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Secretlab ATLAS im Test: Der beste Stuhl, auf dem ich bislang gearbeitet habe?

Mit dem ATLAS wagt sich Secretlab an seinen ersten ergonomischen Bürostuhl. Nach mehreren Wochen und zahlreichen extrem langen Arbeitstagen steht fest: Der hohe Preis ist nicht ohne, doch Aufbau, Verarbeitung und Sitzkomfort gehören zum Besten, was ich bislang getestet habe.

Secretlab ist vor allem für seine wuchtigen Gaming-Stühle der TITAN-Reihe bekannt. Der neue ATLAS geht einen anderen Weg. Statt Racing-Optik und maximaler Liegeposition verspricht der Hersteller einen ergonomischen Bürostuhl, der konzentriertes Arbeiten, natürliche Bewegungen und kurze Erholungsphasen miteinander verbindet.

Ich habe den Secretlab ATLAS mehrere Wochen in meinem normalen Arbeitsalltag getestet. Und der kann für einen Stuhl ziemlich unangenehm werden: An besonders langen Tagen saß ich mit kleineren Pausen bis zu zwölf Stunden am Schreibtisch – beim Schreiben, Recherchieren, Bearbeiten von Bildern und natürlich auch beim Spielen.

Getestet habe ich den ATLAS in der Größe Regular mit SoftWeave-Plus-Stoffbezug in Cookies & Cream. Mein Eindruck nach mehreren Wochen: Der Stuhl ist zunächst deutlich fester als erwartet. Nach der Eingewöhnung hat er sich für mich aber als einer der besten und wahrscheinlich sogar als der beste Stuhl herausgestellt, den ich bislang genutzt habe.

Hinweis: Der Secretlab ATLAS wurde uns vom Hersteller für diesen Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Artikel oder die Bewertung fand nicht statt.

Technische Daten im Überblick

  • Modell: Secretlab ATLAS
  • Typ: Ergonomischer Büro- und Gaming-Stuhl
  • Testmodell: Regular, SoftWeave Plus, Cookies & Cream
  • Weitere Größe: Large
  • Empfohlene Körpergröße Regular: Bis 178 Zentimeter
  • Empfohlenes Körpergewicht Regular: Bis 100 Kilogramm
  • Empfohlene Körpergröße Large: 178 bis 195 Zentimeter
  • Empfohlenes Körpergewicht Large: Bis 120 Kilogramm
  • Rückenlehne: RE-CURVE mit integrierter Lordosenstütze
  • Bezug: SoftWeave-Plus-Gewebe oder NEO-Hybrid-Kunstleder
  • Premiumvarianten: SoftWeave Plus beziehungsweise NanoGen-Hybrid-Kunstleder mit NanoFoam-Verbund
  • Kopfstütze: Abnehmbares magnetisches Memoryschaum-Nackenkissen
  • Armlehnen: Gepolsterte, dreifach verstellbare Armlehnen
  • Sitztiefe: Verstellbar
  • Neigung: Synchronmechanik bis 120 Grad
  • Arretierung: 100, 107, 113 oder 120 Grad
  • Neigungswiderstand: Vier Stufen
  • Preis: Ab 499 Euro
  • Premiumausführung: Ab 699 Euro
© PlayCentral.de

Schon das Auspacken fühlt sich hochwertig an

Bei einem Stuhl beginnt der Test normalerweise erst nach dem Aufbau. Beim Secretlab ATLAS gehört bereits das Auspacken zum Erlebnis.

Die einzelnen Komponenten sind sorgfältig und übersichtlich verpackt. Nichts wirkt achtlos in den Karton gelegt und selbst kleinere Bauteile besitzen ihren festen Platz. Secretlab vermittelt bereits an dieser Stelle das Gefühl, dass hier ein hochwertiges Premiumprodukt ausgepackt wird.

Das klingt bei einem Bürostuhl zunächst nebensächlich, macht bei einem Preis von mindestens 499 Euro aber einen Unterschied. Wer so viel Geld ausgibt, erwartet nicht nur ein gutes Endprodukt, sondern auch eine entsprechend hochwertige Präsentation. Genau die liefert Secretlab.

Besonders positiv ist mir das mitgelieferte Werkzeug aufgefallen. Statt einer möglichst günstigen Notlösung liegt dem Stuhl ordentliches Werkzeug bei, mit dem sich die einzelnen Schritte bequem erledigen lassen. Auch das habe ich bei anderen Gaming- und Bürostühlen schon deutlich schlechter erlebt.

Das mitgelieferte Werkzeug macht einen hochwertigen Eindruck und enthält alles, was für den Aufbau des Secretlab ATLAS benötigt wird. © PlayCentral.de

Der bislang einfachste Aufbau eines schweren Stuhls

Ich habe mittlerweile einige Gaming-Stühle getestet, darunter auch verschiedene hochpreisige Modelle. Beim Aufbau war fast immer eine zweite Person hilfreich – und teilweise eigentlich sogar notwendig.

Sitzfläche und Rückenlehne sind schwer und müssen häufig gleichzeitig gehalten, ausgerichtet und verschraubt werden. Baut man einen solchen Stuhl allein zusammen, entwickelt sich der Vorgang schnell zu einer Mischung aus Krafttraining und Geschicklichkeitsprüfung.

Beim Secretlab ATLAS war das überraschend anders. Ich konnte den gesamten Stuhl ohne Hilfe aufbauen. Obwohl auch seine Bauteile ein ordentliches Gewicht besitzen, ließ sich jeder Schritt gut bewältigen.

Die große laminierte Anleitung erklärt den Aufbau des Secretlab ATLAS übersichtlich und führt verständlich durch jeden einzelnen Montageschritt. © PlayCentral.de

Einen großen Anteil daran hat die hervorragende Montageanleitung. Secretlab legt einen großen, stabilen und laminierten Bogen bei, auf dem sämtliche Schritte verständlich beschrieben und bebildert sind. Die Darstellung ist so eindeutig, dass eigentlich keine größeren Fehler entstehen können.

Ich habe den ATLAS ausgerechnet an einem ziemlich warmen Tag aufgebaut und war bereits darauf eingestellt, ordentlich ins Schwitzen zu kommen. Am Ende ging die Montage aber so problemlos von der Hand, dass selbst die hohen Temperaturen kein größeres Problem darstellten.

Damit liefert der ATLAS das bislang beste Aufbauerlebnis, das ich bei einem Stuhl hatte. Wer schon einmal versucht hat, eine schwere Rückenlehne allein in der richtigen Position festzuhalten und gleichzeitig die Schrauben anzusetzen, weiß, wie viel Frust eine gut durchdachte Konstruktion und Anleitung verhindern können.

Design und Verarbeitung: Weniger Gaming, mehr hochwertiges Büro

Optisch bewegt sich der Secretlab ATLAS zwischen einem klassischen Bürostuhl und einem modernen Gaming-Modell. Die Silhouette ist deutlich schlanker und zurückhaltender als bei vielen typischen Gaming-Stühlen. Gleichzeitig wirkt er nicht so nüchtern wie zahlreiche reine Mesh-Bürostühle.

Meine Variante in Cookies & Cream kombiniert schwarze mit verschiedenen grauen Flächen. Das Design fällt auf, drängt sich im Raum aber nicht in den Vordergrund. Dadurch passt der Stuhl sowohl in ein Gaming-Setup als auch in ein seriöseres Homeoffice.

© PlayCentral.de

Im Sommer war für mich vor allem der SoftWeave-Plus-Stoffbezug interessant. Auf Kunstleder beginnt man bei höheren Temperaturen vergleichsweise schnell zu schwitzen. Der Stoff fühlt sich angenehmer und weniger warm an, ohne dabei grob oder kratzig zu wirken.

Nach mehreren Wochen intensiver Nutzung macht der Bezug weiterhin einen sehr guten Eindruck. Auch bei Nähten, Übergängen und beweglichen Komponenten sind mir keine unsauberen Stellen aufgefallen. Der gesamte Stuhl wirkt stabil, hochwertig und für eine lange Nutzungsdauer gebaut.

Magnetische Kopfstütze: So einfach kann eine gute Idee sein

Eines meiner persönlichen Highlights ist die abnehmbare magnetische Kopf- und Nackenstütze. Zwar sind zusätzliche Kissen bei Gaming-Stühlen nichts Neues, meistens werden sie aber mit sichtbaren Gurten an der Rückenlehne befestigt.

Beim ATLAS hält das Memoryschaumkissen magnetisch. Dadurch kann es ohne Gefummel angebracht, abgenommen und in der Höhe angepasst werden. Die Magnetkraft ist dabei genau richtig gewählt: Das Kissen bleibt zuverlässig an seiner Position, lässt sich aber weiterhin leicht verschieben.

Das magnetische Memoryschaum-Nackenkissen lässt sich flexibel positionieren, bleibt sicher an seinem Platz und kommt ganz ohne störende Gummibänder aus. © PlayCentral.de

Der Mechanismus wirkt weder zu schwach noch unnötig aggressiv. Man setzt das Kissen an die Rückenlehne und es sitzt. So simpel, so gut.

Auch optisch passt die Kopfstütze hervorragend zum restlichen Stuhl. Der Stoffbezug, die Stickereien und das Secretlab-Logo auf der Rückseite unterstreichen den hochwertigen Gesamteindruck. Gerade beim Zurücklehnen bietet das Kissen eine angenehme Unterstützung für Nacken und Hinterkopf.

© PlayCentral.de

Zunächst überraschend hart

Beim ersten Probesitzen musste ich mich allerdings umstellen. Die Polsterung des Secretlab ATLAS ist deutlich fester als bei meinem bisherigen Corsair-Stuhl. Mein erster Gedanke war deshalb tatsächlich: Ist der vielleicht ein wenig zu hart?

Dieser Eindruck ist nicht vollständig verschwunden. Der ATLAS bleibt ein relativ fester Stuhl. Nach einigen Tagen habe ich mich jedoch an das Sitzgefühl gewöhnt und die Vorteile zunehmend zu schätzen gelernt.

Ein weicher Sitz fühlt sich im ersten Moment häufig gemütlicher an. Bei sehr langen Arbeitstagen kann eine zu nachgiebige Polsterung aber dazu führen, dass man tief einsinkt, weniger gleichmäßig unterstützt wird und zunehmend zusammensackt. Der festere Schaumstoff des ATLAS gibt weniger nach und verteilt das Körpergewicht über eine große Kontaktfläche.

Der SoftWeave-Plus-Stoff fühlt sich angenehm und atmungsaktiv an, während die darunterliegende Polsterung vergleichsweise fest ausfällt. © PlayCentral.de

Wichtig ist dabei eine kleine Einordnung: Ein härterer Bürostuhl ist nicht automatisch gesünder und die Muskulatur sollte beim Sitzen nicht dauerhaft angespannt bleiben. Entscheidend sind eine stabile Unterstützung, eine passende Einstellung und regelmäßige Haltungswechsel.

Genau hier funktioniert der ATLAS für mich sehr gut. Ich fühle mich getragen, aber nicht in der Sitzfläche versunken. Selbst nach langen Arbeitstagen entstanden bei mir keine unangenehmen Druckstellen. Gleichzeitig kann ich meine Haltung verändern, mich nach vorne orientieren oder für einige Minuten zurücklehnen.

Die beste Sitzhaltung bleibt ohnehin nicht eine einzige vermeintlich perfekte Position. Wichtiger ist, dass ihr euch regelmäßig bewegt, aufsteht und zwischen verschiedenen Positionen wechselt. Auch der beste Bürostuhl ersetzt keine Pausen.

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Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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