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Razer Huntsman V2 Analog: Die Tastatur für Menschen, die Tastaturen lieben – Test

Von Cynthia Weißflog - Test vom 02.03.2021 16:45 Uhr
Razer Huntsman V2 Analog
© Razer

Sie ist eine der aktuellsten Elite-Tastaturen auf dem Markt und glänzt mit einem der Höchstpreise auf dem Markt: Die Razer Huntsman V2 Analog. Da stellt sich natürlich die Frage, was dieses schlicht-schwarze Keyboard so besonders macht. Auch wir wollten das wissen und haben uns mit der Tastatur und ihren Innovationen auseinandergesetzt – und sind zu einem recht eindeutigen Schluss gekommen.

Technische Daten

  • Razer Analoge Optische Switches
  • Lebensspanne von 100 Millionen Tastenanschlägen
  • Anpassbare Razer Chroma Beleuchtung mit 16,8 Millionen Farboptionen
  • Razer Doubleshot PBT-Tastenkappen
  • USB Type-C zu USB Type-A Adapter
  • USB 3.0 Anschluss
  • Multifunktionales, digitales Rad mit vier Media-Tasten
  • Programmiere Tasten mit On-the-fly Makro-Aufnahme
  • Integrierter Hybrid-Speicher für bis zu 5 Tasten-Profile
  • N-key Roll-over mit Anti-Ghosting
  • Geflochtenes Glasfaserkabel
  • 1.000 Hz Ultrapolling

Typisch Razer: Sexy Design, hochwertige Verarbeitung

Fangen wir ganz oberflächlich mit dem Äußeren an. Und da werden wir Razer-gerecht nicht enttäuscht, denn das schlichte, schwarze Design wirkt gewohnt hochwertig, fühlt sich stabil und qualitativ verarbeitet an. Nichts wackelt, schleift oder klappert. Die Handballenauflage aus Kunstleder ist unglaublich bequem, wird zuverlässig durch einen kräftigen Magneten angezogen und gleicht die Höhe der Tastatur aus, die bei vollausgeklappten Standfüßchen am höchsten Punkt rund vier Zentimeter misst.

Die Tastenkappen sind texturiert, ermöglichen einen sicheren Grip und sollen laut Razer widerstandsfähiger sein als ihre bisherigen Pendants. Durch ein neues Gussverfahren sollen so der unschöne Glanzeffekt und die Abnutzung der Buchstaben ausbleiben. Die Zeit wird zeigen, ob der neue und härtere Kunststoff sich tatsächlich bewährt. Sie fühlen sich allerdings durchaus robust an. Ebenso wie die konfigurierbaren vier Multimedia-Tasten, die sich rechtsseitig befinden. Vor allem die Haptik und Bedienung des Lautstärkeregler-Drehrads haben hier unser Herz erobert.

Razer Huntsman V2 Analog Multimedia
Mit diesen formschönen Knöpfchen über eurem Numpad könnt ihr kurzerhand eure Medien regulieren. © PlayCentral.de

Autotuning oder RGB-Tastatur? Freunde der RGB-Beleuchtung kommen hier selbstverständlich auch auf ihre Kosten, denn die LEDs für Razers farbenreiche Chroma-Funktion ist vollumfänglich verbaut und zieht sich durch die gesamte Tastatur inklusive Handballenablage und passender Unterbodenbeleuchtung!

Razer Huntsman V2 Analog RGB Test
So schön erstrahlt die neue Huntsman mit ihrer Unterbodenbeleuchtung. © PlayCentral.de

Die Inbetriebnahme ist ebenfalls denkbar einfach: Via stoffummanteltem Kabel verbindet ihr die Huntsman V2 Analog entweder via USB-C oder USB-A mit eurem PC. Für den Anschluss via USB-A liegt ein entsprechender Adapter bei. Gleichzeitig steht euch linksseitig ein separater USB-3.0-Port zur Verfügung, mit dem kein Gefummel entsteht, solltet ihr andere Geräte kurzerhand mit der Tastatur verbinden wollen.

Analoge, optische Switches: Was ist das überhaupt?

Habt ihr Razer Synapse installiert, offenbart sich anschließend die schier endlose Vielfalt an Möglichkeiten der Huntsman V2 Analog – und ihre namensgebende Funktionsweise. Denn in der neuesten Razer-Tastatur sind sogenannte analoge, optische Switches verbaut, die nicht nur ein An oder Aus erkennen, sondern ebenso die Zustände dazwischen.

Was bedeutet das? Statt nur zu erkennen, ob die Taste gerade gedrückt wird oder eben nicht, wie beim digitalen Input, erkennt die Huntsman V2 Analog auch die Stufen zwischen dem einzelnen Tastendruck. Je nachdem welchen Weg die Taste beim Drücken also zurückgelegt, wird die Drucktiefe als Befehl weitergegeben. Ihr könnt also einen Schaltweg zwischen mindestens 1,5 mm oder auch maximal 3,8 mm zurücklegen und selbst entscheiden, bei welcher Tastentiefe eine Reaktion erfolgen soll.

Wie funktioniert das? Unter den Tasten befinden sich durch Feder gestützte Switches und ein Lichtstrahl, der durch eine dreieckige Öffnung in das Innere der Taste geschickt wird. Darin ist ein Kunststoffteil verbaut, das einen Teil des Lichtstrahls abdeckt. Ein optischer Sensor erfasst anschließend die noch verbliebene Breite des Lichtstrahls und es ergibt sich der analoge Wert, der an das System als Input weitergegeben wird. Drückt ihr die Taste demnach tiefer, ist der Lichtstrahl breiter, ist der Druck nur zart, ist der Strahl entsprechend schmaler.

Razer Huntsman V2 Analog Switches
Der Aufbau der optomechanischen Switches ermöglicht einem ein völlig neues Tastaturerlebnis mit bislang einzigartigen Einstellungsmöglichkeiten. © Razer

Die Razer Huntsman V2 Analog in der Praxis

So viel zur Theorie. In der Praxis hat uns der verlängerte Schaltweg zunächst vor eine Umgewöhnungsphase gestellt. Denn wer gerade von einer Razer Ornata Chroma mit halbhohen Tastenkappen, halbmechanischen Switches und hohem Auslösespeed kommt, muss sich neu einfühlen.

Schreibmaschine oder Tastatur?

Die Doubleshot-Tasten scheinen zunächst etwas mehr Fingeraktivität und der längere Schaltweg ein weitaus tieferes Eindrücken zu erfordern. Das war zunächst entsprechend hörbar und hat sich für den Gegenüber im Discord-Gespräch wie das Klappern auf einer Schreibmaschine angehört. Es folgte jedoch zeitnah die Erkenntnis, dass wir den Tastenhub an unsere Schreib- und Spielbedürfnisse anpassen können.

Bei einem Auslösepunkt von 1,5 mm reagiert die Taste nämlich entsprechend schnell und erfordert kein kraftvolles Hämmern bis zum Metall der Bodenplatte, ein leichter Druck genügt. Mit dieser Einstellung entstehen jedoch auch schneller Tippfehler, sobald man mal an anderen Tasten hängen bleibt. Wir haben uns fürs Schreiben deshalb bei etwa 2,5 mm Tastenhub eingependelt und den erhöhten Geräuschpegel in Kauf genommen. Belohnt wurden wir dafür mit einem überaus geschmeidigen Tippgefühl, das wir ganz auf unsere Gewohnheiten abstimmen konnten.

Razer Huntsman V2 Analog
Die neue Razer-Tastatur lässt euch regelrecht versinken und nutzt den längeren Eingabeweg, um den nötigen Spielraum für den Tastenhub zu ermöglichen. © PlayCentral.de

Eine Taste, zwei Befehle

Neben problemlosen On-the-fly-Makro-Aufzeichnungen und der Neubelegung einer jeden Taste umfasst die Anpassungsfreiheit dabei auch, dass ihr einer Taste zwei Aktionen gleichzeitig zuweisen könnt. Dafür legt ihr ein entsprechendes Profil an und verbindet es mit dem gewünschten Game. Der integrierte Speicher ermöglicht euch dabei das Speichern fünf verschiedener Profile.

Huntsman V2 Analog Profile speichern
Ihr könnt verschiedene Profile speichern und mit euren Spielen verknüpfen. Beim Start des Games wird das Profil anschließend aktiviert. © Razer

Möchtet ihr in CS:GO beispielsweise mit Shift schleichen und auf Shift ebenso eure Pistole ausrüsten können, müsst ihr der Taste in Razer Synapse lediglich eine sekundäre Funktion zuweisen. Ist die Aktion auf ein und dieselbe Taste gebindet, könnt ihr den Auslösepunkt entsprechend anpassen und so bei einer Tastendrucktiefe von 1,8 mm schleichen und bei einem starkem Druck von 3,6 mm die Pistole zücken. Ist das praktisch? Nicht unbedingt. Diese Form der Doppelbelegung einer Taste ist so ungewohnt, dass hier schnell Fehler passieren und im Eifer des Gefechts schnell über- oder unterschätzt wird, wo der erforderliche Druckpunkt liegt.

Macht eure Tastatur zum Controller

Wesentlich cooler ist dagegen das Umfunktionieren der Tastatur zum Controller oder Joystick. Damit könnt ihr von einer 360-Grad-Erfahrung profitieren, die wir sonst nur mit den Analogsticks eines Controllers simulieren können. Ja, tatsächlich können wir mit Maus und Tastatur sonst nur die klassische WASD-Steuerung und damit lediglich 8 Richtungen nutzen.

Über Razer Synapse könnt ihr den Tasten jedoch entsprechende Controller-Belegungen zuweisen, sodass die W-Taste zu einem Analogstick wird, den man nach vorn drückt und die D-Taste entsprechend smoothe Bewegungen nach rechts ermöglicht, ohne eine zackige 90-Grad-Wendung vorzunehmen. Hierfür kann zusätzlich die Auslösekraft angepasst werden.

Razer Huntsman V2 Analog Synapse
In Synapse könnt ihr die V2 Analog nach euren Wünschen in einen Controller verwandeln und entscheiden, wie tief ihr dafür in die Tasten hauen möchtet. © Razer/PlayCentral.de

Wofür eignet sich das Feature? Wir haben die Controller-Funktion unter anderem in Forza Horizon 4 getestet und wurden tatsächlich mit einem geschmeidigen, feinfühligeren Lenkgefühl belohnt, wie wir es bisher nur von der Analogstick-Steuerung gewohnt waren. Das Gleiche zeigte sich bei der Kamera- und Bewegungsführung in Games wie Dead by Daylight oder Call of Duty.

Weniger geeignet ist das Ganze dagegen für Spiele wie GTA 5, in denen eine Mehrfachbelegung für den Kampf oder die Fahrzeugnutzung notwendig wäre. Denn bislang kann „nur“ eine Controller-Funktion auf eine einzelne Taste gelegt werden. Solange man fährt, funktioniert zwar alles so nuanciert, wie es soll, beim Aussteigen boxt ihr dagegen wild in die Luft. Und damit kommen wir zum wohl größten Haken.

Der Haken ist die Software

Razer-Kennern wird Razer Synapse bekannt sein (hier unheilvolle Musik einfügen) und auch in diesem Test ist der Name der Software schon häufiger gefallen, denn ohne sie läuft gar nichts. In Synapse werden alle nötigen Einstellungen und Anpassungen vorgenommen, die wir bereits vorab geschildert haben, von Makro-Aufzeichnung bis RGB-Beleuchtung.

Gerade wenn man sein Gerät nach höchstem Maße individualisieren möchte, ist man auf das Programm angewiesen. Doch die vielen Möglichkeiten, die einem die Huntsman V2 Analog bietet, bedürften einer übersichtlicheren Software als Synapse. Die einzelnen Menüs sind einfach zu verschachtelt, als dass sich einem alle möglichen Funktionsweisen erschließen könnten. Zu viele Knöpfe wiederholen sich unsinnigerweise, Erklärungen werden dagegen nur an wenigen Stellen gegeben.

Hier geht Probieren über Studieren, was die Motivation sein Gaming-Set-up ausführlich anzupassen stark schmälert. Das wiederum ist außerordentlich schade, wenn man bedenkt, wie viel mit der Huntsman V2 Analog eigentlich möglich und damit für beinahe jeden Spieler eine echte Bereicherung wäre.

Razer Huntsman V2 Analog
Ein Glanzstück für Tastaturenliebhaber – aber auch für Ottonormalspieler? © PlayCentral.de

Fazit

Razer ist ziemlich stolz auf sein neues Kleinod im Tastaturen-Line-up und das nicht zu unrecht. Denn mit der neuen Huntsman V2 Analog hat man den hauseigenen Tastaturen noch einmal ein ordentliches Upgrade verpasst. Die analogen, optischen Switches als Feature-Flaggschiff der Tastatur sind tatsächlich ein absoluter Gamechanger und scheinen das Beste aus Keyboard und Controller zu vereinen. Zumindest im Ansatz.

In der Umsetzung fehlt es vor allem an einer intuitiv und übersichtlich aufgebauten Software, die keinen eigenen Wochenendkurs erfordert. So wirken all die coolen Funktionen (die echt Spaß machen, sobald man sie aktiviert bekommt) noch nicht ganz durchdacht und bisweilen unausgereift, obwohl die Technik dahinter verlässlich funktioniert. Jedoch nicht für alle Spiele.

Es bleibt das, was Razer seit jeher beherrscht: Eine formschöne und trotz viel Plastik hochwertig produzierte Tastatur, die viel Individualisierbarkeit und ein professionelles Gaming-Erlebnis auf einem neuen Level bietet. Bei einem stolzen Preis von rund 270 Euro sollte man allerdings einen grundsätzlichen Hang zu Tastaturen und innovativen Eingabeformen besitzen, um sich dieses fantastisch leuchtende, jedoch auch lautstärkeintensive Tippabenteuer zuzulegen.

Pro

+Angenehme Haptik
+Einfache Inbetriebnahme
+Hohe Individualisierbarkeit
+Innovative, optomechanische Analog-Switches
+Coole Controller-Funktion
+Großartiges Schreibgefühl
+Hochwertige Verarbeitung
+Ansprechende Optik mit Rundum-RGB

Contra

-Sehr hoher Preis
-Überarbeitungswürdige Software - Razer Synapse
-Ausbaufähige Belegungsfunktionen
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