PLAYCENTRAL TEST GTA 5

GTA 5: Unser Fazit zum Action-Blockbuster

Von Patrik Hasberg - Test vom 15.04.2015 14:37 Uhr

Endlich dürfen auch PC-Spieler nach Los Santos reisen. Publisher und Entwickler Rockstar Games hat am vergangenen Dienstag nach mehreren Verschiebungen die PC-Version zu dem Action-Blockbuster Grand Theft Auto 5 offiziell veröffentlicht. Wir haben uns bereits mehrere Stunden in GTA 5 sowie GTA Online umgesehen und berichten euch, wie gut der Launch funktioniert hat, welche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Versionen bestehen und für wen sich der Kauf überhaupt lohnt.

GTA 5 – die (fast) endlose Geschichte

Rund 18 Monate hat es gedauert – nun können sich auch endlich PC-Spieler nach Los Santos und Blain County begeben.

Dabei ist es für viele Spieler mit Sicherheit nicht einfach gewesen, zu sehen wie die eigenen Freunde bereits auf der Konsole GTA 5 sowie GTA Online unsicher gemacht haben. Umso drängender stellt sich die alles entscheidende Frage: Lohnt sich der Kauf der PC-Version und hat Rockstar Games dieses Mal seine Hausaufgaben gemacht?


 

Wir erinnern uns zurück: Am 29. April 2008 erschien Grand Theft Auto 4 für die PlayStation 3 sowie die Xbox 360. Wer den Titel auf seinem Rechenknecht spielen wollte, musste sich wohl oder übel ein wenig länger gedulden oder eben in eine Konsole investieren. Die entsprechende PC-Version erschien erst einige Monate später am 3. Dezember 2008.

Seitdem haben sich Rockstars Marketing-Methoden offensichtlich wenig geändert, warum auch? Während GTA 5 am 17. September 2013 für die PlayStation 3 und die Xbox 360 erschienen ist, durften PC-Spieler erst einmal wieder dumm aus der Wäsche schauen. Warum? Weil von einer PC-Version nicht einmal die Rede war.

Ungewissheit und Unmut machte sich unter Fans der Open-World-Reihe breit. Erst am 12. September 2014 gab Rockstar offiziell bekannt, dass GTA 5 am 18. November für die PlayStation 4 und die Xbox One veröffentlicht wird. Die PC-Version sollte am 27. Januar 2015 folgen. Zwei Wochen vor dem ursprünglich angekündigten Release-Datum entschied man sich jedoch für eine Verschiebung auf den 24. März 2015,  was mit einer verlängerten Testzeit begründet wurde.

Ein Monat vor Release wurde die PC-Version um weitere 3 Wochen auf den 14. April 2015 verschoben. Die erneute Verschiebung wurde damit begründet, dass man ein möglichst fehlerfreies Produkt abliefern möchte und dazu mehr Zeit benötige.

So lief der Launch der PC-Version ab

Während die PC-Version zu GTA 4 mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen hatte und sich Spieler an den diversen DRM-Maßnahmen störten, war die Skepsis am vergangenen Dienstag kurz vor der offiziellen Veröffentlichung entsprechend groß.
Doch im Großen und Ganzen hatte Rockstar Games seine Hausaufgaben gemacht und pünktlich um 1 Uhr in der Nacht auf Dienstag wurde der Action-Blockbuster freigegeben.

Wer sich die rund 65 Gigabyte des Titel bereits im Vorfeld via Preload heruntergeladen hatte, musste lediglich auf die Verschlüsselung der Dateien (Achtung, ihr solltet auf jeden Fall über eine ausreichend große Festplatte verfügen) sowie den Download und die Installation des rund 5 Gigabyte großen Day-One-Patches warten. Als letzte kleine Hürde verlangt GTA 5 von euch, dass ihr über ein Rockstar Games Social Club-Konto verfügt.

Spieler, die bereits über eine GTA 5-Konsolen-Version verfügen, können sich mit ihrem bestehenden Konto anmelden. Für die Aktivierung von GTA 5 ist eine einmalige Internetverbindung nötig. Danach könnt ihr den Titel auch offline spielen, lediglich GTA Online verlangt selbstverständlich eine permanente Verbindung mit dem Internet.

Habt ihr euch mit einem bestehenden Social-Club-Konto verbunden, das beispielshalber mit eurem PlayStation Network-Account verknüpft ist, werdet ihr beim ersten Start von GTA Online gefragt, ob ihr euren Online-Charakter auf den PC transferieren wollt. Bei unserem Test hat die Übertragung des Charakters von der PS3 auf die PS4 und schließlich auf den PC ohne Probleme funktioniert. Vorbesteller erhalten übrigens zusätzlich einen Ingame-Bonus in Form von GTA-Dollar für den Einzelspieler- bzw. den Mehrspielermodus.

Die ersten Minuten in GTA 5

Die ersten Minuten in GTA 5 fühlen sich seltsam an, was wohl daran liegen mag, das wir vor uns plötzlich eine Maus und Tastatur stehen haben. Bevor wir uns jedoch frei durch Los Santos und dessen Umland bewegen dürfen, steht der Prolog an. Aus der Ego-Sicht kämpfen wir uns also durch die ersten Missionen und sind durchaus positiv überrascht. Der Open-World-Titel läuft auf unserem Rechner mit einer GeForce GTX 970 absolut flüssig mit 60 Bildern die Sekunde und einer Auflösung von 1080p (auch eine 4K-Aufösung ist möglich).

Dabei haben wir so gut wie alle Regler auf „sehr hoch“ bzw. auf „ultra“ gestellt. Insgesamt fallen die Systemanforderungen von GTA 5 auf PC erfreulich moderat aus. Auch Besitzer eines Mittelklasse-PCs können alle Optionen auf Anschlag drehen und sich über 40 Frames die Sekunde freuen. Vor allem die hochaufgelösten Texturen sowie die Weitsicht lassen die Konsolen-Versionen locker hinter sich und zeigen Los Santos so schön wie nie zuvor.

Echtzeitwechsel der Steuerung wie bei GTA 4

Wer sich nicht entscheiden kann, ob er lieber mit Maus und Tastatur oder Controller spielen soll, der hat, genau wie in GTA 4, die Möglichkeit zwischen den verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten in Echtzeit zu wechseln.
So haben wir beispielshalber in hitzigen und schnellen Gefechten zur Maus gegriffen und wechselten, sobald wir in ein Auto gestiegen sind, bequem zum Xbox 360-Controller.

Dabei ändert sich automatisch das jeweilige Button-Overlay. Angenehm ist es zudem, wenn wir unsere Waffen endlich über das Mausrad wechseln können und nicht mehr unständig über das Kreismenü gehen müssen. Man merkt, dass sich Rockstar Games im Vorfeld wirkliche Gedanken zu der Steuerung gemacht und die eine oder andere Komfortfunktion integriert hat. Davon profitiert auch die Ego-Perspektive, die erst auf dem PC ihr ganzes Potenzial entpackt.

Inhaltliche Unterschiede zwischen Konsolen- und PC-Version

Konsolen-Besitzer mussten sich lange gedulden, bis sie sich endlich zu viert in die sogenannten Heist-Missionen stürzen konnten, um gemeinsam Raubüberfälle durchzuführen. PC-Spieler bekommen die fünf Missionen direkt mitgeliefert und dürfen sich auch ansonsten über sämtliche Inhalte freuen, die in den anderen Versionen enthalten sind.

Rockstar-Editor und Regisseur-Modus

Exklusiv für die PC-Version dürft ihr mit dem Rockstar-Editor kleine Filmchen in GTA 5 und GTA Online aufnehmen, teilen und bearbeiten.

So könnt ihr spektakuläre Momente festhalten, diese aus unterschiedlichen Blickwinkeln erneut anschauen und mit passender Musik aus den verfügbaren Radiostationen hinterlegen.
Mit dem Regisseur-Modus könnt ihr sogar komplett neue Szenen erschaffen, die so nicht in dem Spiel enthalten sind. Dabei lassen sich Ort, Zeit, Wetter sowie die anwesenden Charaktere frei wählen. Fertige Videos lassen sich schließlich bei YouTube oder dem Rockstar Social Club hochladen.

Fazit:

Der Launch von GTA 5 für den PC hat entgegen vieler Erwartungen überraschend gut funktioniert, was nicht zuletzt auch an der Möglichkeit gelegen hat, dass der Titel eine Woche vor Release via Preload heruntergeladen werden konnte. Insgesamt gefallen mir technische Umsetzung sowie die Steuerung richtig gut. Der Wechsel der Steuerung in Echtzeit funktioniert tadellos und Rockstar hat sich nicht lumpen lassen die eine oder andere Komfortfunktion mit einzubauen. So macht für mich die Ego-Perspektive auf dem PC erst richtig Sinn und Spaß. Schnell per Mausrad die Waffen wechseln und zielgenau die Hüter des Gesetzes bzw. die Kollegen in GTA Online aufs Korn nehmen – so habe ich mir das gewünscht!

Besonders Weitsicht und hochaufgelöste Texturen demonstrieren eindrucksvoll, was Rockstar auf dem PC noch einmal aus dem Titel herausholen konnte. Spieler, die GTA 5 bereits auf einer der verschiedenen Konsolen durchgespielt, in GTA Online schon alles gesehen haben und auf 60 Bilder die Sekunde sowie knackscharfe Texturen verzichten können, bekommen allerdings wenig Neues präsentiert. Wer jedoch alles aus dem Open-World-Titel herausholen möchte, mindestens über einen guten Mitteklasse-PC verfügt oder das erste Mal eine Reise nach Los Santos unternimmt, erhält mit Grand Theft Auto 5 für den PC ohne Zweifel die technisch beste Version. Der Rockstar-Editor sowie der Regisseur-Modus runden das Gesamtpaket ab und geben die Möglichkeit kreative Filme zu drehen und diese mit anderen zu teilen. Zwar mussten PC-Spieler recht lange warten, dafür erhalten sie allerdings auch keine lieblos portierte Version vorgesetzt.

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