PLAYCENTRAL TEST Borderlands 3

Borderlands 3: Ein Relikt vergangener Zeit: Der heißeste Action-Titel des Jahres?

Von Philipp Briel - Test vom 16.09.2019 08:17 Uhr
© Gearbox Software / 2K Games

Willkommen zurück in den „Borderlands“, wo sich abgedrehte Waffen und Feinde die Klinke in die Hand geben und coole One-Liner die Szenerie dominieren. Mit „Borderlands 3“ ist einer der heißesten Action-Titel des Jahres endlich da, doch bietet der dritte Serienteil ganze sieben Jahre nach seinem Vorgänger wirklich frische Ideen oder nur mehr von dem was wir eh schon kennen?

Borderlands 3 macht sieben Jahre nach seinem direkten Vorgänger genau da weiter, wo das abgedrehte Actionspiel aufgehört hat. Wenn ihr zu den Spielern gehört, die schon vor rund zehn Jahren gerne Freunde um sich (oder in einer Online-Party) versammelt haben, um im postapokalyptischen Ödland Levelaufstieg um Levelaufstieg aneinander zu reihen, stehen die Chancen gut, dass ihr „Borderlands“ gespielt habt.

Der Gearbox-Titel war einer der ersten Loot-Shooter, noch bevor es den Begriff überhaupt gab. Doch während das Genre dank Spielen wie „The Division“ oder „Destiny“ an Beliebtheit gewann, versank das Spiel im Comic-Look langsam aber sicher in der Versenkung. Mit „Borderlands 3“ will sich die ikonische Reihe wie der Phönix aus der Asche erheben, doch hat sich das Warten wirklich gelohnt?

THIS IS BORDERLANDS

Was die Reihe von Gearbox Software allerdings seit jeher von ihren Konkurrenten abhebt, ist die spannende Geschichte, gepaart mit abgedrehten Waffen, Feinden und einer gehörigen Portion Humor.

Während sich andere Genrevertreter hinter – zugegeben oftmals qualitativ überschaubaren – MMO-Mechaniken verstecken, besinnt sich „Borderlands 3“ auf die eigenen Stärken zurück. Auch der dritte Serienteil konzentriert sich im Rahmen seiner knapp 50-stündigen Spielzeit auf die Geschichte.

Die Hintergründe sind schnell erzählt: Nach dem Tod des ehemaligen Serienfieslings Handsome Jack und dem Fall von Hyperion dreht sich diesmal alles um die Zwillinge Troy und Tyreen Calypso. Die beiden sind in den Grenzlanden von Pandora groß geworden und kennen Nichts anderes.

Als sie von der hochwertigen Beute auf anderen Planeten Wind bekommen, gründen sie mal eben den fiesen Kult namens Children of the Vault, um die Kontrolle über alle Kammern im Universum zu erlangen. Lilith, die Sirene aus dem ersten Serienteil, führt den Widerstand an und rekrutiert uns als neue Kammer-Jäger, um die Zwillinge aufzuhalten.

Borderlands 3 bleibt Borderlands, bleibt Borderlands

Wer die Vorgänger kennt, wird sich in „Borderlands 3“ von Beginn an direkt heimisch fühlen. Am Kern-Gameplay hat sich in den sieben Jahren Pause jedenfalls kaum etwas verändert. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet, hängt vom individuellen Geschmack ab.

Noch immer kämpfen wir gegen Dutzende Feinde, die selten sonderlich schlau agieren und meist nur Kanonenfutter darstellen. Noch immer stoßen wir dabei gefühlt im Sekundentakt auf neue Ausrüstungsgegenstände oder Waffen und häufen Erfahrungspunkte an, um im Level aufzusteigen und noch mächtiger zu werden.

Wer mit dem Gameplay bislang Nichts anfangen konnte, wird auch mit „Borderlands 3“ nicht glücklich. Immerhin präsentiert sich der nunmehr vierte Serienteil deutlich größer als seine Vorgänger, aus spielerischer Sicht erwarten uns allerdings kaum nennenswerte Neuerungen, was ein wenig schade ist.

Runderneuert wurde vor allem das Gunplay, dank dem sich der Titel nun endlich wie ein reinrassiger Shooter anfühlt. Neue Planeten, von denen es insgesamt vier im Spiel gibt, sorgen für mehr Abwechslung und auch die vier Klassen spielen sich abwechslungsreicher als je zuvor.

Doch gerade auf Pandora, dem ersten Planeten im Spiel, fühlt sich alles ein wenig zu vertraut an. Immerhin kennen wir den Himmelskörper bereits aus den ersten Ablegern der Reihe. Mit seinen zwar recht weitläufigen, aber begrenzten Gebieten, altbekannten Gegnermodellen und grau-braunen Umgebungen fühlt sich der Titel eher wie ein „Borderlands 2.5“ an, als wie ein waschechter Nachfolger.

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