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Epic Games vs. Apple: Worum geht es bei dem Konflikt und welche Auswirkungen hat er? (Update)

Von Cynthia Weißflog - News vom 10.09.2020 11:14 Uhr
Epic Games gegen Apple Erklärung
© Epic Games/Apple

Update vom 10. September 2020

Apple hat nun zum Gegenschlag ausgeholt und Epic Games wegen der Vertragsverletzung um Schadensersatz verklagt. Die Gegenklage könnte schlussendlich darüber entscheiden, wie die Zukunft von Fortnite und vielen anderen Apps auf Google- und Apple-Geräten aussieht. Vor allem stellt sich dann die finale Frage über die Höhe der Abgabe, die Entwickler in den Stores künftig an die millionenschweren Konzerne leisten müssen.

Nun wirft Apple vor, dass Epic einen eigenen Store innerhalb der iOS-Plattform etablieren wollte uns deshalb in voller berechnender Absicht gegen die Vertragsbindung verstieß.

Originalmeldung vom 26. August 2020

Aktuell wird die News-Welt von dem großen Zoff zwischen dem „Fortnite“-Macher Epic Games und Elektronikgigant Apple überschwemmt. Doch worum geht es eigentlich bei dem Konflikt? Was hat Google darin zu suchen? Was steht auf dem Spiel und wie könnte sich der Gaming- und Technik-Markt durch diese Auseinandersetzung verändern? Wir fassen euch zusammen, was Sache ist!

Epic Games versus Apple: Wie begann der Streit?

Dass Epic Games-Chef Tim Sweeney sich über Großkonzerne wie Apple oder Google beschwert, ist keine Neuheit. Schon mehrfach zeigte sich der CEO empört über die Vorgehensweisen und Richtlinien der Unternehmen und hatte dabei insbesondere das Unternehmen mit dem Apfel-Logo im Visier.

Epic Games StoreEpic Games-Boss erhebt scharfe Vorwürfe gegen Apple und Google

Was hat Epic Games gegen Apple? Die Gründe dafür liegen inbesondere bei dem Verkaufssystem des Apple App-Stores, aber auch des Google Play Stores. Hierbei müssen App-Entwickler Abgaben an die Großkonzerne zahlen, wenn sie in den jeweiligen Stores gelistet sein wollen. Apple behält sich dafür satte 30 Prozent des Kaufpreises ein, wenn beispielsweise in Fortnite In-Game-Käufe getätigt werden. Im Vergleich: Epic Games verlangt in seinem Store nur 12 Prozent von den Entwicklern.

Ihr müsst dank der Gebühr mehr bezahlen. Laut Richtlinien müssen die In-App-Käufe rechtlich gesehen über das eigene System getätigt und dürfen nicht extern erstanden werden. Deshalb dürfen App-Entwickler auch keine alternativen Zahlungswege anbieten. Auch der schwedische Musikstreaming-Dienst Spotify beschwerte sich darüber bereits bei der EU-Wettbewerbsbehörde.

Was bedeutet das für euch? Die 30 Prozent schlagen sich in einem teureren Kaufpreis nieder und müssen schlussendlich von euch getragen werden.

Veröffentlichter E-Mail-Verkehr: Apple wurde von Epic deshalb bereits im Juni zu einer Anpassung seiner Nutzungsbedingungen aufgefordert, wie ein von Apple öffentlich gemachter E-Mail-Verkehr zwischen beiden Parteien deutlich macht. Darin bittet Sweeney anfangs höflich um die Bereitstellung eines eigenen App Stores auf iPhones und iPads:

„Wenn Epic diese Optionen für Benutzer von iOS-Geräten bereitstellen könnte, hätten Verbraucher die Möglichkeit, weniger für digitale Produkte zu bezahlen, und Entwickler würden mehr mit ihren Verkäufen verdienen. Wir hoffen, dass Apple diese Optionen auch allen iOS-Entwicklern gleichermaßen zur Verfügung stellt, um den Verkauf und Vertrieb von Software auf der iOS-Plattform so offen und wettbewerbsfähig wie auf PCs zu gestalten.“

Epic reagiert mit Rebellion auf Apples Kaufbedingungen

Da der E-Mail-Verkehr schließlich nur in Eskalationen zwischen Sweeney und der ablehnenden Führungsebene von Apple mündete, führte Epic Games am 13. August 2020 auf Android und iOS-Geräten die versteckte Funktion ein, die In-App-Käufe im eigenen Epic Games Store zu tätigen und die virtuellen Artikel somit günstiger und außerhalb des Google und Apple Stores erwerben zu können. Damit wollte Epic die 30 Prozent-Ausgabe umgehen, verstieß somit jedoch gegen die Store-Regeln beider Konzerne.

Wie haben Apple und Google darauf reagiert? Es kam, was kommen musste: Die Konzerne sahen diese Maßnahme als Vertragsbruch an und kickten „Fortnite“ kurzerhand aus dem Google Play Store und dem Apple App Store. Epic Games hat diese Reaktion allerdings erwartet und hielt eine 60-seitige Klage sowie ein Video unter dem rebellierenden Hashtag #FreeFortnite parat, das Apple als diktatorischen Weltführer parodiert:

Epic nutzte also offensiv und in voller Absicht seine Reichweite, die eigene finanzielle Stabilität und die Rückendeckung seiner über 350 Millionen Fortnite-Spieler, um bewusst eine handfeste Rebellion gegen Apple und Google anzuzetteln.

So reagiert die Fortnite-Community

Unter dem Hashtag #FreeFortnite rief Epic Games seine Spieler dazu auf, sich darüber zu beschweren, dass ihnen künftig der Zugang zu Updates, neuen Seasons und Inhalten verwehrt bleibt, obgleich sie die App auf ihrem iPhone oder iPad behalten dürfen, wenn sie einmal installiert ist.

Google-Nutzer können die App dagegen weiterhin aus anderen Quellen beziehen und herunterladen. Der Hashtag wird jedoch ebenso fleißig von Android-Usern genutzt und auch der gestrige #FreeFortnite Cup in dem Battle-Royale-Spiel zählte zahlreiche Beteiligte – sicherlich nicht zuletzt durch die spendablen Gratis-Items, die dort von Epic ausgeteilt worden.

Zusätzlicher Rückhalt kommt nun außerdem von großen Unternehmen wie Microsoft, die sich zur schikanenlastigen Update-Politik und Epic Games Bedeutung für den technologischen Fortschritt der Unreal Engine äußerten:

Welche möglichen Folgen hat der Konflikt?

Microsoft kommt hierbei außerdem auf die Folgen zu sprechen, die Apples Verhalten verursacht. Denn der Apfel-Konzern hat Epic Games nicht nur aus dem App Store, sondern auch aus dem Entwicklerprogramm geworfen. Diese Maßnahme könnte unter anderem auch die Arbeit an der Unreal Engine und diversen VR- und AR-Projekten behindern, was sich nicht nur auf Entwickler, sondern auch auf die Spieler auswirken würde.

Mit einer einstweiligen Verfügung wurde dieser endgültige Rauswurf am 24. August 2020 vorerst verhindert. Das Urteil schloss jedoch ebenso einen Sieg für Apple ein, denn laut der zuständigen US-Richterin Yvonne Gonzalez Rogers muss „Fortnite“ nach dem bewusst erfolgten Regelverstoß nicht wieder im iOS-App Store aufgenommen werden.

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Was passiert bei einem Erfolg von Epic Games?

Wenn Epic Games die erfolgreiche Revolution der App Stores gelingen sollte, könnten Nutzer demnächst nicht nur Spiele günstiger kaufen, sondern auch komfortabler und schneller auf Updates und Inhalte zugreifen.

Denn Apple hält Updates bisweilen sogar zurück, bis Entwickler eine Funktion einbauen, die eine Abo-Buchung über den hauseigenen App Store erzwingt. Auch WordPress war von diesem Monetarisierungszwang betroffen. Geschäftspraktiken wie diese führten schon häufiger dazu, dass Apple unter der Beobachtung von US-Kartellwächtern wegen einer möglichen Monopolstellung stand.

Apple und seine fragwürdige Monopolstellung

Ob Epic schließlich an sein Ziel gelangt, scheint bislang noch zweifelhaft. Wer auf iOS-Geräten die eigenen Apps bereitstellen möchte, kommt an Apple wohl auch in nächster Zeit kaum vorbei, immerhin generierte das Unternehmen mit seinen digitalen Dienstleistungen allein im letzten Jahr 46 Milliarden US-Dollar, was rund 18 Prozent des gesamten Konzernumsatzes ausmachte.

Diesen Umsatz strebt Apple in diesem Jahr an, auf 50 Milliarden ansteigen zu lassen und aktuell scheint es nicht so, als wollte der Konzern von diesem Ziel abweichen und seine Marktmacht aufgeben. Es gleicht einem Battle-Royale-Spiel im Real Life, bei dem um eine Menge Geld und Freiheit gekämpft wird. Allerdings hat der Apfel-Konzern das bessere finanzielle Equipment aufzuweisen und könnte Epic Games auf Dauer genau damit um seinen Sieg bringen.

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