Sony zieht den nächsten Schlussstrich bei älteren PlayStation-Plattformen. Der PlayStation Store auf PS3 und PS Vita wird geschlossen. Danach können über diese Geräte keine neuen digitalen Inhalte mehr gekauft werden.
Ganz plötzlich kommt der Schritt nicht. Sony hatte bereits 2021 versucht, die Stores für PlayStation 3 und PlayStation Vita einzustellen, machte nach großem Protest der Spielerinnen und Spieler aber einen Rückzieher. Diesmal scheint die Entscheidung endgültig zu sein. Der Store wird zunächst in ausgewählten Märkten geschlossen, bevor 2027 die weltweite Abschaltung folgt.
PS3-Store schließt zuerst in einzelnen Ländern
Laut Sony beginnt die Schließung des PlayStation Store auf PS3 bereits im August 2026 in Mexiko, Honduras und Nicaragua. Weitere Länder in Lateinamerika und im Nahen Osten sollen Ende 2026 folgen. In allen übrigen Ländern wird der PlayStation Store auf PS3 und PS Vita im Juli 2027 geschlossen.
Nach der Schließung sind keine neuen Käufe mehr über den PlayStation Store auf diesen Geräten möglich. Das betrifft Spiele, DLCs und andere digitale Inhalte, die bislang direkt auf PS3 oder PS Vita gekauft werden konnten.
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Wichtig ist allerdings: Bereits gekaufte Inhalte sollen auch nach der Store-Schließung weiterhin heruntergeladen werden können – laut Sony „auf absehbare Zeit“.
Bereits gekaufte Spiele bleiben vorerst verfügbar
Für Besitzer digitaler PS3- und Vita-Spiele ist das die wichtigste Nachricht. Wer bereits Inhalte gekauft hat, verliert diese nicht automatisch mit der Store-Schließung. Sony schreibt, dass zuvor gekaufte Inhalte auch nach dem jeweiligen Abschaltdatum weiterhin erneut heruntergeladen werden können.
Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Die Formulierung „for the foreseeable future“ bedeutet eben nicht „für immer“. Gerade bei alten digitalen Stores ist das ein sensibles Thema, weil viele Spiele, DLCs und Klassiker nur dort verfügbar sind oder physisch längst teuer geworden sind.
Für Sammler, Retro-Fans und Spieler, die ihre PS3 oder Vita noch aktiv nutzen, heißt das: Wer bestimmte digitale Titel, DLCs oder PS1-/PSP-Klassiker noch kaufen möchte, sollte nicht bis kurz vor Schluss warten.
Sony nennt technische Gründe
Sony begründet die Entscheidung mit der Weiterentwicklung des PlayStation Store. Moderne Commerce-Systeme, neue Zahlungsstandards und aktualisierte Sicherheitsanforderungen würden von PS3 und PS Vita nicht mehr auf dem notwendigen Niveau unterstützt. Deshalb müsse man Ressourcen stärker auf moderne Plattformen konzentrieren.
Das ist aus Unternehmenssicht nachvollziehbar. PS3 und PS Vita stammen aus einer anderen technischen Ära. Gleichzeitig trifft die Entscheidung genau jene Spieler, die alte Konsolen noch bewusst nutzen, etwa für digitale Exklusivtitel, Klassiker oder Spiele, die nie auf PS4 oder PS5 portiert wurden.
Sony betont zwar, dass PS3 und PS Vita eine wichtige Ära der PlayStation-Geschichte darstellen. Am Ergebnis ändert das aber nichts: Der Kauf neuer Inhalte auf diesen Geräten endet.
2021 machte Sony noch einen Rückzieher
Besonders brisant ist der Blick zurück. Sony wollte die Stores für PS3, PS Vita und PSP bereits 2021 schließen. Nach heftiger Kritik aus der Community ruderte das Unternehmen damals zurück und ließ PS3- und Vita-Store weiterlaufen. Der damalige PlayStation-Chef Jim Ryan erklärte später, Sony habe „die falsche Entscheidung“ getroffen. Der PSP-Store wurde dagegen wie geplant am 2. Juli 2021 eingestellt.
Fünf Jahre später kommt die Schließung nun doch. Diesmal wirkt sie aber stärker eingebettet in Sonys größere Digitalstrategie. Erst kündigte Sony an, dass neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 nicht mehr auf Disc produziert werden sollen. Nun folgt die schrittweise Abschaltung der alten Stores.
Bitterer Zeitpunkt nach dem Disc-Aus
Die Meldung ist auch deshalb heikel, weil sie zeitlich eng mit Sonys anderer großer Ankündigung zusammenfällt: Ab Januar 2028 sollen neue PlayStation-Spiele nicht mehr auf physischen Discs erscheinen. Künftige Releases werden dann nur noch digital angeboten.
Zusammen ergeben beide Nachrichten ein klares Bild. Sony bewegt PlayStation weiter in Richtung Digitalgeschäft. Neue Spiele erscheinen künftig ohne Disc, während ältere digitale Stores auslaufen.
Genau das dürfte die Diskussion über digitale Besitzrechte weiter anheizen. Denn wenn physische Spiele verschwinden und digitale Stores irgendwann abgeschaltet werden, stellt sich für viele Spieler eine zentrale Frage: Wie dauerhaft ist ein gekauftes Spiel wirklich?
Was bedeutet das für PS3- und Vita-Spieler?
Für PS3- und Vita-Besitzer bedeutet die Ankündigung vor allem: Die Uhr läuft. Bis zur jeweiligen Store-Schließung können weiterhin Inhalte gekauft werden. Danach bleiben nur noch bereits gekaufte Inhalte zum erneuten Download.
Besonders betroffen sind:
- digitale Exklusivspiele
- DLCs für alte PS3- und Vita-Spiele
- PS1- und PSP-Klassiker im alten Store
- Spiele, die physisch selten oder teuer geworden sind
- Inhalte, die nie auf PS4 oder PS5 portiert wurden
Wer seine alte Bibliothek vervollständigen möchte, sollte deshalb rechtzeitig prüfen, welche Spiele oder Erweiterungen noch fehlen.
PlayStation verabschiedet sich weiter von alten Plattformen
Die PS3 wurde 2006 veröffentlicht, die PS Vita folgte 2011. Beide Systeme haben ihre feste Fanbasis, auch wenn sie längst nicht mehr im Mittelpunkt von Sonys aktueller Strategie stehen. Gerade die Vita gilt vielen Fans bis heute als unterschätzter Handheld mit starker Indie- und JRPG-Bibliothek.
Mit der Store-Schließung endet nicht die Nutzung dieser Konsolen. Aber ein wichtiger Teil ihrer digitalen Infrastruktur verschwindet. Neue Käufe über den Store sind dann nicht mehr möglich, und viele Inhalte werden deutlich schwerer zugänglich.
Für Sony ist es ein Schritt in Richtung moderner Plattformstruktur. Für Fans alter PlayStation-Systeme ist es dagegen das Ende einer weiteren Ära.





