Bei Bungie kommt es zu einem massiven Einschnitt. Sony Interactive Entertainment hat bestätigt, dass beim Destiny- und Marathon-Studio erneut zahlreiche Stellen gestrichen werden. Betroffen ist laut Sony unter anderem der Großteil des Destiny-Teams. Auch einige Entwicklerinnen und Entwickler von Marathon sowie unterstützende Teams innerhalb von Sony Interactive Entertainment verlieren ihre Jobs.
Bungie selbst hatte die Entlassungen zuvor in einem Statement angekündigt. Darin erklärt das Studio, dass Destiny 2 in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Nach dem letzten großen Content-Update für Destiny 2 und mit künftigen Projekten, die sich noch in einer frühen Inkubationsphase befinden, könne Bungie nicht mehr in der bisherigen Größe weiterarbeiten.
Sony bestätigt Entlassungen bei Bungie
In einer internen Nachricht an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die später offiziell veröffentlicht wurde, spricht PlayStation-Studios-Chef Hermen Hulst von einer schwierigen Entscheidung. Die Entlassungen betreffen demnach eine erhebliche Zahl an Beschäftigten.
Besonders bitter für Fans: Laut Sony wird der Großteil des Destiny-Teams abgebaut. Genau dieses Team hatte über Jahre hinweg Destiny 2 betreut, erweitert und durch zahlreiche Erweiterungen, Seasons und Updates getragen.
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Auch Marathon bleibt nicht komplett verschont. Sony bestätigt, dass einige Mitglieder des Marathon-Teams betroffen sind. Gleichzeitig betont Hulst aber, dass Marathon weiterhin ein wichtiger Teil des PlayStation-Portfolios sei.
Destiny 2 ist am Ende seiner aktiven Live-Service-Zeit angekommen
Die Entlassungen folgen kurz nach einem wichtigen Wendepunkt für Destiny 2. Bungie hatte bereits zuvor angekündigt, dass Monument of Triumph das letzte Live-Service-Content-Update für Destiny 2 ist. Das Update erschien am 9. Juni 2026.
Destiny 2 bleibt spielbar, erhält aber keine geplanten neuen Live-Service-Inhalte mehr. Damit endet eine Ära, die 2017 begann und Bungie fast ein Jahrzehnt lang geprägt hat.
Für das Studio entsteht dadurch ein schwieriges Vakuum. Destiny 2 war lange der zentrale Motor von Bungie. Einen direkten Nachfolger wie Destiny 3 hat Bungie bislang nicht angekündigt. Stattdessen richtet sich der Blick kurzfristig vor allem auf Marathon und auf frühe neue Projekte.
Auch Marathon verliert Entwickler
Marathon soll trotz der Einschnitte weitergeführt werden. Sony spricht davon, das Team weiterhin zu unterstützen und auf der bestehenden Grundlage aufzubauen. Gleichzeitig ist die Lage für das Projekt nun deutlich komplizierter.
Der Extraction-Shooter ist eines der wichtigsten neuen Spiele von Bungie und zugleich ein zentraler Teil von Sonys Live-Service-Strategie. Dass nun auch einige Marathon-Entwickler von den Entlassungen betroffen sind, zeigt aber, wie tief der Umbau bei Bungie ausfällt.
Bungies Zukunft scheint damit stärker denn je an der Frage zu hängen, ob Marathon langfristig eine stabile Community finden kann – und welche neuen Projekte das Studio danach überhaupt noch stemmen darf.
Bericht: Bungie-Chef Justin Truman verlässt das Studio
Zusätzlich zu den Entlassungen soll Bungie auch an der Spitze einen Wechsel erleben. Laut einem Bloomberg-Bericht, auf den sich unter anderem VGC und GameSpot beziehen, tritt Studio Head Justin Truman zurück. Eine offizielle Bestätigung von Bungie oder Sony liegt dazu bislang nicht vor.
Truman hatte erst im vergangenen Jahr die Leitung von Bungie übernommen, nachdem Pete Parsons das Studio verlassen hatte. Sollte sich der Bericht bestätigen, wäre das ein weiterer schwerer Einschnitt in einer ohnehin angespannten Phase.
Sony hatte Bungie einst als Live-Service-Hoffnung gekauft
Sony übernahm Bungie im Jahr 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar. Damals sollte das Studio seine Erfahrung mit Destiny nutzen, um PlayStation beim Ausbau eigener Live-Service-Spiele zu helfen. Bungie sollte dabei weiterhin unabhängig arbeiten und Spiele selbst veröffentlichen können.
Seitdem hat Bungie jedoch mehrere Entlassungswellen erlebt. Bereits 2023 und 2024 wurden zahlreiche Stellen gestrichen. Dazu kamen interne Umstrukturierungen, Verschiebungen und wachsende Zweifel daran, wie erfolgreich Sonys Live-Service-Plan tatsächlich aufgeht.
Auch finanziell stand Bungie zuletzt stärker unter Druck. Sony hatte im vergangenen Geschäftsjahr hohe Wertberichtigungen auf Bungie-Vermögenswerte verbucht. Das zeigt, dass der Konzern den Wert der Übernahme inzwischen deutlich vorsichtiger bewertet.
Für Destiny-Fans ist das ein harter Moment
Für Destiny-Fans ist diese Nachricht besonders bitter. Die Reihe hat Bungie nach Halo neu definiert und über Jahre eine riesige Community aufgebaut. Nun endet nicht nur die aktive Live-Service-Zeit von Destiny 2, sondern offenbar auch die Arbeit eines großen Teils des Teams, das diese Welt überhaupt am Leben gehalten hat.
Was aus Destiny langfristig wird, bleibt offen. Destiny 2 bleibt spielbar, aber neue große Inhalte sind nicht geplant. Destiny 3 wurde nicht angekündigt. Und Bungie selbst verweist nur vage auf künftige Projekte, über die man später sprechen wolle.
Für den Moment steht deshalb vor allem fest: Bungie befindet sich mitten in einem der härtesten Umbrüche seiner Geschichte.





