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Destiny: Elfjähriger Streamer verliert Charaktere durch miesen Troll

Von Pierre Magel - News vom 23.02.2015 16:45 Uhr

Das Internet ist kein Ort, an dem man auf Gegenliebe und nette Menschen hoffen sollte. Das musste jetzt auch ein kleiner Junge erfahren, der sich von einem Spieler stärkere Charaktere erhoffte. Via Shareplay verhalf ihm dieser jedoch nicht zu mehr Power, sondern zu gelöschten Charakteren.

Es sind diese bitteren Geschichten, die immer wieder zeigen, dass eine gesunde Portion Misstrauen wichtig ist – vor allem im Internet, das dank seiner Anonymität zu besonders gemeinen Aktionen verleitet. So geschehen im Sci-Fi-MMO Destiny: Ein gerade einmal elfjähriger Junge hat bereits zahlreiche Stunden in den Titel investiert und ist noch immer großer Fan des Spiels. Um vor seinen Freunden angeben zu können, wollte er unbedingt stärkere Helden besitzen. Da kam ihm der Spieler "KermitTHEFrog" gerade recht, denn dieser versprach ihm, einen Glitch zu kennen, der schnell mehr Macht bieten kann. KermitTHEFrog ist für den Jungen mit dem Nick "CuckooknightHD" kein Unbekannter – über mehrere Ecken hatte er ein gewisses Vertrauensverhältnis auch mit wahren Freunden des Fünftklässlers aufbauen können. So willigte CuckooknightHD ein, dem Spieler via Shareplay die Rechte am eigenen Account zu überlassen – dieser Schritt war angeblich nötig, um den Bug in Destiny zu aktivieren. Was dann live auf Twitch geschah, kann man sich bereits fast denken.

Natürlich gab es diese Lücke nicht und statt neue Fähigkeiten zu erhalten, wurden dem kleinen Jungen zwei Charaktere gelöscht und wertvolle Ausrüstung aus dem Inventar entfernt – darunter immerhin ein Level 31 Warlock und ein Level 26 Titan. Als er davon mitbekommen hatte, war es längst zu spät und er natürlich zutiefst traurig. Stundenlange Spielzeit war innerhalb weniger Minuten einfach ausradiert worden.

Pikant an der Geschichte war allerdings, dass das Video (unten in der News) vom Account der Mutter des Elfjährigen hochgeladen wurde und sich nun nicht gerade wenige Zuschauer fragten, warum eine Mama solches Videomaterial freiwillig öffentlich zugänglich machen würde. Ihre Antwort war, dass sie dadurch Aufmerksamkeit auf diesen Fall lenken will, damit Bungie davon Wind bekommt und eventuell sogar helfen kann. In der Community des Shooters sorgte die Meldung für viel Aufregung: Die eine Hälfte verteufelt den Troll und hat Mitleid mit dem kleinen Jungen, die andere Hälfte sieht darin nur ein erneutes Beispiel, dass man im Internet aufpassen muss. Zudem sollte ein Elfjähriger gar keinen Zugang zu dem Titel erhalten, der offiziell ab 16 Jahren freigegeben ist. Bungie hat diese Story mittlerweile sogar auf dem eigenen Newsportal veröffentlicht und warnt davor, zu leichtsinnig mit dem eigenen Account umzugehen. Die Richtlinien verbieten es dem Entwicklerstudio allerdings, eine kleine Entschädigung für den Jungen bereitzustellen – selbst die Community, die zahlreich Waffen spenden wollte, kann daher nur wenig machen.

Noch brisanter wird allerdings eine Information zu diesem Thema, die unsere Kollegen von gameinformer.com auf ihrer Webseite veröffentlicht haben: Der angebliche Besitzer des Accounts "KermitTHEFrog" hatte nachweislich vergangenes Jahr einen Autounfall und muss daheim behandelt werden. Er war sicher nicht derjenige, der zum Zeitpunkt des Diebstahls am Controller war – die Familie vermutet, dass Verwandte eine Runde Destiny gezockt und dann die Nummer abgezogen haben. Eine absolut verrückte Geschichte.

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Destiny Action / Sci-Fi PS4, Xbox 360, PS3, Xbox One
PUBLISHER Activision
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