PLAYCENTRAL TEST Tomb Raider

Tomb Raider: Die Definitive Edition zeigt ihre Muskeln

Von Patrik Hasberg - Test vom 28.01.2014 11:00 Uhr

Mit der Definitive Edition zu Tomb Raider hat Crystal Dynamics den Serien-Reboot auch für die Next-Gen-Konsolen PlayStation 4 und Xbox One portiert. In unserem Test klären wir die grafischen Unterschiede der einzelnen Versionen und ob sich der Kauf überhaupt lohnt.

Hier unseren Test zum Hauptspiel nachlesen.

Mit Tomb Raider erschien am 5. März 2013 für PC, PlayStation 3 sowie Xbox 360 der Reboot der Serie, der die Entwicklung der jungen und unerfahrenen 21-jährigen Lara Croft beleuchtete und in Sachen Gameplay neue Wege ging. So durften Spieler nach einem Schiffbruch gemeinsam mit der Titelheldin, auf der Suche nach der übrigen Besatzung der Endurance,  eine geheimnisvolle Insel erkunden.

Auch in grafischer Hinsicht machte der neuste Tomb Raider-Teil einen großen Schritt nach vorne und beeindruckte vor allem auf dem PC mit hochaufgelösten Texturen, 16-facher Kantenglättung und maximalen Grafikeinstellungen. Vor allem Laras Haare sahen dank AMDs TressFX-Technologie hübscher aus, als je zuvor.

Zwar konnte der Titel auch auf der PlayStation 3 und Xbox 360 überzeugen und sah alles andere als schlecht aus, allerdings ließ Tomb Raider die vergangene Konsolengeneration technisch an ihre Grenzen stoßen.

Next-Gen-Lara

Nun, fast ein Jahr später, dürfen sich Besitzer einer PlayStation 4 bzw. Xbox One mit Tomb Raider: Definitive Edition auf eine extra auf die Next-Gen-Konsolen angepasste und in grafischer Hinsicht stark verbesserte Version freuen. Inhaltlich bleibt bei der PS4- und Xbox One-Version allerdings alles beim Alten. So sind sämtliche DLCs, genau wie der Multiplayer-Modus, vorhanden und auch die Handlung wurde nicht verändert.

Der Gedanke bei der Entwicklung der Definitive Edition, an der über ein Jahr gearbeitet worden ist, die Mehr-Power der leistungsstärkeren Konsolen zu nutzen, um sich grafisch von der PS3- und Xbox 360-Version abzuheben. Genau dies merkt man der Definitive Edition deutlich an. So unterstützt die aufgebohrte Version nun echtes Full-HD von 1080p, während Tomb Raider auf der PS3 und Xbox 360 wegen technischen Einschränkungen noch hochskaliert worden ist.

Weiterhin kommt die PS4-Version mit deutlich höher aufgelösten Texturen, verbesserten Licht- und Partikeleffekten sowie einer dichteren Vegetation daher. Besonders Laras Haare sehen auf der PS4 durch AMDs TressFX-Technologie deutlich realistischer aus. Bewegt die junge Frau ihren Kopf, bewegen sich die Harre physikalisch mit und flattern bei Sprüngen oder starkem Wind hin und her.

Auch Gegenstände, die Lara an ihrem Körper trägt, wie zum Beispiel ihr Bogen oder ihre Pfeile, schaukeln physikalisch korrekt an ihrem Rücken hin und her.

Besonders großen Wert haben die Entwickler auf Laras Gesicht gelegt, das extra für die Definitive Edition von Grund auf neu modelliert worden ist und nun deutlich realistischer aussieht. Auch die Haare der jungen Frau sehen durch Echtzeit-Berechnungen um einiges hübscher aus. Durch ein neues Partikel-System sollen Dreck, Matsch, Blut sowie Regentropfen in der jeweiligen Situation an Laras Haut bzw. Kleidung haften bleiben und ihr somit den entsprechenden Look verpassen.

Auch in Puncto Wasserdarstellung legt die Definitive Edition die Messlatte ein gutes Stück nach oben und sieht somit teilweise sogar besser aus, als die PC-Version auf maximalen Einstellungen und einer Auflösung von 1920×1080 Pixeln. Besonders eindrucksvoll sehen die kleinen Wellen aus, die entstehen, wenn sich Lara bewegt oder einzelne Wassertropfen von der Höhlendecke hinunterfallen.

Allerding gibt es auch zwischen den Next-Gen-Konsolen grafische Unterschiede. So läuft das Action-Adventure auf der PS 4 mit 60 Bildern die Sekunde. Auf Microsofts Xbox One läuft der Titel minimal mit 30 Frames in der Sekunde, wobei diese laut Square Enix in bestimmten Bereichen auf bis zu 45 FPS ansteigen sollen.

Neben den grafischen Verbesserungen gesellen sich zu der Definitive Edition zusätzlich einige nette Features des Dualshock 4-Controllers sowie die integrierte Sprachsteuerung via PlayStation-Kamera oder Headset, die den fliegenden Wechsel zwischen den Waffen sowie das Navigieren in den Menüs ermöglicht. Damit ist “Tomb Raider: Definitive Edition“ das zweite Spiel, das aktiv von den Möglichkeiten der neuen PlayStation-Kamera Gebrauch macht. Neben der PS4 selbst nutzt diese bisher nämlich nur Just Dance 2014.

Die Xbox One stellt der Definitive Edition einige Kinect-Features bereit. Im Hauptmenü könnt ihr eure Auswahl somit mit Gesten- oder Sprachsteuerung treffen oder Reliquien bis in das kleinste Detail untersuchen. Seltene Fundstücke können so von euch via Kinect gedreht, gezoomt und untersucht werden. Wer will kann mit einem Sprachbefehl die Waffe wechseln oder aber das Fernglas aktivieren und sich dann mit dem Körper zur Seite lehnen, um sich mehr in der Umgebung umzuschauen.

Ob diese Features wirklich sinnvoll erscheinen und den Kauf der Definitive Edition tatsächlich rechtfertigen, muss jeder für sich selber entscheiden. Tatsächlich sind Dreingaben wie die integrierte Sprachsteuerung ganz nett und funktionieren bereits relativ fehlerfrei, in einem hitzigen Gefecht empfehlen wir trotzdem per Controller-Tasten die Waffe zu wechseln, um unnötige Frustmomente zu vermeiden. Wer sowieso mal sämtliche Funktionen seiner neuen Konsole ausprobieren wollte, der wird mit der Definitive Edition sicherlich seinen Spaß haben und endlich Kamera und Mikrofon testen können.

Tomb Raider im Test

Fazit und Wertung von Patrik Hasberg

Wer Tomb Raider noch nicht gespielt hat und bereits über eine PS4 oder Xbox One verfügt, dem sei die Definitive Edition in jedem Fall ans Herz gelegt. Denn grafisch kann der Serien-Reboot auf ganzer Linie überzeugen. Sollte Tomb Raider jedoch bereits in eurem Regal stehen, können die rund 60 Euro sinnvoller verwendet werden.

Eine PC-Version der Definitive Edition wird es laut Square Enix übrigens wohl nicht geben, da man hier mit der Grafik bereits sehr zufrieden sei.

Pro und Kontra zu Tomb Raider findest du hier.

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