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Allgemein: 6 gefeierte und vergessene MMOs

Von Thomas Wallus - News vom 22.11.2013 17:22 Uhr

Die Welt der Onlinespiele ist mittlerweile durchaus bekannt dafür, nicht das einfachste Pflaster für Entwicklerstudios zu sein. Spieler, die Produkten nach bereits einer halben Stunde den Rücken kehren, sind kein seltenes Phänomen. Diese Beobachtungen stehen bei vielen MMOs aber im Gegensatz zu der unfassbaren Vorfreude, mit welcher Gamer einigen Produkten begegnen. Das alles führt auch dazu, dass viele gefeierte Spiele in Vergessenheit geraten und relativ kurze Zeit nach ihrer Veröffentlichung ein trauriges Dasein führen und zur gescheiterten Existenz werden. Viele Games leben dabei trotz einer fehlenden großen medialen Aufmerksamkeit abseits der Augen der Öffentlichkeit fort. Heute wollen wir die Chance nutzen, einige dieser Spiele unter die Lupe zu nehmen und zu fragen, was eigentlich aus den vermeintlichen Stars der MMO-Welt wurde und welche Gründe hierfür angeführt werden können.

Mortal Online

Millionen von Menschen fiebern in den USA und in Europa in diesen Monaten der Veröffentlichung von ArcheAge entgegen und beweisen damit, dass noch immer Sehnsucht nach einem unterhaltsamen Sandbox-Titel herrscht. Das ständige Bewegen in vorgefertigten Welten schien die Spielerschaft aber schon vor Jahren satt zu haben. Beispielsweise im Jahr 2010. Da erschien Mortal Online mit einem großen Vertrauensvorschuss. Obwohl es sich bei dem schwedischen Studio Star Vault damals um einen absoluten Newcomer handelte, hoffte man schlichtweg auf ein echtes Highlight. Warum auch nicht? Die Screenshots sagten einen absoluten Grafik-Kracher seiner Zeit voraus und an Features wie einer unfassbar großen Welt, eigenen Häusern oder einem Diebstahl-System gab es auch recht wenig zu meckern. Die Ernüchterung folgte allerdings auf dem Fuße.

Wer sich einmal mit dem Pferd durch die Weiten von Mortal Online bewegen wollte, der stieß zwar auf einige einzigartige Orte, an welchen man gerne auch länger verweilen wollte. Doch merkte man dem MMORPG mit längerer Online-Zeit leider auch seine großen Patzer und kleinen Fehler an. Wenig Gutes ließ eigentlich bereits die mehrmalige kurzfristige Verschiebung des Releases erahnen. Schon die Open Beta zeigte zuvor, dass die Spannung auf Mortal Online für viele eine reine Blase war. Mit den fehlenden Quests konnten sie letzten Endes ebenso wenig anfangen wie mit dem Open-PvP, das einen zum leichten Ziel für andere Spieler machte und im PvE-Spielfluss unterbrach. Entsprechend gering fiel im Anschluss die Bereitschaft, für ein Online-Rollenspiel mit derartiger Feature-Ausstattung monatliche Gebühren zu zahlen, aus. Schnell verschwand Mortal Online in der Versenkung. Noch hat es die Entwickler bei Star Vault aber nicht aus den Socken gehauen. Die Webseite listet auch weiterhin Patch-Notes und im Jahr 2011 erschien ein großes Update. Vor rund 12 Monaten ist man zudem auf ein Free-2-Play-Modell umgestiegen. Daher müssen wir auch von persönlicher Seite aus zugeben, dass eine Rückkehr in die virtuelle Welt durchaus verlockend klingt – und wenn es nur für eine halbe Stunde ist.

All Points Bulletin

Wenn man heute mit recht nüchterner Stimme sagen kann, dass der Erfolg von GTA Online absolut vorhersehbar war, dann wundert es, dass All Points Bulletin nicht wie eine Bombe eingeschlagen ist. Eigentlich hatten die Entwickler bei Realtime Worlds die besten Ausgangschancen, um den Markt im Sturm zu erobern. Eine relativ frei begehbare Welt in Kombination mit dem Gangster-Leben, das auch nicht vor Straßen-Schießereien oder Auto-Diebstählen Halt machte, war daher eine der MMO-Hoffnungen des Jahres 2010. Am 1. Juli durfte man dann tatsächlich auch durchstarten. Vor allem zahlreiche Kids, die nicht an der USK vorbei mussten, wird es gefreut haben. Oder hätte es freuen können? Auch bei APB standen die Erwartungen nämlich nur im gewissen Maße im Verhältnis zu der tatsächlichen Umsetzung. Ein ruckelndes Spielerlebnis trübte neben Hürden wie einer traurigen Physik der Fahrzeuge den Spaß. Und das Missionsdesign hätte auch bessere Tage sehen können. Das Ende vom Lied: Auch Möchtegern-Gangster wollten im virtuellen Leben nicht alle Gräuel in Kauf nehmen, nur um ein Auto stehlen zu können.

Etwas mehr als ein Monat später folgte die Insolvenz des Entwicklerstudios. Eine beinahe schon einzigartige Geschichte.Teuer war sie also, die Produktion von All Points Bulletin. Nachdem sich dann mit dem Netzwerk von GamersFirst ein Übernahmeinteressent für das Onlinespiel fand, offenbarte sich der Weltöffentlichkeit dann eines Tages auch, woher die Kosten rührten. Hinter den Kulissen schienen die ursprünglichen Entwickler an unglaublich vielen Hintertürchen gearbeitet zu haben. So haben sie den Code von APB zum reinsten Flickenteppich gemacht. Eine Maßnahme, die sich zum Ende mit großer Sicherheit nicht gerechnet haben dürfte, denn viele der geplanten Inhalte haben das Licht der Welt zu keinem Zeitpunkt erblicken dürfen. Stattdessen werkelte sich GamersFirst durch die zahlreichen Bugs, die man ihnen hinterließ und mit vielen der alten Entwickler behob. Diese Arbeiten laufen auch noch heute. Im kommenden Jahr folgt ein großes Technik-Update und dank Free-2-Play-Finanzierungsmodell steht es allen offen, herauszufinden, ob sich APB tatsächlich in die Liste der vergessenen Games einreihen muss.

Defiance

Zugegeben. Von einem wirklich vergessenen Onlinespiel kann man bei Defiance nicht wirklich sprechen. Geschuldet ist dies aber vor allem dem Umstand, dass Trion Worlds den Shooter erst im April 2013 an den Start brachte. Damit sind die hohen Erwartungen so schnell gefallen, wie sie entstanden, denn rund ein halbes Jahr vor der Veröffentlichung von Defiance konnten selbst wir uns als erfahrene MMO-Redaktion noch nicht genau ausmalen, in welche Richtung die Entwickler eigentlich wollten. Die offenen Fragen beantwortete die PR-Abteilung im Eiltempo binnen weniger Monate. Ein echter Marathonlauf. Im Test überzeugte Defiance letztlich mit einer hübschen Grafik, einer akzeptabel inszenierten Geschichte und einem Hauch von Dynamik. Ein tolles Singleplayer-Erlebnis, wie wir schon damals fanden. So recht sicher, ob man sich als MMO definieren wollte, waren sich die Verantwortlichen ohnehin nie – und die finalen Features lieferten den Grund. Von Langzeitmotivation war nämlich kaum eine Spur. Maue PvP-Alternativen und wenig vielfältige Archenfälle auf relativ kleinem Raum passten wenig zum MMO-Image. Auf den damals absolut fragwürdigen Chat und die Trennung der Xbox-360-, PlayStation-3- und PC-Spieler musste man auch keine Lobeshymnen singen.

Als Vollpreistitel empfahl PlayMassive Defiance daher nur dann, wenn die Bereitschaft vorhanden war, sich auf eine Reise mit den Entwicklern einzulassen. Denn alle inhaltlichen Hoffnungen mussten sich auf zukünftige DLC-Pakete konzentrieren. Hier wurden aber unweigerlich auch die Anfangsschwierigkeiten des Clients zum Problem, denn die Optimierungen hielten die Entwickler im Atem. Erst rund ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung von Defiance bat man um den Kauf des ersten Download-Contents. In der großen Zeitspanne dazwischen hat der Online-Shooter mit Rollenspiel-Charme und MMO-Ambiente nicht nur viele Kunden für immer verloren, sondern auch einen einzigartigen Preissturz hingelegt. Für zeitweise nur noch fünf Euro durfte man sich Defiance in den letzten Wochen auf die PC-Festplatte ziehen. Nur noch eine Haaresbreite trennt Trion Worlds hier also vom Free-2-Play-Modell. Ein schöner Anreiz für die Videospieler, die Defiance doch noch einen Besuch abstatten wollen und denen nur der Sinn nach einer Kampagnen-Erfahrung steht.

Final Fantasy XIV v. 1.0

Die Final-Fantasy-Marke ist eine Geschichte für sich und zweifelsohne ein absolutes Aushängeschild des Kults, der um Videospiele entstand. Es braucht aber nicht immer die Gesamtbetrachtung vieler Final-Fantasy-Teile, um Höhepunkte und Beinbrüche zu erkennen. Stattdessen reicht es, sich auf den vierzehnten Teil, logischerweise getauft auf Final Fantasy XIV, zu konzentrieren. Eigentlich verband man mit der Produktreihe von Square Enix nie die Welt der Onlinespiele. Erst der elfte Teil wagte sich auf den wachsenden Markt für MMORPGs. Da dieser aber bereits 2002 erschien, durfte man irgendwann doch einmal fragen, wie es denn um einen Nachfolger steht. Groß war der Jubel nach der Ankündigung von FFXIV. Groß waren die Erwartungen. Groß war der Fall. Denn groß waren die Bugs, als es 2010 in der Originalversion losging. Und dann fehlte es noch an manchem, etwa einem schicken PvP-System. Stattdessen gab es ein unnötig verkompliziertes Interface serviert.

Nachdem jede Meldung um Final Fantasy XIV v. 1.0 monatelang in allen Details aufgesogen wurden, gewannen plötzlich die News an Relevanz, in denen behandelt wurde, was Square Enix aus seinem gescheiterten Anlauf machen würde. Mit einem radikalen Entschluss kündigte man an, das Produkt in Bälde wieder vom Netz zu nehmen und sich an einer generalüberholten Version zu versuchen. Seit August 2013 nun marschieren virtuelle Charaktere durch die Spielwelt Eorzea und freuen sich über ein grafisch ansprechendes MMORPG, das inhaltlich reich gefüllt ist und auf technischer Seite keinen Raum für Hass lässt. Square Enix hat aus Fehlern gelernt und damit bewiesen, dass es manchmal besser ist, einst gefeierte Games wirklich zu vergessen. Mit der Chance auf eine generalüberholte Neuauflage würden sicher auch wir das eine oder andere MMO wieder ungeschehen machen. Die Entwickler haben im Falle von Final Fantasy XIV v. 1.0 diese Aufgabe für uns übernommen.

Mythos

Als Mythen bezeichnet man gerne Erzählungen, die nicht eins zu eins mit der Realität übereinstimmen müssen. Oft wird aufgehübscht. Gerne wird aus dem Bauern ein absoluter Held. Als Mythos bezeichnet man weniger gerne ein Spiel aus dem Hause HanbitSoft, denn so positiv fallen die Erinnerungen an das Online-Abenteuer nicht aus. Auch hier wurde in den Hoffnungen aus einem Bauern ein Held. Ein scheinbar buntes Diablo rief die Hack-and-Slay-Fans auf den Plan. Zum Start gab es dann zwar die bunte Grafik – und auch Hack and Slay musste nicht mit der Lupe gesucht werden. Viele Bugs gab es aber on top und es sickerte langsam das Stimmungsbild durch, dass sich Frogster mit dem Release verzettelt haben könnte. Im Endeffekt hatten die Fans aber auch schon lange genug warten müssen, denn über Jahre hinweg musste man ohne Aussicht auf Erfolg fragen, ob Mythos denn jemals erscheinen würde. Im Endeffekt hat man es immerhin versucht, hat das Spiel und damit alle Wünsche nach einem tollen Hack-and-Slay-Abenteuer aber gegen die Wand gefahren.

Im Interview mit PlayMassive reagierte die Presseabteilung des Publishers Frogsters noch optimistisch. Angesprochen auf die Fehler, freute man sich über ehrliches Feedback und eine konstruktive Community. Vier Monate später hatte man zwar immer noch das umfangreiche Feedback zu Bugs aller Art, bloß die Community war verschwunden. Frogster zog den Schlussstrich und stampfte die Server von Mythos ein. Heute läuft das Game unter den wachsamen Augen von T3 Entertainment. Ein Service, der die Bedürfnisse der deutschen Spielerschaft berücksichtigt, ist aber längst Geschichte. Vergessen der Hype, vergessen das Spiel, vergessen der Publisher.

TERA

TERA ist ebenfalls eines der neueren Beispiele für eine absolut euphorische MMO-Community. Schließlich hätte niemand ahnen können, dass bei TERA hätte etwas schief laufen können. Immerhin war allein die wunderschöne Grafik ein Vorbote hoher Qualitätstandards. Das actionreiche Kampfsystem, das auf freies Zielen setzt, schien zu bestätigen, dass man sich hier ausnahmsweise mal nicht an Vorgängern orientierte. Und das Politiksystem. Hach ja, das klang spannend. Und all diesen Features kann man ihren spielerischen Reiz wohl auch heute nicht absprechen. Allerdings stellte sich mittlerweile heraus, dass im Vorfeld der Veröffentlichung wohl das Auge dafür fehlte, was sich sonst noch so alles in das Online-Rollenspiel geschlichen hat. Quests, die einen immer wieder zum Schnetzeln von Monstern anhielten, verbreiteten hier schnell das Gefühl, doch nichts Innovatives zu spielen. Von langen Laufwegen und teurem Crafting hatte man zu Anfangszeiten auch schnell die Schnauze voll – und schon war das Abonnement für viele Spieler nur noch eine Erinnerung an alte Zeiten der Vorfreude.

Mittlerweile ist es ohnehin Geschichte, denn Gameforge sprang eines Tages auf ein Free-2-Play-Modell um, denn die blutenden Wunden von TERA mussten endlich versiegelt werden, um den wirtschaftlichen Katastrophenfall zu verhindern. Der nicht wirklich mutige Schritt bescherte dem Publisher aus allen Nähten platzende Server und Rekorde bei den Spielerzahlen. Wie lange TERA sich über Wasser halten kann, ist heute wohl schwer zu sagen, denn auch der F2P-Hype ist zu oft ein vorübergehender. Die Aufmerksamkeit, die das Onlinespiel einst genoss, ist auf alle Fälle verflogen. Allerdings fehlt es TERA auch an der Amibition, sich ins Gespräch zu bringen. Meldungen von wöchentlichen Serverwartungen und (natürlich brandheißen) Shop-Angeboten sind oft die einzigen Lebenszeichen, die die Webseite bietet. Größere Updates, wie zuletzt im Alice-im-Wunderland-Stil, gibt es zwar. Doch das nicht zu oft.

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