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Ryse Son of Rome sollte ein Assassin’s Creed ähnliches Xbox-Franchise werden

Microsoft wollte zur Xbox-One-Ära nicht nur eine starke Konsole liefern, sondern auch neue, eigene Marken etablieren, die sich langfristig gegen die großen Third-Party-Serien behaupten können. Ein neuer Bericht legt nun nahe, dass ausgerechnet Ryse: Son of Rome als Startpunkt für eine große, zeitübergreifende Reihe geplant war, die vom Ansatz her an Assassin’s Creed erinnert hätte. Doch statt eines neuen Xbox-Prestige-Franchise blieb am Ende ein einzelner, bis heute umstrittener Launch-Titel.

Ryse: Son of Rome erschien am 22. November 2013 als einer der prominentesten Starttitel für die Xbox One. Im Mittelpunkt stand der römische Zenturio Marius Titus, der in einem stark inszenierten Rachefeldzug gegen barbarische Horden zieht. Gerade zum Release beeindruckte das Spiel viele durch seine Optik und die filmische Präsentation, die perfekt zu Microsofts damaligem Wunsch nach großen Showcase-Erlebnissen passte.

Der gescheiterte Plan für ein historisches Xbox-Franchise

Welche Rolle sollte Ryse: Son of Rome im Xbox-Portfolio spielen? Laut den neuen Informationen war Ryse nicht als One-off gedacht, sondern als Auftakt einer ganzen Reihe. Intern habe es demnach die Idee gegeben, die Marke über mehrere Teile hinweg durch verschiedene Epochen und historische Brennpunkte zu führen. Das hätte Ryse in eine ähnliche Position gebracht, wie sie Assassin’s Creed mit seinem ständigen Wechsel der Settings über Jahre hinweg einnimmt.

Als mögliche Schauplätze werden unter anderem die Wikingerüberfälle entlang der Küsten Englands und Frankreichs genannt, außerdem die gescheiterten Mongoleninvasionen in Japan. Ebenfalls im Gespräch: der Untergang des Byzantinischen Reiches bei der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453. Die Grundidee: historische Ereignisse als Kulisse, angereichert mit dramatischer Action und einem klaren Stil aus Historienfiktion.

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Gleichzeitig soll es auch Stimmen gegeben haben, die Ryse lieber fest in Rom verankert gesehen hätten. Genau dieser Richtungsstreit zeigt, wie groß das Konzept offenbar gedacht war, bevor es später in der Versenkung verschwand.

Warum Ryse nicht zündete und was in Fortsetzungen anders werden sollte

Warum kam es nie zu Ryse 2 und weiteren Teilen? Ryse: Son of Rome erhielt nach Release gemischte Reaktionen. Besonders häufig genannt wurden ein Kampfsystem, das vielen zu simpel ausfiel, sowie eine recht kurze Kampagne, die sich nach rund sechs Stunden dem Ende näherte. Auch die Wiederspielbarkeit galt als begrenzt, was für ein Spiel mit Blockbuster-Inszenierung ein spürbarer Dämpfer war.

Interessant ist dabei: Ein Teil der später kritisierten Schwächen soll laut Bericht auch dadurch entstanden sein, dass Inhalte während der Entwicklung gekürzt werden mussten, um den Xbox-One-Launch zu treffen. Fortsetzungen hätten genau dort ansetzen und das Konzept spürbar erweitern sollen, weg von der strengen Linearität hin zu offeneren Strukturen und mehr spielerischer Tiefe.

  • größeres, offeneres Spieldesign statt eng getakteter Level
  • ein echter PvP-Modus als Erweiterung des Mehrspieler-Angebots
  • dynamischere und vielseitigere Einzelspieler-Kämpfe
  • Fahrzeug-Navigation als neue Art der Fortbewegung
  • mehr von den ursprünglich geplanten Features, die im ersten Teil gestrichen wurden

Damit wäre Ryse in eine Richtung gegangen, die nicht nur optisch beeindrucken, sondern auch als langfristige Marke funktionieren sollte. Doch genau dieser Sprung blieb aus.

Microsoft besitzt die Marke, doch die Reihe liegt auf Eis

Wem gehört Ryse heute und was passierte hinter den Kulissen? Laut dem Bericht wurden die geplanten Nachfolger nicht offiziell mit einem großen Schnitt eingestellt, vielmehr sei die Arbeit schrittweise zum Erliegen gekommen. In der Folge geriet Crytek in den 2010er-Jahren in eine Phase massiver Umstrukturierungen, in deren Zuge Studios und Rechte neu geordnet und teils verkauft wurden.

In diesem Kontext kommt auch ein zentraler Knackpunkt zur Sprache: Offenbar kam es zum Streit darüber, wie es weitergehen sollte. Crytek habe demnach kein Interesse daran gehabt, an einer Marke zu arbeiten, die man nicht selbst besitzt. Microsoft wiederum soll nicht bereit gewesen sein, das Projekt weiter zu finanzieren, ohne sich die Rechte zu sichern. Am Ende ging die Ryse-IP an Microsoft, während Crytek weiterzog. Ergebnis: Microsoft hat die Marke, aber es passiert seit Jahren nichts Sichtbares damit.

Ryse: Son of Rome bleibt damit ein faszinierendes Was-wäre-wenn der Xbox-One-Generation: ein Launch-Spiel, das als Grundstein für ein historisches Prestige-Franchise gedacht war, aber an Timing, Resonanz und Strategiebrüchen scheiterte, während Assassin’s Creed unbeirrt weiter wuchs.

Hättet ihr Lust auf ein Comeback von Ryse mit neuen Epochen und deutlich größerem Umfang, oder ist die Marke für euch ein Relikt der Xbox-One-Startphase? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

B.J. Blazko

B.J. ist der glorreiche Bastard unter den Gaming-Redakteuren. Wenn er nicht gerade in alte Verliese oder Burgen einbricht, um fragwürdige Zeitgenossen um ihre Habe zu erleichtern, zockt er gemütlich mit seiner Familie eine Runde auf der Couch. Ein Cup in Mario Kart, Luigis Mansion und manchmal sogar Animal Crossing.
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