingegen versuchen ein Plakat beziehungsweise eine riesige Anzeigetafel zu erreichen und diese anschließend zu hacken. Wer nicht nur gegen die Uhr laufen möchte, darf sich auf die dritte Mission freuen. Hier treten wir gegen Krugers Schergen (Gabriel Kruger unterdrückt als Chef einer Sicherheitsfirma die ganze Stadt) an und versuchen etwas abzuliefern, während wir die Kämpfe in den Run integrieren, um die Gegner möglichst effektiv und schnell auszuschalten. In der von uns gespielten Demo kam der Titel komplett ohne irgendwelche Quick-Time-Events aus und lief absolut flüssig und unkompliziert. Veteranen des ersten Teils werden sich innerhalb weniger Minuten pudelwohl fühlen. Auch in Catalyst gibt es, wie im Vorgänger, lediglich eine Minimalbelegung der Controllertasten und das Bewegungssystem geht mit ein wenig Übung beinahe perfekt von der Hand.



So steigert sich zum Beispiel unsere Geschwindigkeit während des Laufens, eine Sprinttaste gibt es nicht. Sprinten wir gegen ein Hindernis oder Rollen uns nach einem Sprung ab, verlieren wir wieder einen Teil unserer Geschwindigkeit.

Zwar konnten wir bisher nur einen kleinen Teil der Stadt erkunden, in der Demo funktionierte das Prinzip der Open World allerdings schon sehr gut. Profis laufen so ohne irgendwelche Zwischenstopps oder Ladebildschirme von A nach B, durchqueren dabei mehrere Gebäude und nutzen die neu hinzugekommenen Features wie einen Magnethandschuh, der verbessert werden kann und eure Runner-Fähigkeiten perfektioniert.

Die ganz großen Neuerungen?

Insgesamt ist auch Mirror’s Edge Catalyst wieder absolut atmosphärisch umgesetzt und erscheint mit der einfachen Farbgebung der Stadt sowie den sauberen, fast schon steril wirkenden Fassaden einzigartig und wunderschön. Hinzu kommen die stimmigen Lichteffekte, die im Kontrast zu der Einfachheit der Spielwelt stehen und die Stadt zum Leben erwecken.

Nachdem Fans allerdings rund acht Jahre auf Catalyst gewartet haben, möchten wir an dieser Stelle auch ein wenig Kritik üben.

Ja, Mirror’s Edge Catalyst ist wie der Vorgänger atmosphärisch und stilsicher umgesetzt worden und spielt sich bereits jetzt schnell, flüssig und unkompliziert. Wo aber sind die Neuerungen, die man nach einem so langen Zeitraum erwarten würde? Okay, es gibt Magnethandschuhe, um sich schneller von A nach B bewegen zu können. Klar, jetzt dürfen wir mehr oder weniger frei durch eine offene Welt laufen und zudem nach unserem Belieben Nebenmissionen erfüllen. Und Faith kämpft nun ganz ohne Waffen und stellt Gegner auf akrobatische Art und Weise ohne irgendwelche Quick-Time-Events in den Schatten.

Wie sieht es aber mit richtigen Neuerungen aus? Schließlich dürften die Nebenmissionen schon nach kurzer Zeit ihren Reiz verlieren. Und wie offen die Stadt wirklich ist, werden wir wohl auch erst zum Release Ende Februar 2016 erfahren. Ebenfalls hat uns ein wenig die Konstruktion der Stadt aus dem Spiel gerissen. Führt beispielshalber ein Gang unter einem Dach ohne Sinn und Zweck von der einen zu der anderen Seite, zerstört dies die Atmosphäre und zeigt uns, dass die Stadt nicht auf Realismus sondern auf das Gameplay zugeschnitten worden ist.

Wir würden uns außerdem freuen, im späteren Spielverlauf auch mal den Boden der Stadt erkunden zu können oder sogar in den Untergrund abzusteigen? Interessant wird zudem sein, ob die Handlung dieses Mal zu überzeugen weiß. Unklar ist auch noch, ob Mirror’s Edge nach Release durch verschiedene Erweiterungen weiterhin unterstützt wird.

Fazit

Patrik Hasberg:

Mirror’s Edge Catalyst hat in der kurzen gamescom-Demo im Grunde wenig bis nichts falsch gemacht. DICE hat sich an den Elementen sowie dem Stil orientiert, der bereits beim ersten Teil erfolgreich war und bei Spielern sehr gut angekommen ist. Unterm Strich erwarte ich aber doch ein wenig mehr, als eine offene Spielwelt und einige Nebenmissionen.

Inwiefern man noch einige größere Neuerungen für Catalyst in der Hinterhand hat, ist zu diesem Zeitpunkt nur schwer zu sagen. Für einen solch langen Entwicklungs-Zeitraum erwarten aber sicher auch die Fans mehr als nur kleine Verbesserungen und das vermeintliche Gefühl von Freiheit. Gespannt bin ich als Fan des ersten Teils aber trotzdem, wie gut DICE den zweiten Ausflug mit Faith über die Dächer von City of Glass hinbekommen wird. Spaß hat der kurze Ausflug in jedem Fall schon einmal gemacht.

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