Take Two zu GTA 6 – KI hilft bei Assets, ersetzt Rockstar aber nicht

KI wird Grand Theft Auto VI nicht den Rang ablaufen, aber sie kann die Entwicklung unterstützen. Das ist die klare Botschaft von Take Two Interactive Chef Strauss Zelnick, der in einem Interview neue Einblicke dazu gegeben hat, wie der Publisher auf die aktuelle KI-Debatte blickt. Gerade weil rund um Grand Theft Auto VI jede Kleinigkeit unter dem Mikroskop landet, sind seine Aussagen auch ein Signal an Fans und Investoren: Das nächste große Rockstar-Release soll nicht von Trends getrieben werden, sondern weiterhin von Handwerk und Kreativität.

Im Gespräch ging es dabei nicht nur um Technik. Zelnick sprach auch über den langen Abstand zwischen Grand Theft Auto V und dem kommenden Nachfolger, die Frage nach potenzieller Werbung im Spiel und darüber, warum KI seiner Meinung nach zwar nützlich ist, aber keine Hit-Garantie liefert.

Der Generationswechsel bei Grand Theft Auto

Welche Rolle spielt die lange Wartezeit bis Grand Theft Auto VI? Moderator Chris Dring brachte den Punkt auf, dass Fans, die 2013 als junge Erwachsene Grand Theft Auto V gespielt haben, heute möglicherweise weniger Zeit für einen neuen Teil haben. Zelnick hält das für kein Problem und rechnet vielmehr mit einer frischen, jüngeren Zielgruppe.

Ich glaube, wir werden eine Menge 17-Jährige haben, die Grand Theft Auto VI spielen.

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Sein Argument: Zwischen Grand Theft Auto V und VI liegt ein riesiger Zeitraum, in dem eine neue Generation herangewachsen ist. Wer damals noch ein Kind war, ist heute alt genug, um den neuen Teil ohne Umwege selbst zu kaufen. Gleichzeitig geht Zelnick nicht davon aus, dass Jugendliche den Release boykottieren, nur weil sie ältere Teile nicht nachgeholt haben.

Ich glaube nicht, dass Teenager sagen werden: Wenn ich Teil fünf oder vier oder drei oder zwei oder eins nicht gespielt habe, dann bin ich nicht dabei.

Auch einen kleinen Seitenhieb konnte er sich nicht verkneifen und spielte darauf an, wie schwierig es wäre, sich als Konsolenbesitzer über 17 bewusst gegen Grand Theft Auto VI zu entscheiden, weil das Interesse aus seiner Sicht schlicht riesig ist.

Werbung im Spiel soll kein Standard werden

Kommt Werbung in Grand Theft Auto VI? Seit Monaten wird in der Community spekuliert, ob ein Blockbuster dieser Größenordnung stärker mit realer Werbung arbeiten könnte. Zelnick bremst diese Erwartungen deutlich aus. Seine Linie: Bei Vollpreisspielen wäre aggressive Werbeeinblendung fehl am Platz.

Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass wir Zwischenwerbung in einem Spiel wollen, für das jemand 70 oder 80 Euro bezahlt hat. Das würde sich unfair anfühlen.

Ein Sonderfall seien Sportspiele, in denen Werbung zur Authentizität beitragen kann, etwa in Arenen. Als Beispiel nannte er NBA 2K, wo Anzeigen in der Sportumgebung realistisch wirken. Gleichzeitig machte er klar, dass solche Werbeformen laut seiner Aussage kein entscheidender Treiber für die Einnahmen seien.

Unterm Strich klingt das nach einer wichtigen Beruhigungspille für alle, die bei Grand Theft Auto VI schon ein Schaufenster voller Pop-ups und Markenplatzierungen befürchtet haben.

KI als Werkzeug, nicht als Ersatz für Rockstar

Wird KI die Spieleentwicklung bei Rockstar überflüssig machen? Hier wurde Zelnick besonders deutlich. Hintergrund ist, dass Take Two zuletzt starke Geschäftszahlen lieferte, die Aktie aber dennoch unter Druck geriet, weil KI-Modelle im Gaming-Bereich an der Börse für Nervosität sorgten. Zelnick sagte, ihn habe diese Reaktion überrascht und betonte, dass neue Tools grundsätzlich hilfreich seien.

Es ist ziemlich offensichtlich, dass Werkzeuge für die Erstellung von Inhalten für unsere Branche nützlich sind.

Der Kern seiner Argumentation: KI kann Assets schneller erzeugen, aber das allein baut noch keinen Welthit. Ob ein Objekt per Knopfdruck entsteht oder in sechs Wochen Handarbeit, am Ende bleibt es eben nur ein Asset. Und weil jedes Jahr Tausende Games veröffentlicht werden, seien gute Einzelbausteine längst nicht das Problem. Das Problem ist, aus all dem etwas zu machen, das wirklich Millionen begeistert.

Diese Tools können dir helfen, Assets zu erstellen, aber sie helfen dir nicht dabei, Hits zu erschaffen. Tausende Mobile Games erscheinen jedes Jahr, und nur eine Handvoll wird zum Hit.

Er zog außerdem einen Vergleich zu großen Markenproduktionen: Man könne Inhalte erzeugen, die aussehen wie ein Blockbuster, aber die Dimension eines echten Spitzentitels entstehe nicht automatisch. Dafür brauche es menschliche Kreativität und das Gespür für Storytelling, Timing, Inszenierung und Qualität.

Natürlich kann man Assets erstellen, die wie ein großer Release aussehen, aber einen Hit dieser Größenordnung zu schaffen ist ein komplett anderes Kaliber und erfordert menschliches Engagement und menschliche Kreativität.

Warum KI laut Take Two keine Hit-Maschine ist

Was sagt Take Two zur Angst vor einem nivellierten Markt durch KI? Zelnick hält die Vorstellung für unrealistisch, dass künftig Einzelpersonen per Knopfdruck einen Megahit erschaffen, vermarkten und an ein Massenpublikum bringen. Unterhaltung funktioniere so nicht, sagt er, und das sei auch historisch nie der Fall gewesen.

Die Vorstellung, dass neue Tools es jemandem erlauben, einfach einen Knopf zu drücken und einen Hit zu generieren, ihn zu vermarkten und an Millionen Konsumenten weltweit zu bringen, ist lächerlich. So hat Unterhaltung noch nie funktioniert.

Sein Blick auf den tatsächlichen Nutzen von KI ist deutlich pragmatischer: Die großen Effekte sieht er eher dort, wo Arbeit repetitiv ist, etwa bei Büroprozessen oder Routinetätigkeiten, die effizienter werden können. Für die kreative Spitze eines Prestige-Titels hält er menschliche Handschrift dagegen für unverzichtbar.

Ich denke, das wird enorme Auswirkungen auf alle Branchen haben, indem langweilige Büroarbeit effizienter wird oder teilweise überflüssig.

Wie siehst du Zelnicks Aussagen zu KI, Werbung und der Zielgruppe von Grand Theft Auto VI? Schreib uns deine Meinung dazu gern in die Kommentare.

Prinz Vegeta

Zwischen den Kämpfen sorge ich dafür, dass mein Super-Saiyajin-Haar perfekt sitzt und versuche meiner Tochter Bra beizubringen, dass ich der coolste Saiyajin-Papa bin. Es ist nicht immer einfach, aber ich gebe mir Mühe. Nebenher schreibe ich für PlayCentral.de.
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